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Karzinom bei unbekanntem Primärtumor (Carcinoma of unknown primary (CUP))

208/03331


Hinweis
Beschreibung
Erklärung der Stadien
Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten
Neu Diagnostiziertes Karzinom bei Unbekanntem Primärtumor
Rezidivierendes Karzinom bei Unbekanntem Primärtumor
Übersicht über PDQ


Informationen aus dem PDQ für Patienten


Hinweis

Die vorliegenden Angaben beruhen auf Dokumenten des National Cancer Institute der USA. Für die Richtigkeit der in dieser deutschsprachigen Version gemachten Angaben können weder das National Cancer Institute noch die Universität Bonn oder ihre Mitarbeiter eine Garantie übernehmen. Fragen Sie daher in jedem Fall ihren Arzt!


BESCHREIBUNG

Was ist ein Karzinom bei unbekanntem Primärtumor?

Beim "carcinoma of unknown primary (CUP / Karzinom bei unbekanntem Primärtumor)" handelt es sich um eine Erkrankung, bei der (bösartige) Krebszellen irgendwo im Körper gefunden werden, ohne daß festgestellt werden kann, von welcher Stelle (von welchem Organ) dieser Krebs ausgeht (d.h. der Primärtumor ist unbekannt). Dieses trifft bei etwa 2 bis 4 Prozent aller Krebspatienten zu.

Tatsächlich ist der Begriff "CUP" ein Oberbegriff für viele verschiedene Krebsarten, denen gemeinsam ist, daß man sie (erst) in dem Organ oder Gewebe gefunden hat, in das sie sich von ihrem Ursprung an einer anderen Stelle des Körpers aus ausgebreitet haben. Diese Karzinome sind also Metastasen (Tochtergeschwulste) eines unentdeckten und aktuell nicht auffindbaren Primärtumors (Ursprungstumors). Da es somit viele unterschiedliche Krebsarten sein können, die lediglich unter dem Oberbegriff "CUP" zusammengefaßt werden, sind Heilungschancen (Prognose) und Behandlungsart für jeden Patienten anders, je nachdem welche Krebsart bei ihm tatsächlich vorliegt.

Wenn ein Verdacht auf CUP besteht, wird der Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen, darunter vielleicht auch eine Biopsie. Das bedeutet, daß ein kleines Gewebestück aus dem Tumor entnommen und unter dem Mikroskop untersucht wird. Der Arzt wird vielleicht auch eine eingehende Vorgeschichte des Patienten (Anamnese) erheben, körperliche Untersuchungen durchführen, sowie Röntgenuntersuchungen des Brustraums, Blut-, Urin- und Stuhluntersuchungen anordnen. Krebs kann "CUP" genannt werden, wenn der Arzt aus den Untersuchungsergebnissen nicht erkennen kann, an welcher Stelle im Körper der Krebs begonnen hat.

Manchmal kann das für einige Krebsformen typische Ausbreitungsmuster (Metastasierungsmuster) einen Anhalt für die Ursprungsstelle geben. So sind z.B. Lungenmetastasen häufiger, wenn der Krebs oberhalb des Zwerchfells begonnen hat (das Zwerchfell ist der dünne Muskel unter der Lunge, der für den Atemvorgang wichtig ist). In den meisten großen Studien konnte gezeigt werden, daß letztlich ein "CUP" häufig von der Lunge oder Bauchspeicheldrüse ausgegangen war. Weniger häufig waren Dickdarm, Enddarm (Rektum), Brust oder Prostata (Vorsteherdrüse) Ursprungsorte für ein "CUP".

Ein wichtiger Teil der Suche nach dem Ursprungsort des Krebs ist die Untersuchung der Krebszellen unter dem Mikroskop (sog. Histologie). Um den Ursprungsort herauszufinden und um die beste Behandlungsform auswählen zu können, werden möglicherweise eine ganze Reihe von Spezialuntersuchungen durchgeführt.


ERKLÄRUNG DER STADIEN

Stadien eines Karzinom bei unbekanntem Primärtumor

Wenn die Diagnose Krebs gestellt wurde, werden gewöhnlich weitere Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, ob sich die Krebszellen in andere Körperteile ausgedehnt haben. Dies nennt man Stadieneinteilung. Die Zahl und Art der Untersuchungen kann jedoch bei jedem Patienten mit einem "CUP" anders sein. Die Behandlungsmöglichkeiten, die hier vorgestellt werden, sind unterteilt in solche bei gerade neu entdecktem Krebs (neu diagnostiziert) oder solche bei Krebs, der nach einer Behandlung wiederaufgetreten ist (rezidivierendes CUP).

