medNews

Das Dokument "Uterussarkom (Gebärmuttersarkom)" wird Ihnen angeboten durch die Universitätsklinik Bonn

 

Uterussarkom (Gebärmuttersarkom)

208/03371


Hinweis
Beschreibung
Erklärung der Stadien
Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten
Stadium I des Uterussarkoms
Stadium II des Uterussarkoms
Stadium III des Uterussarkoms
Stadium IV des Uterussarkoms
Rezidivierendes Uterussarkom
Übersicht über PDQ

 


Informationen aus dem PDQ für Patienten


Hinweis

Die vorliegenden Angaben beruhen auf Dokumenten des National Cancer Institute der USA. Für die Richtigkeit der in dieser deutschsprachigen Version gemachten Angaben können weder das National Cancer Institute noch die Universität Bonn oder ihre Mitarbeiter eine Garantie übernehmen. Fragen Sie daher in jedem Fall ihren Arzt!

 


BESCHREIBUNG

Was ist ein Uterussarkom (Gebärmuttersarkom)?

Beim Uterussarkom, einer sehr seltenen Krebsform bei Frauen, wachsen (bösartige) Krebszellen in der Muskulatur oder in anderen Geweben der Gebärmutter. Der Uterus ist der birnenförmige Hohlraum, in dem sich ein Kind entwickeln kann. Im Unterschied zum Uterussarkom haben beim Endometriumkarzinom die Krebszellen ihren Ursprung in den Zellen der Innenwand der Gebärmutter (siehe auch im PDQ Dokument zur Patienteninformation bezüglich Endometriumkarzinom den Abschnitt: Behandlung des Endometriumkarzinoms).

Frauen, die mit hochdosierten Röntgenstrahlen im Beckenbereich bestrahlt wurden (externe Strahlentherapie), haben ein höheres Risiko, ein Uterussarkom zu entwickeln.

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn nach der Menopause (Wechseljahre oder später) wieder eine Blutung auftritt, oder wenn außerhalb der normalen Menstruationsblutung Blutungen auftreten. Das Uterussarkom beginnt gewöhnlich nach der Menopause.

Wenn Anzeichen einer Krebserkrankung vorliegen, wird der Arzt bestimmte Untersuchungen durchführen, um den Verdacht zu bestätigen oder zu widerlegen. Gewöhnlich wird zuerst eine gynäkologische Untersuchung des Unterleibs durchgeführt. Bei dieser Untersuchung wird der Arzt die Form der Beckenorgane tasten, und nach Knoten oder Unregelmäßigkeiten suchen. Der Arzt wird dann vielleicht einen Abstrich nehmen (sog. Papanicolaou-Test). Dabei werden durch vorsichtiges Schaben mit einem Läppchen, einem kleinen Holzstäbchen oder einer kleinen Bürste Zellen vom Muttermund (Zervix / die Öffnung der Gebärmutter) und von der Scheidenwand gewonnen. Da das Uterussarkom im Inneren der Gebärmutter entsteht, wird sich diese Krebsform normalerweise nicht in diesem Abstrich zeigen. Der Arzt kann auch eine Dilatation und Kürettage durchführen, bei der der Muttermund gedehnt wird und ein kleines, löffelartig geformtes Instrument in die Gebärmutter eingeführt werden kann. Mit dem Instrument können dann Gewebeproben aus der innen gelegenen Wandschicht der Gebärmutter genommen werden. Dieses Gewebe wird dann unter einem Mikroskop auf Krebszellen hin untersucht.

Die Heilungschancen (Prognose) und die Wahl der Behandlungsmethode hängen ab vom Stadium des Sarkoms (d.h. ob es nur in der Gebärmutter ist, oder ob es sich auf andere Regionen ausgedehnt hat), von der Wachstumsgeschwindigkeit der Krebszellen, und vom allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin.

 


ERKLÄRUNG DER STADIEN

Stadien des Uterussarkoms

Wenn ein Uterussarkom gefunden worden ist, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um festzustellen, ob der Krebs sich von der Gebärmutter aus in andere Körperteile ausgebreitet hat (diese Untersuchungen werden auch Staging genannt). Um eine Therapie festzulegen, muß Ihr Arzt das Stadium Ihrer Erkrankung kennen. Für das Uterussarkom gelten folgende Stadieneinteilungen:

 

Stadium I

Krebs wird nur im Hauptteil des Uterus gefunden (er wird nicht in der Zervix nachgewiesen).

 

Stadium II

Krebszellen haben sich in die Zervix ausgebreitet.

