Zentrum für Nervenheilkunde

        Medizinische Fakultät

        Abteilung für Medizinische Psychologie

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Forschung

Unser Forschungsschwerpunkt ist die experimental-psychologische Untersuchung kognitiver, affektiver und sozialer Prozesse bei gesunden Probanden und Patienten mit psychischen Störungen mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT).


Psychotherapieforschung

CBASP 1

CBASP 2

Im Bereich experimentelle Psychopathologie suchen wir mit Hilfe der fMRT neurofunktionelle Modelle für die Entstehung der Symptome psychischer Störungen. Einen Schwerpunkt bilden dabei experimentelle Modelle zur gestörten Überwachung/Wahrnehmung eigener Handlungen (Action-Monitoring), die eine mögliche Ursache von Wahrnehmungsstörungen bei der Schizophrenie abbilden.
Ein weiteres Teilgebiet des Forschungsbereichs ist die Anwendung experimenteller Paradigmen der Grundlagenforschung - d.h. Experimente zur Untersuchung bereits charakterisierter funktioneller Systeme bzw. deren pharmakologische Manipulation - auf klinische Fragen. Hier steht im Moment die Untersuchung affektiver und schizophrener Psychosen ganz im Vordergrund, die wir mit Untersuchungen zu genetischen Grundlagen dieser Erkrankungen kombinieren.
Das Forschungsgebiet „Neuropsychotherapie“ beschäftigt sich schließlich mit der Frage, ob sich die Effekte psychotherapeutischer Interventionen mit Hilfe der funktionellen Bildgebung objektivieren lassen. Hierzu werden im Rahmen von klinischen Studien definierter Behandlungsmethoden, z.B. der CBASP-Therapie (Cognitive Behavioral Analysis System in Psychotherapy) zur Behandlung der chronischen Depression und der kognitiv-behavioralen Therapie bei schizophrenen Patienten mit Positivsymptomatik, funktionelle Veränderungen bekannter neuronaler Systeme untersucht.


Übersicht der aktuellen Drittmittel- und Verbundprojekte

  • NGFN – Projekt „Alkohol“

Laut dem Suchtbericht 2009 der Bundesregierung gibt es in Deutschland 1,3 Millionen Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit, von denen nur ca. 10 % eine Therapie in Anspruch nehmen. Studien zeigen, dass eine auf den Patienten zugeschnittene Therapie, die sich an den individuellen Anlagen und Erfahrungen sowie der aktuellen Lebenssituation der Betroffenen orientiert, von zentraler Bedeutung ist für den Behandlungsverlauf und damit für eine langfristige und erfolgreiche Abstinenz. Um die Suchtbehandlung optimieren zu können, besteht gerade im Bereich der Suchterkrankungen und -therapie noch erhöhter Forschungsbedarf.

Aus diesem Grund hat das Projekt „Endophänotypisierung von alkoholabhängigen Patienten mit MRT: Genetische Modulation und Behandlungsresponse“ die Zielsetzung, nähere Informationen über die Ursachen und Folgen der Alkoholabhängigkeitserkrankung zu erlangen, um darauf aufbauend neue Möglichkeiten für Diagnostik und Therapie zu entwickeln. Die Studie wird in der Abteilung für Medizinische Psychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Walter durchgeführt.

Unsere Studie stützt sich dabei auf die Erhebung von Gendaten gesunder und alkoholabhängiger Probanden, die dann zu neuropsychologischen und Verhaltensdaten der Probandengruppen in Beziehung gesetzt werden. Die Datenerfassung erfolgt durch Blutuntersuchungen und unter experimentellen Bedingungen im Magnet-Resonanz-Tomographen (fMRT) sowie durch (neuro-)psychologische Maße.

