Das Dokument "Brustkrebs und Schwangerschaft" wird Ihnen
angeboten durch die Universitätsklinik
Bonn
Brustkrebs und Schwangerschaft
208/05380
- Übersicht über PDQ
- Beschreibung
- Erklärung der Stadien
- Überblick
über die Behandlungsmöglichkeiten
- Möchten Sie mehr wissen?
Brustkrebs
Informationen aus dem PDQ für Patienten
Die vorliegenden Angaben beruhen auf Dokumenten des National Cancer Institute
der USA. Für die Richtigkeit der in dieser deutschsprachigen Version gemachten
Angaben können weder das National Cancer Institute noch die Universität Bonn
oder ihre Mitarbeiter eine Garantie übernehmen. Fragen Sie daher in jedem Fall
ihren Arzt!
PDQ (Physicians Data Query) ist ein Computersystem, das aktuelle Informationen
über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, die Behandlung und
unterstützende Maßnahmen bei Krebs bereitstellt. Dies ist eine Dienstleistung
des National Cancer Institute (NCI) in den USA für an Krebs erkrankte Menschen
und ihre Familien; für Ärzte, Pflegekräfte und andere Mitarbeiter in der
Gesundheitsversorgung.
Um die Aktualität sicherzustellen, werden die Informationen im PDQ jeden
Monat durch Experten für die Behandlung bei Krebs, die Vorbeugung,
Vorsorgeuntersuchungen (Screening) und unterstützende Maßnahmen überprüft
und aktualisiert. PDQ liefert auch Informationen über die Erforschung neuer
Behandlungsmethoden (klinische Studien), die Adressen von Ärzten, die
Krebsbehandlungen durchführen, und Krankenhäusern mit speziellen
Behandlungsprogrammen für Krebspatienten. Die Behandlungshinweise in dieser
Übersicht basieren auf den Übersichtsinformationen für Ärzte im PDQ
bezüglich dieser Krebserkrankung.
Sie können das PDQ nutzen, um mehr über die aktuelle Therapie verschiedener
Krebserkrankungen zu erfahren. Sicherlich hilft es Ihnen, über diese
Informationen mit Ihrem Arzt zu reden, der Sie und die Einzelheiten Ihrer
Erkrankung kennt.
Sie sollten vor Beginn der Therapie über die Teilnahme an einer klinischen
Studie nachdenken. PDQ kann genutzt werden, um mehr über diese Studien zu
erfahren. Eine klinische Studie ist ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, die
momentan praktizierten Behandlungsmethoden zu verbessern oder die Resultate von
neuen Behandlungsmethoden für Krebspatienten zu erhalten. Klinische Studien
basieren auf den Ergebnissen bereits durchgeführter Studien sowie neuen
Erkenntnissen aus dem Forschungslabor. Jede Studie beantwortet bestimmte
wissenschaftliche Fragen, um neue, bessere Wege der Krebsbehandlung zu finden.
Es werden Informationen über neue Behandlungsmethoden, ihre Risiken und ihre
mehr oder weniger gute Wirkung gesammelt. Wenn eine klinische Studie zeigt, daß
eine neue Therapie besser als die zur Zeit als ''Standard'' eingesetzte ist,
kann die neue Behandlungsmethode zur "Standardtherapie" werden. Eine
Auflistung der momentan laufenden klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ.
Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet.
Anfragen zu klinischen Studien richten Sie bitte an die Deutsche
Krebsgesellschaft, Tel: 069 630096-0 in Frankfurt. Um mehr über Krebs und seine
Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu
erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst
(KID)" in Heidelberg, Tel.: 062 21 41 01 21 oder Fax: 062 21 40 18 06, in
Österreich die "Krebshilfe" (Http:
//www.krebshilfe.or.at/kontakte/landesorganisationen.html), Tel.: 01 796
6450-15 oder Fax: 01 796 6450-9 und in der Schweiz die "Schweizerische
Krebsliga" (Http:
//www.swisscancer.ch/deutsch/content/violett/beratunginfo_beratungsstellen.html),
Tel.: 0800 55 88 38 an. Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen
zum Thema Krebs beantworten.
PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie
anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten
Informationen vor sich haben. Diese Zusammenfassung beinhaltet die Behandlung
von Brustkrebs bei schwangeren Frauen. Es gibt gesonderte Zusammenfassungen, die
Informationen über die Brustkrebs-Früherkennung (Screening), die Vorsorge und
die Behandlung von Brustkrebs enthalten.