 

Stadium III

Krebszellen haben sich außerhalb des Uterus ausgebreitet, jedoch nicht außerhalb des Beckens.

 

Stadium IV

Die Krebszellen haben sich über das Becken hinaus ausgebreitet, in andere Körperteile, oder in die Wand der Harnblase (das Hohlorgan, welches den Urin speichert) oder des Rektums (Enddarms).

 

Rezidiv

Ein Rezidiv bedeutet, daß der Krebs nach einer Therapie wieder aufgetreten ist (Rückfall).

 


ÜBERBLICK ÜBER DIE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Wie ein Uterussarkom behandelt wird

Es gibt für alle Patientinnen mit Uterussarkom eine Behandlung. Vier Arten der Behandlung kommen in Frage: Die Operation ist die gebräuchlichste Behandlungsmethode bei Uterussarkomen. Der Chirurg wird in der Operation den Krebs entfernen, indem die Gebärmutter, die Eileiter und die Eierstöcke zusammen mit einigen Lymphknoten, die im Becken und um die Aorta herum liegen, entfernt werden (die Aorta ist die Körperhauptschlagader, durch die das Blut vom Herzen in den Körper geleitet wird). Diese Operation wird totale Hysterektomie mit bilateraler Salpingo-Oophorektomie und Lymphadenektomie genannt. (Die Lymphknoten sind kleine bohnenförmige Organe, die im ganzen Körper verteilt vorkommen. Sie produzieren und speichern Zellen, die Infektionen bekämpfen. )

Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlung für die Behandlung des Uterussarkoms kommt gewöhnlich aus einem Gerät außerhalb des Körpers (externe Bestrahlung). Die Bestrahlung kann allein oder zusammen mit einer Operation durchgeführt werden.

Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Die Medikamente für die Chemotherapie können als Tablette eingenommen werden, oder über eine Nadel in eine Vene oder in einen Muskel gespritzt werden. Chemotherapie wird auch "systemische Therapie" genannt, denn die Medikamente gelangen in den Blutkreislauf, wandern durch den Körper und können Krebszellen außerhalb der Zervix zerstören.

Bei der Hormontherapie werden weibliche Hormone benutzt, um die Krebszellen am Wachstum zu hindern. Die Hormone werden gewöhnlich als Tablette eingenommen.

 

Behandlung je nach Stadium

Die Art der Behandlung des Uterussarkoms hängt ab vom Stadium und vom Zelltyp des Krebs und vom Alter und allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin.

Eine Standardtherapie mag in Betracht gezogen werden aufgrund ihrer erwiesenen Wirkung in früheren Studien mit Patienten, oder es wird die Teilnahme an einer klinischen Studie erwogen. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. In den meisten Teilen des Landes laufen klinische Studien zu den meisten Stadien des Uterussarkoms. Wenn Sie mehr über klinische Studien erfahren wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.

 


STADIUM I DES UTERUSSARKOMS

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
1. Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken, sowie einigen Lymphknoten des Beckens und des Bauchraumes (totale Hysterektomie mit bilateraler Salpingo-Oophorektomie und Lymphknotendissektion).
2. Totale Hysterektomie mit bilateraler Salpingo-Oophorektomie und Lymphknotendissektion, gefolgt von einer Bestrahlung des Beckenbereiches.
3. Operation mit anschließender Chemotherapie.
4. Operation mit anschließender Bestrahlung.

 


STADIUM II DES UTERUSSARKOMS

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
1. Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken, sowie einigen Lymphknoten des Beckens und des Bauchraumes (totale Hysterektomie mit bilateraler Salpingo-Oophorektomie und Lymphknotendissektion).
2. Totale Hysterektomie mit bilateraler Salpingo-Oophorektomie und Lymphknotendissektion, gefolgt von einer Bestrahlung des Beckenbereiches.
3. Operation mit anschließender Chemotherapie.
4. Operation mit anschließender Bestrahlung.

 


STADIUM III DES UTERUSSARKOMS

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
1. Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken, sowie einigen Lymphknoten des Beckens und des Bauchraumes (totale Hysterektomie mit bilateraler Salpingo-Oophorektomie und Lymphknotendissektion). Der Chirurg wird versuchen, soviel wie möglich von dem Krebsgewebe, das sich in die nahegelegenen Gewebe ausgebreitet hat, zu entfernen.
2. Totale Hysterektomie mit bilateraler Salpingo-Oophorektomie und Lymphknotendissektion, gefolgt von einer Bestrahlung des Beckenbereiches.
3. Operation mit anschließender Chemotherapie.

