Faszination Gehirn
Faszination Gehirn (Teil 1): Was jeder wissen sollte ... (pdf, ca. 470 kB)
Faszination Gehirn (Teil 2): Wahrnehmung - Welt im Kopf! (pdf, ca. 90 kB)
Faszination Gehirn (Teil 3): Von der Reaktion zur Handlung (pdf, ca. 84 kB)
Faszination Gehirn (Teil 4): Zeitmaschine Gehirn - Lernen und Gedächtnis (pdf, ca. 112 kB)
Faszination Gehirn (Teil 5): Geist und Gehirn - Das Geheimnis des Erlebens (pdf, ca. 112 kB)

Das Gehirn des Menschen ist wohl die komplexeste Materie, die wir bisher im Kosmos entdeckt haben.

1500 Gramm (bei Geburt erst 400 Gramm) Gewebe aus Proteinen, Fetten, Wasser und einigen anderen nicht ganz unwichtigen Substanzen bringen dabei in genau diesem Moment erstaunliche Leistungen hervor:

Die 2% Masse, die das Gehirn in unserem Körper ausmacht, verbraucht 20% der Energie. Sauerstoffmangel (z.B. bei einem Herzinfarkt) wird schon nach wenigen Minuten für das Gehirn zu einem Problem.

Man vermutet, dass gut 50% des Genoms des Menschen mehr oder weniger ausschließlich am Aufbau des Gehirns und an der Aufrechterhaltung seiner Funktionen beteiligt ist. Überhaupt finden Hirnforscher, dass die Frage, wie unsere 30 bis 40 Tausend Gene ein Gehirn aufbauen, die interessanteste Frage an die Genetik überhaupt ist.

Das Gehirn besteht - neben zig Milliarden Gliazellen (Stützgewebe) - aus vermutlich 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen).

Diese Neuronen bilden untereinander Kontakte, so genannte Synapsen. Jedes Neuron kann bis zu 10.000 solcher Synapsen mit anderen Nervenzellen entwickeln. Diese Kontaktstellen sind extrem veränderbar, und Veränderungen an diesen Kontakten, sind die neuronale Basis für unser Gedächtnis.
Sie können gerne einmal die Gesamtzahl der Synapsen berechnen ... Wir kommen auf ca.

    1 000 000 000 000 000 = 1 Billiarde Kontakte !
 

Gedankenexperiment

Dass das Gehirn eine Sonderstellung einnimmt, kann an einem kleinen, zugegebenermaßen extremen Gedankenexperiment verdeutlicht werden: Niemand würde behaupten, dass die Transplantation eines Organs die Identität des Organempfängers verändert. Theoretisch erscheinen daher alle Organe "austauschbar" - bis auf eines: das Gehirn. Denn eine Gehirntransplantation wäre eben nicht nur die Transplantation eines Organs in den Körper des Empfängers - denn "wo" steckt der Empfänger? Genaugenommen gibt es gar keine Gehirntransplantation, vielmehr handelt es sich hierbei um eine Ganzkörpertransplantation (ohne Gehirn)!
 

Erleben Sie Ihr Gehirn in Aktion

Schritt 1: Downloaden und starten Sie das Programm optical.exe.
Schritt 2: Schauen Sie etwa 45 Sekunden lang ruhig und konzentriert in die Mitte der sich drehenden Spirale.
Schritt 3: Schauen Sie unmittelbar danach einer anderen Person ins Gesicht - und freuen Sie sich!

Erklärung:
Der Effekt heißt Bewegungsnacheffekt: Der intensive Bewegungseindruck wird dabei noch eine Zeitlang aufrechterhalten und auf die unbewegte Form im Sinne einer Formveränderung übertragen. Wie kommt dieser Effekt zustande? Die sich drehende Spirale reizt das Bewegungswahrnehmungszentrum Ihres visuellen Systems. Üblicherweise - wenn Sie im Urlaub z.B. einen schönen Wasserfall betrachten - würden Sie zwischendurch immer wieder einmal wegschauen, was Sie ja bei diesem Experiment unterdrücken. Letztlich beruht der Effekt also auf einer unphysiologischen Erschöpfung einiger Zehntausend Neuronen, die während des Betrachtens der Spirale hoch aktiv waren!