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Multivariate Analysen zu lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen |
Ralf Hüls, B. Lausen, G. Schwarzer, M. Kersting
Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE)
Heinstück 11, D-44225 Dortmund, Germany
Für eine Querschnittauswertung der Ernährung von Kindern und Jugendlichen wurden alle Erstprotokolle der Dortmunder Langzeitstudie zu Ernährung, Stoffwechsel, Wachstum und Entwicklung von gesunden Säuglingen, Kindern und Jugendlichen (Erhebungszeitraum 1985-95) und die Protokolle der sogenannten Dortmunder Jugendlichenstudie (Erhebungszeitraum 1987-89) zusammengestellt. Als Einschluß-Kriterien für die Probanden fordern wir, daß das Alter zwischen 1,75 und 18,75 Jahren (Dezimaldarstellung nach Tanner) liegt, drei Protokolltage (Wiege-Methode) vorliegen und Körpergröße und Körper-gewicht gemessen sein müssen (n=556). Die Validierung der Wiegeprotokolle nach Sichert-Hellert et al. (1994) ergibt anhand des Quotienten aus der protokollierten Energiezufuhr und dem berechnetem Grundumsatz, daß 529 Protokolle als plausibel verbleiben. Als Beispiel einer lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlung betrachten wir die Empfehlung des FKE für die Optimierte Mischkost (OM). Die OM ist altersunabhängig in Form von Anteilen von Lebensmittelgruppen an der Energiezufuhr charakterisiert (Kersting et al., 1993) und somit unmittelbar multivariat definiert. Als einfache univariate Maßzahl der Abweichung des protokollierten Verzehrs von der Ermpfehlung untersuchen wir den mittleren relativen Betrag der Empfehlungsabweichung (MRBE):
MRBE = (100/K)*(|M1 - E1|/E1+|M2 - E2|/E2 + ... +|MK - EK|/EK),
wobei K die Anzahl der Lebensmittelgruppen, Mi die energiezufuhrbezogene Verzehrsmenge der i-ten Lebensmittelgruppe und Ei die energiezufuhrbezogene empfohlene Menge der i-ten Lebensmittelgruppe bezeichnet. Mögliche prog-nostische Faktoren wie Geschlecht, Alter, Protokolldatum, Studie, Körpergröße und Body-Mass-Index (BMI) analysieren wir in verschiedenen Regressions-ansätzen. Ferner diskutieren wir die Gruppeneinteilung der Lebensmittel der OM anhand von Cluster- und Diskriminanzanalysen der Nährstoffdatenbank LEBTAB des FKE. Unsere Untersuchungen sind erste datenanalytische Schritte mit dem Ziel mit Verzehrserhebungen gemessene Ernährungsgewohnheiten mit Hilfe von lebensmittel- und lebensmittelgruppen-bezogenen Ernährungsempfehlungen aus präventionsmedizinischer Sicht zu verbessern.
Degens, P.O., Lausen, B., Vach, W. (1990): Reconstruction of phylogenies by distance data: Mathematical framework and statistical analysis, in: Dress, A., v. Haeseler, A. (eds.), Trees and hierarchical structures, Springer, Berlin, 9-42.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (1991): Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr, 5. Auflage, Umschauverlag, Frankfurt.
Kersting, M., Chahda, C., Schöch, G. (1993): Optimierte Mischkost als Präventionsernährung für Kinder und Jugendliche - Teil 1: Lebensmittelauswahl, Ernährungsumschau 40, 4, 164-169.
Lausen, B., Sauerbrei, W., Schumacher, M. (1994): Classification and regression trees used for the exploration of prognostic factors measured on different scales. In: P. Dirschedl and R. Ostermann (eds.): Computational Statistics. Physica-Verlag, Heidelberg, 483--496.
Sichert-Hellert, W., Kersting, M., Manz, F., Schöch, G. (1994): Energy intake of children and adolescents aged 1-18 years: Nutrition survey versus recommendation, in: Somogyi et al. (eds.), New aspects of nutrtional status, Karger-Verlag, Basel, 45-48.
Schwarzer, G. (1995): Daten- und Clusteranalysen einer ernährungsepide-miologischen Nährstoffdatenbank, Diplomarbeit, Fachbereich Statistik, Universität Dortmund.