Als Ansprechpartnerinnen stehen wir, Fr. Dipl.-Psych. Alice Meisen und Fr. Dipl.-Psych. Annette Seissinger, Ihnen gerne zur Verfügung. Wenn wir Ihr Interesse für eine Studienteilnahme geweckt haben, dann melden Sie sich bei uns unter der Telefonnummer 0228 – 287 10587 oder per Email unter mrtstudie@gmx.de

Kontakt:
Dipl.-Psych. Alice Meisen
Dipl.-Psych. Annette Seissinger

Telefon: 0228 – 287 - 10587

Email:
alice.meisen@ukb.uni-bonn.de
annette.seissinger@ukb.uni-bonn.de
oder
mrtstudie@gmx.de


  • MooDs-Studie (Systematic Investigation of the molecular causes of major mood disorders and schizophrenia):

Thematik:
Neben vielfältigen Umwelteinflüssen sind auch Gene an der Entstehung psychischer Erkrankungen beteiligt. Glücklicherweise kommt es trotz genetischer Vorbelastung nur sporadisch auch zum Auftreten einer psychischen Erkrankung. Ziel dieser vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie ist es deshalb, mehr Einblick in die Mechanismen, die zwischen genetischer Vorbelastung und dem tatsächlichen Ausbruch häufiger psychischer Erkrankungen liegen, zu gewinnen. Dazu suchen wir psychisch gesunde Angehörige ersten Grades, d. h. Eltern, Kinder oder Geschwister von Patienten mit Schizophrenie, depressiven oder manisch-depressiven Erkrankung.

 Rahmenbedingungen:
- gefördert durch NGFN plus, 06/2008-05/2011
- Koordination: Prof. Markus M. Nöthen
- Teilprojekt "Imaging genetics: Neural Mechanisms of Genetic Risk for Schizophrenia and Major Mood Disorders"
- Teilprojektleitung zusammen mit Prof. Andreas Meyer-Lindenberg (ZI Mannheim) und Prof. Andreas Heinz (Charité Berlin)

Kontakt:
Dipl. Psych. Claudia Schütz
Telefon: 0228 – 287-19743
Email: Claudia.Schuetz@ukb.uni-bonn.de
Studienhomepage: moods-uniklinik-bonn.de

 


  • Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP):

Viel mehr Menschen leiden an Depressionen, als es bisher von den Experten angenommen worden und es in der Allgemeinbevölkerung bekannt ist. Bis zum Jahre 2020, so sagt die Weltgesundheitsorginisation (WHO), werden Depressionen weltweit die zweithäufigste Erkrankung mit einer schweren Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sein. Hiervon verlaufen ungefähr ein Drittel der depressiven Erkrankungen chronisch, d.h. Depressionssymptome bestehen länger als zwei Jahre. Diese chronischen Depressionen sprechen auf Richtlinienpsychotherapie nur begrenzt an.
In zwei aktuell laufenden Studien unserer Arbeitsgruppe gemeinsam mit der Psychiatrie des UKB Bonn sollen daher neu entwickelte, spezifische Psychotherapieverfahren für ambulant behandelbare chronisch depressive Patienten angewendet und evaluiert werden. Für diese beiden Studien („Differentielles Ansprechen auf das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) versus Escitalopram bei chronischen Depressionen mit und ohne frühe Traumatisierung“ und „Ein Vergleich von störungsspezifischer Psychotherapie mit unterstützender Psychotherapie bei Patienten mit früh beginnender chronischer Depression“) suchen wir chronisch depressive Patienten, die an einer Behandlung interessiert und bereit wären, an unserer Studie teilzunehmen.
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.meb.uni-bonn.de/psychiatrie/deutsch/cbasp/behandlungsstudien_index.htm.
Für ein persönliches Gespräch können Sie sich auch gerne an Frau Sarah Bluschke wenden
sarahbluschke@ukb.uni-bonn.de oder Tel.: 0228/ 287-19740, montags 11:00-12:00).

 


  • Emotionsverarbeitung bei Gesunden und Patienten mit mesiotemporalen Läsionen
     

Eine fehlerfreie Interpretation von Emotionen ist von zentraler Bedeutung für eine effektive soziale Kommunikation. Unsere Studie befasst sich daher mit dem Zusammenhang von korrekter
Emotionserkennung und Augenbewegungen bei der Betrachtung von emotionalen Gesichtern und Bildern. Es soll untersucht werden, inwieweit Läsionen, insbesondere der Amygdala, zu Veränderungen der Augenbewegungen und der Emotionserkennung führen und welche Wechselwirkungen zwischen beiden bestehen. Mögliche Therapeutische Interventionen können auf Grund dieser Ergebnisse entwickelt werden.

Projektverantwortliche: Dr. Ann-Katrin Schild (Ann-Katrin.Schild@ukb.uni-bonn.de)
 


Stand: 25.05.11