Brustkrebs ist die häufigste Krebsform bei schwangeren Frauen oder bei Frauen,
die kürzlich entbunden haben. Er tritt etwa während einer von 3000
Schwangerschaften auf. Die Patientinnen sind durchschnittlich zwischen 32 und 38
Jahre alt und die Zahl der Schwangeren, bei denen ein Brustkrebs auftritt, wird
wahrscheinlich in der nächsten Zeit ansteigen, da immer mehr Frauen erst in
höherem Alter ein Kind bekommen.
Schwangere oder stillende Frauen haben gewöhnlich weiche, geschwollene
Brüste, so daß kleine Knoten schwer zu entdecken sind. Dies kann zu einer
Verzögerung in der Diagnose (Feststellung) des Brustkrebs führen. Diese
Verzögerungen kommen häufig vor. Es wird von Verzögerungen von 5 bis 15
Monaten zwischen dem Beginn der Symptome und der Diagnose berichtet. Aufgrund
dieser Verzögerung wird Brustkrebs gewöhnlich bei Schwangeren in einem
fortgeschritteneren Stadium entdeckt, als bei nicht schwangeren Frauen.
Um Brustkrebs früh zu erkennen, sollten schwangere Frauen ihre Brüste
selbst untersuchen und sich einer regelmäßigen Brustuntersuchung durch ihren
Arzt als Bestandteil der üblichen Routineuntersuchungen während der
Schwangerschaft unterziehen. Wenn eine Unregelmäßigkeit entdeckt wird, können
ohne großes Risiko für das ungeborene Kind eine Ultraschalluntersuchung (das
ist eine Untersuchung, bei der Schallwellen benutzt werden, um Tumore zu finden)
und eine Mammographie (eine spezielle Röntgenuntersuchung, bei der Tumore
gefunden werden können, die noch zu klein sind, um sie tasten zu können)
durchgeführt werden. 25 % der Mammographien bei Schwangeren können jedoch
negativ sein, obwohl ein Brustkrebs vorliegt. Deshalb ist es wichtig, daß bei
jedem tastbaren Knoten eine Biopsie (Gewebeprobe für die Untersuchung unter dem
Mikroskop) entnommen wird.
Wenn Brustkrebs entdeckt wurde, werden zusätzliche Untersuchungen
durchgeführt, um herauszufinden, ob der Krebs sich von der Brust aus auf andere
Regionen des Körpers ausgebreitet hat. Dies nennt man Stadieneinteilung. Um
eine Behandlung planen zu können, muß der Arzt das Stadium der Erkrankung
kennen. Die Patienteninformationen über Brustkrebs enthalten die Erklärung der
Stadien des Brustkrebs.
Die gewöhnliche Vorgehensweise, die zur Stadieneinteilung (Staging) des
Brustkrebs benutzt wird, kann geringfügig verändert werden, um eine größere
Sicherheit für die schwangere Frau zu erreichen. Es können auch
Blutuntersuchungen durchgeführt werden.
In allen Stadien der Erkrankung kann die Gesamtüberlebenszeit bei
schwangeren Frauen mit Brustkrebs geringer sein als bei nicht schwangeren
Frauen. Dies ist wahrscheinlich jedoch auf die verzögerte Diagnosestellung
zurückzuführen. Ein Schwangerschaftsabbruch hat offensichtlich keinen Einfluß
auf den Verlauf einer Erkrankung an Brustkrebs und wird daher gewöhnlich nicht
als Therapie in Betracht gezogen. Ein Schwangerschaftsabbruch kann jedoch - je
nach Alter des ungeborenen Kindes - angezeigt sein, wenn die
Behandlungsmöglichkeiten für die Mutter, wie Chemotherapie und Bestrahlung,
bei Fortsetzung der Schwangerschaft sehr stark eingeschränkt wären.
Es gibt für alle Patienten mit Brustkrebs Behandlungsmöglichkeiten. Die
eingesetzten Behandlungsformen werden in den Patienteninformationen über
Brustkrebs beschrieben.
