Keimzelltumore entwickeln sich aus Zellen des Hodens oder des Eierstocks (Ovars). Manchmal wandern diese Zellen in die Brusthöhle oder die Bauchhöhle und können sich zu einer seltenen Krebsart entwickeln, die extragonadaler Keimzelltumor genannt wird.
Extragonadale Keimzelltumore können bösartig oder gutartig sein. Die bösartigen Tumore werden in zwei Typen unterteilt, Seminome und nicht-seminomatöse Tumore. Zu den nicht-seminomatösen Tumoren gehören das embryonale Karzinom, das maligne Teratom, der Dottersacktumor (auch endodermaler Sinustumor oder infantiles embryonales Karzinom genannt), das Chorionkarzinom und gemischte Keimzelltumore. Diese Tumoren treten bei Männern häufiger auf, kommen aber auch bei Frauen vor. Sie sind sehr aggressiv und werden gewöhnlich bei jungen Erwachsenen gefunden. Nicht-seminomatöse Keimzelltumore können sich prinzipiell überall entwickeln, treten aber gewöhnlich im Brustraum, Bauchraum oder im Gehirn auf. Die Diagnose (das Entdecken) des Tumors kann schwierig sein. Wenn bei jungen Menschen am Körperstamm große Gewebeknoten auftreten, sollte an einen nicht-seminomatösen Keimzelltumor gedacht werden.
Gutartige extragonadale Keimzelltumore sind oft sehr groß. Sie werden operiert (chirurgische Entfernung des Tumors).
Seminome reagieren sehr empfindlich auf Bestrahlung (Nutzung von Röntgenstrahlen zur Abtötung von Krebszellen). Etwa 60 bis 80 Prozent der Patienten, die eine Bestrahlung erhalten, werden auch danach tumorfrei bleiben. Die Chemotherapie (Nutzung von Medikamenten zum Abtöten von Krebszellen) ist auch sehr wirkungsvoll bei Seminomen. Patienten, die kleine lokalisierte Tumore haben (d.h. der Krebs befindet sich noch in dem Organ, in dem er begonnen hat zu wachsen), werden gewöhnlich zuerst mit Bestrahlung behandelt. Patienten, die große Tumore haben, oder Tumore, die sich ausbreiten (metastasieren), werden mit Chemotherapie behandelt. Diese wird vor allem mit anti-Krebs-Medikamenten durchgeführt, die auf den Wirkstoffen Etoposid und Cisplatin basieren. Einige Patienten werden nach der Behandlung noch Rest-Tumorgewebe haben. Kleine Tumore werden engmaschig kontrolliert. Solange keine Symptome auftreten, oder sich Symptome nicht ändern, werden sie nicht behandelt. Größere Tumore können entweder überwacht werden, oder in einer Operation entfernt werden.
Patienten mit nicht-seminomatösen Tumoren werden eine Chemotherapie erhalten, sobald der Tumor diagnostiziert wurde. Patienten mit nicht-seminomatösen Tumoren haben in der Regel große Tumore, die Symptome verursachen. Eine frühzeitige Operation bei nicht-seminomatösen Tumoren ist selten hilfreich. Für diese Patientengruppe wäre die Teilnahme an einer klinischen Studie in Erwägung zu ziehen. Patienten, die nach einer Chemotherapie noch Rest-Tumorgewebe haben können operiert werden. Patienten mit nicht-seminomatösen extragonadalen Keimzelltumoren, deren Tumor nach einer Chemotherapie wiederaufgetreten ist, können im Rahmen einer klinischen Studie weiterbehandelt werden.
Nicht-seminomatöse Tumore, die im Brustraum auftreten, sind häufiger bei Patienten mit Klinefelter-Syndrom. Diese Patienten haben auch ein erhöhtes Risiko, an Blutkrebs zu erkranken. Die Behandlung ist erfolgreicher bei Patienten, die kleine Tumore haben, welche nicht resistent gegenüber der Chemotherapie sind, und bei Patienten, die nicht ein erhöhtes Risiko haben, eine andere Krebsform zu bekommen.
Patienten mit nicht-seminomatösen Tumoren, die in der Nähe der Nieren auftreten, sprechen in der Regel gut auf die Behandlung an, je nach Größe des Tumors.
Sponsoren:
| Zurück zum
Cancernet
contents overview Zurück zu unserer deutschen CancerNet Homepage Fragen? Schicken Sie uns eine E-Mail! |
der Health On the Net Foundation
|