AG - Dr. rer. nat. Martin Schlee

Dr. rer. nat. Martin Schlee
Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie
Universitätsklinikum Bonn
Biomedizinisches Zentrum
Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn


Tel: 0228-287-51148
Fax: 0228-287-16094

E-mail: martin.schlee@uni-bonn.de
Lebenslauf: schlee.pdf

 

Forschungsthemen

Schwerpunkt der Forschung ist die Immunerkennung von Nukleinsäuren. Die Arbeitsgruppe forscht seit 1995 kontinuierlich an dieser Thematik und gehört hier international zu den führenden Gruppen. Hintergrund ist, dass Bakterien und Viren über bestimmte molekulare Muster erkannt werden, bei Bakterien beispielsweise Endotoxin (LPS). Diese Erkennung erfolgt über Protein-Rezeptoren, die von Immunzellen aber auch anderen Körperzellen exprimiert werden. Zu den wichtigsten Vertretern gehört die Familie der Toll-like Rezeptoren (TLR). Erst 1998 wurde von Janeway und Beutler TLR4 als Rezeptor für das bakterielle Molekül Endotoxin erkannt. Bei Virusinfektionen ist die Erkennung von viralen Nukleinsäuren für die angeborene Abwehr entscheidend. Im Endosom von Immunzellen werden virale Nukleinsäuren über TLR3, TLR7, TLR8 und TLR9 erkannt, Im Zytosol spielen die beiden Helikasen RIG-I und MDA-5 die zentrale Rolle bei der Erkennung von viraler RNA, und AIM2 bei der Erkennung von viraler DNA. Die Verteilung der Expression dieser verschiedenen Rezeptoren auf unterschiedliche Zellpopulationen und die Aktivierung unterschiedlicher Signalwege führt zu einer fein abgestimmten Steuerung antiviraler Abwehrmechanismen. Mit kurzen synthetischen Nukleinsäuren, sogenannten Oligonukleotiden, ist es nun möglich, die Abwehrmechanismen gezielt anzusteuern. Die Aktivierung dieser Abwehrmechanismen kann nun für die Therapie von Virusinfektionen und von Tumorerkrankungen eingesetzt werden. Hier ergeben sich ganz neue Ansätze für die klinische Entwicklung von innovativen Arzneimitteln, die wir in einem translationalen Ansatz von der Grundlagenforschung bis hin zur Erstanwendung am Menschen (Phase I-Einheit für klinische Studien am Institut) verfolgen.

Die Grundlagenforschung unserer Gruppe war von 1995 bis 2003 vor allem auf die Immunerkennung von sogenannten CpG-Motiven in mikrobieller DNA über TLR9 gerichtet. Gemeinsam mit Arthur Krieg in den USA wurde das CpG-Oligonukleotid 2006 (auch 7909 oder ProMune) entwickelt und charakterisiert, das sich derzeit in über 60 klinischen Studien befindet. Von 2003 bis heute konzentriert sich unsere Arbeit auf die Immunerkennung von RNA, und auf die Immunerkennung von DNA im Zytosol (nicht-TLR9-vermittelte DNA-Erkennung). Die wichtigsten Beiträge waren die Immunerkennung von siRNA über TLR7 (Nat Med 2005), die Identifizierung der Sequenzmotive in RNA für die Immunerkennung von TLR7 und TLR8, und die Identifizierung und Charakterisierung des Liganden für RIG-I (5´Triphosphat-RNA) (Science 2006 und Immunity 2009) und der biologischen Funktion von RIG-I (J Clin Invest 2009). Die Kombination der immunologischen Aktivität und der Eigenschaft von siRNA-vermitteltem "gene silencing" in einem RNA-Oligonukleotid ist ein zentraler therapeutischer Ansatz, der in unserer Gruppe entwickelt wurde und der für die Therapie von Tumoren eingesetzt werden kann (Nat Med 2008).

 

Mitarbeiter

Die Vorwahl für das Institut ist +49 (0) 228 - 287 -, dann wählen Sie bitte die Nummer des gewünschten Mitarbeiters.

Name Vorname Titel Funktion Durchwahl e-Mail
Bruder Ann Kristin   Doktorandin Biologie 51157 abruder@uni-bonn.de
Goldeck Marion   Doktorandin Mol. Biomedizin 51157 mgoldeck@uni-bonn.de
Herzner Anna-Maria  Dr. rer. nat. Postdoktorandin 51157 aherzner@uni-bonn.de
Keßels Steven   Doktorand Mol. Biomedizin 51157 skessels@uni-bonn.de
Prange Heike   BTA 51157 heike.prange@uni-bonn.de
Schuberth Christine   Postdoktorandin
Projektmanagerin GoBio
51157 christine.schuberth@ukb.uni-bonn.de

 

von links nach rechts:
Marion Goldeck, Steven Keßels, Heike Prange, Dr. Christine Schuberth, Anna-Maria Herzner, Ann Kristin Bruder, Dr. rer. nat. Martin Schlee





Publikationen

 

Stand: 02. Juli 2014