Die empfohlene Behandlung der ersten Wahl für Brustkrebs bei Schwangeren ist
die Operation. Da eine Bestrahlung das ungeborene Kind schädigen kann, ist eine
veränderte (modifizierte) radikale Mastektomie die Behandlung der Wahl. Wenn
die Brust erhalten werden soll, wird manchmal auch eine konservative (d.h. die
Brust erhaltende) Operation durchgeführt, und mit der Bestrahlung erst nach der
Entbindung begonnen. Wenn nach einer Operation eine Chemotherapie benötigt
wird, sollte sie nicht während der ersten 3 Monate der Schwangerschaft
durchgeführt werden. Wenn eine Chemotherapie nach dieser Zeit durchgeführt
wird, führt dies in der Regel nicht zur Schädigung des Kindes. Es kann jedoch
zu Frühgeburten und einem niedrigen Geburtsgewicht kommen. Das Risiko einer
Hormontherapie nach einer Operation, entweder alleine oder in Kombination mit
einer Chemotherapie, kann nicht eingeschätzt werden. Eine Bestrahlung sollte
wegen der Risiken für das ungeborene Kind nicht während der Schwangerschaft
durchgeführt werden.
Eine Bestrahlung sollte während der ersten 3 Monate der Schwangerschaft
vermieden werden. Wie unter "Frühstadium des Krebs" weiter oben
beschrieben, kann eine Chemotherapie nach den ersten 3 Monaten durchgeführt
werden. Da die (werdende) Mutter möglicherweise nur noch eine begrenzte
Lebenserwartung hat (nur 10% der Frauen mit Krebsstadium III oder IV überleben
die nächsten 5 Jahre), und da während der Behandlung ein Risiko für das
ungeborene Kind besteht, geschädigt zu werden, ist es für viele dieser Frauen
wichtig, mit ihren Familien und Ärzten über die Fortsetzung der
Schwangerschaft oder einen Schwangerschaftsabbruch zu diskutieren. Ein
Schwangerschaftsabbruch als Behandlungsmöglichkeit verbessert jedoch nicht die
Überlebenschancen der Mutter.
Die Unterdrückung der Milchproduktion verbessert nicht die Überlebenschancen
der Mutter. Wenn eine Operation geplant ist, sollte die Frau jedoch vorher mit
dem Stillen aufhören, um die Brüste zu verkleinern und die Durchblutung zu
verringern. Das Stillen sollte auch beendet werden, wenn eine Chemotherapie
geplant ist, da viele Medikamente, besonders Cyclophosphamid und Methotrexat, in
hohen Dosen in die Muttermilch übergehen, was den Säugling beeinträchtigen
würde. Generell sollten Frauen, die eine Chemotherapie erhalten, nicht stillen.
Brustkrebs scheint das ungeborene Kind nicht zu beeinträchtigen, da die
Brustkrebszellen scheinbar nicht von der Mutter auf das Kind übertragen werden.
Die Schwangerschaft scheint keinen Einfluß auf die Überlebenszeit von Frauen
zu haben, die in der Vergangenheit schon einmal Brustkrebs hatten. Auch das
ungeborene Kind wird scheinbar nicht beeinflußt. Einige Ärzte raten, daß eine
Frau, die an Brustkrebs litt, zwei Jahre abwarten sollte, bevor sie sich zu
einer Schwangerschaft entschließt. So kann ein frühes Wiederauftreten des
Krebs vorher festgestellt werden. Das kann auch Einfluß auf die Entscheidung
der Frau zur Mutterschaft haben. Die Risiken einer Schwangerschaft, nachdem die
Frau eine Knochenmarktransplantation und hochdosierte Chemotherapie mit oder
ohne Ganzkörperbestrahlung erhalten hat, sind unbekannt, aber sie könnten in
einer Frühgeburt und einem geringen Geburtsgewicht bestehen.
Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische
Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland
den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: (0049) (0)62
21 41 01 21 oder Fax: (0049) (0)62 21 40 18 06, in Österreich die
"Krebshilfe": Tel.: (0043) (0)1 796 64 50-15 oder Fax: (0043) (0)1 796
64 50-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga", Tel.: 0800
55 88 38 (Http: //www.swisscancer.ch/).
Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs
beantworten.
Datum der letzten Aktualisierung: 11/1999
Übersetzung: Dr. G. Quade, T. Ellinger, B. Burde, CaNetTransTool by B.Burde,
IMBIE, Universitätsklinik Bonn(Germany)
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Interview im
Deutschlandfunk
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Diese Seite wurde zuletzt geändert am Wednesday, 30-Nov-2005 11:20:22 CET
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