Das Institut für Neuropathologie besitzt traditionell verschiedene Forschungsschwerpunkte. Die Forschung der am Institut lokalisierten Arbeitsgruppen beschäftigt sich mit Fragen zur Diagnostik und Molekularpathologie von Tumoren des Zentralnervensystems, mit den molekularen Grundlagen der Entstehung fokaler Epilepsien und der pathologischen Veränderungen an Synapsen, sowie zur Neuropathologie der Demenz.

Neuigkeiten

Dezember 2014

Entzündliche Ursachen von fokalen Epilepsien werden zunehmend erkannt. Die vorliegende Studie hat sich einer umfangreichen Virusanalytik in der Schläfenlappenepilepsie gewidmet. Hier zeigte sich insbesondere eine höhere „Virusload" von HHV-6B bei Patienten mit Schläfenlappenepilepsie.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=25530314

In Alzheimer Patienten und korrespondierenden Mausmodellen wurde eine strukturelle Degeneration von Dendriten beobachtet, von der jedoch noch nicht bekannt war, ob sie einen Beitrag zur pathologischen neuronalen Funktion beiträgt. Mittels in vivo elektrophysiologischer Ableitungen, hochauflösender STED Mikroskopie und Computer Modeling konnte in dieser Studie in einem Alzheimer Mausmodell gezeigt werden, dass die strukturelle Degeneration und die neuronale Hyperexzitabilität zusammen hängen.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25456500

November 2014

Diese genetische Studie hat im Kontext eines umfassenden europäischen Konsortiums (EuroEPINOMICS) bestimmte Duplikationen auf Chromosom 16p mit einem distinkten Risiko für Rolandische Epilepsien charakterisieren können. Die Ergebnisse bilden eine wesentliche Grundlage um die Ursache dieser Epilepsieform besser verstehen zu können.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=24939913

Oktober 2014

Die Akrosomreaktion (AR) in Säugetier Spermatozoa ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Befruchtung und folgt den konservierten Prinzipien der Calcium-regulierten Exozytose in neuronalen und neuroendocrinen Zellen. Die molekularen Mechanismen der AR-spezifischen Eigenschaften sind jedoch bisher nicht verstanden. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass ein Proteinnetzwerk ähnlich zu der Cytomatrix an der neuronalen präsynaptischen Aktiven Zone den Erfolg der AR von Spermien koordiniert. Insbesondere konnte eine Rolle für das Protein RIM2alpha in der AR nachgewiesen werden.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25240052

Im Rahmen des Deutschen Gliomnetzwerkes konnten die molekularen Signaturen von Tumoren von Glioblastom-Langzeitüberlebenden charakterisiert werden. MGMT Promotormethylierung und IDH1/2 Mutationen spielen hierbei eine wesentliche Rolle.

Link: Reifenberger et al.

September 2014

Hochgradige astrozytäre Tumoren des Kleinkindalters unterscheiden sich wesentlich von malignen Gliomen von älteren Kindern und Erwachsenen: Genomweite Studien der chromosomalen Alterationen definieren eine neue molekulare Entität mit stabilem Genom.

Link: Gielen et al.

In dieser genetischen Studie wurde eine Meta-Analyse von Genom-weiten Assoziationsstudien mit insgesamt 8696 Epilepsie-Patienten und 26 157 Kontrollen durchgeführt. Hierbei konnten drei Loci identifiziert werden, die auf einen Zusammenhang zwischen den Genen SCN1A und PCDH7 mit Epilepsie im Allgemeinen und VRK2 oder FANCL mit generalisierter Epilepsie deuten.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=25087078

Beteiligung des Hirntumor-Referenzzentrum der DGNN an der Entwicklung von Leitlinien zur Klassifikation und Gradierung von Tumoren des ZNS: International Society of Neuropathology- Haarlem Consensus Guidelines.

Link: Louis et al.

August 2014

Identifikation einer pathologischen Aktivierung des PI3K/Akt/mTOR Signalweges als möglicher neuer therapeutischer Ansatzpunkt in papillären Tumoren der Pinealisregion (PPTR).

Link: Goschzik et al.

Genomweite, histologische und klinische Analysen belegen, dass die „neue" Tumorentität ETANTR (embryonal tumor with abundant neuropil and true rosettes) sich nicht von der definierten WHO-Entität Ependymoblastom unterscheidet.

Link: Korshunov et al.

Diese Studie, welche Mechanismen der Anfallsentstehung bei der tuberösen Sklerose untersucht hat war nur durch die Förderung eines bilateralen deutsch-französischen Konsortiums durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung möglich. Es wurden neuartige Mechanismen der Anfallsentstehung in der Gehirnrinde und davon abgeleitet bestimmte antiepileptische Strategien charakterisiert und entwickelt.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=25081057

Juli 2014

Genomweite Analysen von hochmaligen primitiven neuroektodermalen Tumoren des ZNS im Kindesalter führen zur Identifikation von MYCN-Genamplifikation als ungünstigen prognostischen Marker.

Link: Gessi et al.

Juli 2014

GFI1 Onkogenaktivierung durch „Enhancer hijacking" in Medulloblastomen.

Link: Northkott et al.

Integrierte Analyse klinischer, histologischer und molekularer Parameter in der Studienkohorte der multizentrischen HIT2000 Studie führen zur Identifikation wesentlicher prognostischer Parameter beim Medulloblastom des Kindesalters

Link: Pietsch et al.

Juni 2014

Ein systematischer Methodenvergleich zur Identifikation der prognostisch günstigen WNT-Subgruppe der Medulloblastome erlaubt die Definition einer optimalen molekular-meuropathologischen Diagnostik

Link: Goschzik et al.

Genomweite Bisulfit-DNA-Sequenzierung von 34 Medulloblastomen führt zur Identifikation on hypomethylierten Bereichen downstream des Transkriptionsstartes welche mit erhöhter Genexpression korrelieren.

Link: Hovestadt et al.

Rosetten-bildende glioneuronale Tumoren des IV. Ventrikels (RGNT) tragen aktivierende Mutationen des FGFR1 Gens.

Link: Gessi et al.

Mai 2014

In einer Zusammenarbeit mit Kollegen der University of Connecticut wurde ein neuartiges Tumormodell etabliert, bei dem Onkogene in neuronale Vorläuferzellen eingebracht werden. Mittels fluoreszenter Markierung konnte die Entstehung distinkter Klone entsprechender Tumoren minutiös nachverfolgt werden und es ergeben sich neuartige Modelle für die Pathogenese bösartiger Gehirntumoren.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=24501428

April 2014

Genomweite RNA-Sequenzierung führt zur Identifikation von C11orf95-RELA Fusionstranskripten und der pathologischen Aktivierung des NF-kB Signalweges als zentralen Pathomechanismus in supratentoriellen Ependymomen des Kindesalters.

Link: Pietsch et al.

Komplementäre neuropathologische und neuropsychologische Untersuchungen bei Patienten mit Schläfenlappenepilepsie zeigten, dass insbesondere der neuropathologische Schaden der linken Hippocampusformation die Verbalgedächtnisleistung bestimmt. Diese Ergebnisse haben wesentliche Implikationen für die klinische Routine.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=24375772

Januar 2014

In dieser genetischen Studie konnten funktionell relevante Mutationen für die autosomal-dominante Dowling-Degos Erkrankung in dem Gen POGLUT1, das für die O-Glucosyltransferase 1 kodiert, identifiziert werden.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24387993