Das Leistungsspektrum des Institutes für Neuropathologie umfasst in der Patientenversorgung die Diagnostik von Biopsien des zentralen und peripheren Nervensystems und cytologische Präparate des Liquors, wobei neben konventionell-histologischen Untersuchungen auch immunhistochemische, ultrastrukturelle und molekulare Untersuchungstechniken entsprechend dem heutigen Standard in der Diagnostik von neurologischen Erkrankungen eingesetzt werden.


Insbesondere im Bereich der Hirntumor-Diagnostik ist es in den letzten Jahren zu einem erheblichen Erkenntnisgewinn in Hinsicht auf den Einsatz molekularer Analysen in der Diagnostik und Therapie-Stratifizierung dieser Patienten gekommen. Die im Forschungsbereich des Institutes oder in anderen Forschergruppen validierten Techniken können rasch in die Routinediagnostik implementiert werden.


Eine Besonderheit des Institutes für Neuropathologie besteht darin, dass in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neuropathologie in Düsseldorf (Prof. Dr. Guido Reifenberger) das Hirntumor-Referenzzentrum im Auftrage der Deutschen Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie (DGNN) betreut wird. Hierbei kommen zahlreiche Hirntumor-Proben von Patienten mit schwieriger Diagnose oder von Patienten, die in klinischen Therapie-Optimierungsstudien betreut werden, für eine Zweitbefundung zur Einsendung.


Im Institut für Neuropathologie werden verschiedene Gewebebanken betreut. Hier handelt es sich um die Gewebebank des BrainNet, die nationale Gewebebank von kindlichen Tumoren des Gehirns und der Leber (GPOH).


Das Institut für Neuropathologie besitzt traditionell verschiedene Forschungsschwerpunkte. Die Forschung der am Institut lokalisierten Arbeitsgruppen beschäftigt sich mit Fragen zur Diagnostik und Molekularpathologie von Tumoren des Zentralnervensystems, mit den molekularen Grundlagen der Entstehung fokaler Epilepsien und der pathologischen Veränderungen an Synapsen, sowie zur Neuropathologie der Demenz.


In Zusammenarbeit mit dem Institut für Pathologie und den Kliniken für Neurologie, Epileptologie und Neurochirurgie werden die Studenten der Humanmedizin systematisch mit den neuropathologischen Grundlagen der verschiedenen Erkrankungen des Nervensystems und peripheren Nervens sowie des Muskels vertraut gemacht.


Ein Schwerpunkt des Institutes für Neuropathologie liegt in weiterem in der ärztlichen Weiterbildung zum Facharzt für Neuropathologie. Hierbei handelt es sich in Deutschland um einen eigenständigen Facharzt mit einer insgesamt sechsjährigen Ausbildungszeit.


Neben der Ausbildungsfunktion für junge Ärzte/Ärztinnen zum Facharzt für Neuropathologie besteht im Institut für Neuropathologie die Möglichkeit zur weiteren akademischen Qualifikation. In den letzten Jahren haben mehrere Mitarbeiter erfolgreich in unserem Fachgebiet an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn habilitiert und sind auf Professuren an anderen Universitäten berufen worden.