 


STADIUM IV DES UTERUSSARKOMS

Die Behandlung findet gewöhnlich im Rahmen einer klinischen Studie über den Einsatz von Chemotherapie statt.

 


REZIDIVIERENDES UTERUSSARKOM

Wenn der Krebs wiederaufgetreten ist (Rezidiv), kann die Behandlung eine der folgenden sein:
1. Teilnahme an einer klinischen Studie zu Chemotherapie oder Hormontherapie.
2. Externe Bestrahlung, um Symptome wie Schmerzen, Übelkeit oder Darmfunktionsstörungen zu lindern.

 


ÜBERSICHT ÜBER PDQ

PDQ ist eine umfassenede Krebsdatenbank. Sie ist verfügbar unter www.meb.uni-bonn.de/cancernet.

PDQ ist das umfassende Informationssystem des National Cancer Institute´´´´s der USA (NCI) über Krebs. PDQ ist fast vollständig unter "Http: //www.meb.uni-bonn.de/cancernet/" verfügbar. PDQ ist ein Service des NCI. Das NCI ist ein Teil des National Institutes of Health in the USA, eine Bundeseinrichtung für Biomedizinische Forschnung.

PDQ enthält Zusammenfassungen zum Thema Krebs.

Die PDQ (Physicians Data Query) Datenbank enthält aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, Genetische Informationen, die Behandlung, unterstützende Maßnahmen und alternative Therapiemöglichkeiten. Die meisten Dokumente sind in zwei Versionen verfügbar. Eine Version für Ärzte, die in medizinischer Fachsprache geschrieben ist, und ausführliche Fachinformationen enthält. Eine Version für Patienten, die in Laiensprache verfasst und einfach zu verstehen ist. Beide Versionen enthalten aktuelle und detaillierte Informationen zum Thema Krebs.

PDQ Krebsinformationen werden von Fachleuten entwickelt und regelmäßig aktualisiert.

Die Autoren sind Spezialisten auf dem Gebiet Krebs und angrenzenden Gebieten. Sie sind für die Erstellung und Aktualisierung verantwortlich. PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.

PDQ enthält auch Informationen über Klinische Studien.

Bevor eine Behandlung begonnen wird, sollte die Möglichkeit einer Teilnahme an einer Klinischen Studie mit dem Patienten besprochen werden. Klinische Studien sollen helfen, Fragen bezüglich einer Therapieverbesserung zu beantworten. Der Inhalt der Klinischen Studien basiert auf den Ergebnissen von vorangegangenen Studien und Erkenntnissen aus den Labors. Jede Klinische Studie beantwortet wissenschaftliche Fragen zur Verbesserung der Krebstherapie. Während einer Klinschen Studie werden Informationen über die Behandlung, die Nebenwirkungen, die Risiken und den Behandlungserfolg gesammelt. Zeigt eine Klinische Studie, daß die getestete Behandlung besser ist als die alte, wird die neue Behandlung für alle Patienten übernommen.

Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Beschreigungen der Klinischen Studien sind sowohl für Ärzte als auch für Patienten erhältlich. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet. Wenn Sie mehr über klinische Studien wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.

 


Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: (0049) (0)62 21 41 01 21 oder Fax: (0049) (0)62 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe": Tel.: (0043) (0)1 796 64 50-15 oder Fax: (0043) (0)1 796 64 50-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga", Tel.: 0800 55 88 38 (Http: //www.swisscancer.ch/). Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
Datum der letzten Aktualisierung: 02/2002

Übersetzung: Dr. G. Quade, T. Ellinger, B. Burde, CaNetTransTool by B.Burde, IMBIE, Universitätsklinik Bonn(Germany)

<A HREF ="cancernet.ram">Play clip using the stand-alone RealPlayer!</A><A HREF ="http://www.real.com/products/player/d1.html">Click here to download the latest RealPlayer!</A> Interview im Deutschlandfunk <A HREF ="CancernetDSL.ram">Play clip using the stand-alone RealPlayer!</A><A HREF ="http://www.real.com/products/player/d1.html">Click here to download the latest RealPlayer!</A> small video clip about our work

Sponsoren:

Zurück zum Cancernet contents overview
Zurück zu unserer deutschen CancerNet Homepage

Fragen? Schicken Sie uns eine E-Mail!

Wir befolgen die HONcode Prinzipien der Health On the Net Foundation Wir befolgen die HONcode Prinzipien
der Health On the Net Foundation


Dr. G. Quade
Diese Seite wurde zuletzt geändert am Tuesday, 22-Nov-2005 10:37:11 CET
Impressum