Die Art der Behandlung hängt auch davon ab, wo der Krebs gefunden wurde oder wie er unter dem Mikroskop aussieht. Es kann sein, daß der Krebs in eine der folgenden Gruppen paßt:


ÜBERBLICK ÜBER DIE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Wie ein "Karzimom bei unbekanntem Primärtumor" behandelt wird

Es werden viele verschiedene Behandlungsformen, entweder alleine oder in Kombination, benutzt, um ein "CUP" zu behandeln. Einige der gebräuchlichen Behandlungsformen sind: Die Operation ist eine verbreitete Behandlungsform für ein "CUP". Ein Chirurg kann den Krebs zusammen mit umgebendem gesunden Gewebe entfernen. Verschiedene Operationen werden benutzt, abhängig davon, wo der Krebs gefunden wurde. Wenn der Krebs sich in Lymphknoten ausgebreitet hat, können diese entfernt werden (Lymphknotendissektion). Wenn die beteiligten Lymphknoten sich in der Leiste befinden, wird diese Operation oberflächliche Leistendissektion genannt. Wenn der Krebs sich in Lymphknoten ausgebreitet hat und auch in das umgebende Gewebe hineinwächst, muß der Chirurg vielleicht einen größeren Teil des umliegenden Gewebes entfernen. Wenn Muskeln, Nerven und andere Gewebe des Halses und Nackens entfernt werden, wird dies radikale neck dissection ("Halsausräumung") genannt.

Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Bestrahlung kann allein oder vor oder nach einer Operation durchgeführt werden.

Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Die Medikamente für die Chemotherapie können geschluckt werden, oder über eine Nadel in eine Vene oder einen Muskel gespritzt werden. Chemotherapie wird auch "Systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahnen im ganzen Körpers verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können. Die Chemotherapie kann alleine oder nach einer Operation eingesetzt werden. Eine Therapie, die nach einer Operation verabreicht wird, bei der keine Krebszellen sichtbar zurückgelassen wurden, nennt man "adjuvante" (unterstützende) Therapie.

Die Hormontherapie wird benutzt, um die Hormone im Körper, die den Krebszellen beim Wachsen helfen, zu "entschärfen". Dies kann erreicht werden, indem Medikamente benutzt werden, die die Wirkungsweise der Hormone verändern, oder indem in einer Operation die hormonproduzierenden Organe, wie z.B. die Hoden (Orchiektomie), entfernt werden.

Behandlung je nach Stadium

Die Behandlung eines "CUP" hängt von dem vermuteten Ursprungsort des Tumors, dem Aussehen der Krebszellen unter dem Mikroskop und anderen Faktoren ab. Eine Operation und weitere Untersuchungen können durchgeführt werden, um herauszufinden, wo der Krebs begonnen hat.

Eine Standardtherapie mag in Betracht gezogen werden aufgrund ihrer erwiesenen Wirkung in früheren Studien mit Patienten, oder es wird die Teilnahme an einer klinischen Studie erwogen. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. In den meisten Teilen des Landes laufen klinische Studien zu "CUP". Wenn Sie mehr über klinische Studien erfahren wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.


NEU DIAGNOSTIZIERTES KARZINOM BEI UNBEKANNTEM PRIMÄRTUMOR

Wenn Krebs in der Hals-/Nackenregion (zervikale Lymphknoten) gefunden wurde, kann eines der folgenden Behandlungsverfahren eingesetzt werden:
1. eine Operation, in der die Mandeln (Tonsillen) entfernt werden (Tonsillektomie).
2. Strahlentherapie.
3. Bestrahlung gefolgt von einer Operation.
4. Operation im Hals-/Nackenbereich (radikale neck dissection).
5. Operation im Hals-/Nackenbereich, gefolgt von einer Bestrahlung.

(Für weitere Information sehen Sie bitte bei der PDQ-Patienteninformation über die Behandlung von Metastasen eines Plattenepithelkarzinoms ohne bekannten Primärtumor nach. )

Wenn der Krebs ein wenig differenziertes Karzinom ist (d.h. die Krebszellen unterscheiden sich deutlich von normalen Zellen), wird die Behandlung wahrscheinlich eine Chemotherapie sein. Bei Patienten mit neuroendokrinen Krebserkrankungen (Krebs des Nerven- und Hormonsystems) sind ebenfalls Operation und Bestrahlung durchgeführt worden.

Wenn es sich um eine Peritonealkarzinose handelt (der Krebs wächst auf der Innenschicht des Bauchfells), wird die Behandlung wahrscheinlich eine Chemotherapie sein.

Wenn eine isolierte axilläre Lymphknotenmetastase als einzelner Krebsherd gefunden wurde, ist es wahrscheinlich, daß der Krebs in der Lunge oder Brust seinen Ursprung hat. Bei einer Frau wird eine Mammographie (eine Röntgenaufnahme der Brust) zur Untersuchung auf Brustkrebs durchgeführt. Nach den Untersuchungen auf Lungen- und Brustkrebs kann die Behandlung eine der folgenden sein:

1. Eine Operation, in der die Lymphknoten entfernt werden, mit oder ohne Entfernung der Brust (Mastektomie) oder Bestrahlung der Brust.
2. Behandlung wie oben beschrieben mit zusätzlicher Chemotherapie wie bei Brustkrebs.

Wenn Krebs in den Leistenlymphknoten gefunden wurde, kann die Behandlung eine der folgenden sein:
1. Operation, um den Tumor zu entfernen.
2. Leistenoperation (oberflächliche inguinale Lymphknotendissektion)
3. Eine Operation in der etwas Tumorgewebe entfernt wird (Biopsie) mit oder ohne Bestrahlung, eine Operation in der Lymphknoten entfernt werden oder Chemotherapie.

Wenn der Krebs ein Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist, das sich in eine einzige Lymphknotenregion ausgebreitet hat, wird die Behandlung wahrscheinlich eine operative Entfernung der Lymphknoten sein.

Wenn Krebs in verschiedenen Regionen des Körpers vorliegt und der Arzt annimmt, daß es für den ursprünglichen Krebs eine Standardtherapie gibt, dann sollte diese Therapie durchgeführt werden. Hierfür einige Beispiele:

1. Hormontherapie bei Prostatakarzinom.
2. Chemotherapie oder Hormontherapie bei Brustkrebs.
3. Chemotherapie bei Karzinom des Ovars (Eierstocks).

Wenn der Ursprung des Krebs nicht gefunden werden kann, kann man nicht wissen, welche Behandlung die beste ist. Die Patienten könnten die Teilnahme an einer klinischen Studie in Erwägung ziehen.


REZIDIVIERENDES KARZINOM BEI UNBEKANNTEM PRIMÄRTUMOR

Die Therapie des rezidivierenden CUP hängt ab vom Typ des Krebs, von der zuvor verabreichten Therapie, vom Körperteil, in dem der Krebs wiederaufgetreten ist, und von anderen Faktoren. Der Patient könnte die Teilnahme an einer klinischen Studie in Erwägung ziehen.


ÜBERSICHT ÜBER PDQ

PDQ ist eine umfassenede Krebsdatenbank. Sie ist verfügbar unter www.meb.uni-bonn.de/cancernet.

PDQ ist das umfassende Informationssystem des National Cancer Institute´´´´s der USA (NCI) über Krebs. PDQ ist fast vollständig unter "Http: //www.meb.uni-bonn.de/cancernet/" verfügbar. PDQ ist ein Service des NCI. Das NCI ist ein Teil des National Institutes of Health in the USA, eine Bundeseinrichtung für Biomedizinische Forschnung.

PDQ enthält Zusammenfassungen zum Thema Krebs.

Die PDQ (Physicians Data Query) Datenbank enthält aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, Genetische Informationen, die Behandlung, unterstützende Maßnahmen und alternative Therapiemöglichkeiten. Die meisten Dokumente sind in zwei Versionen verfügbar. Eine Version für Ärzte, die in medizinischer Fachsprache geschrieben ist, und ausführliche Fachinformationen enthält. Eine Version für Patienten, die in Laiensprache verfasst und einfach zu verstehen ist. Beide Versionen enthalten aktuelle und detaillierte Informationen zum Thema Krebs.

PDQ Krebsinformationen werden von Fachleuten entwickelt und regelmäßig aktualisiert.

Die Autoren sind Spezialisten auf dem Gebiet Krebs und angrenzenden Gebieten. Sie sind für die Erstellung und Aktualisierung verantwortlich. PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.

PDQ enthält auch Informationen über Klinische Studien.

Bevor eine Behandlung begonnen wird, sollte die Möglichkeit einer Teilnahme an einer Klinischen Studie mit dem Patienten besprochen werden. Klinische Studien sollen helfen, Fragen bezüglich einer Therapieverbesserung zu beantworten. Der Inhalt der Klinischen Studien basiert auf den Ergebnissen von vorangegangenen Studien und Erkenntnissen aus den Labors. Jede Klinische Studie beantwortet wissenschaftliche Fragen zur Verbesserung der Krebstherapie. Während einer Klinschen Studie werden Informationen über die Behandlung, die Nebenwirkungen, die Risiken und den Behandlungserfolg gesammelt. Zeigt eine Klinische Studie, daß die getestete Behandlung besser ist als die alte, wird die neue Behandlung für alle Patienten übernommen.

Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Beschreigungen der Klinischen Studien sind sowohl für Ärzte als auch für Patienten erhältlich. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet. Wenn Sie mehr über klinische Studien wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.


Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: (0049) (0)62 21 41 01 21 oder Fax: (0049) (0)62 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe": Tel.: (0043) (0)1 796 64 50-15 oder Fax: (0043) (0)1 796 64 50-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga", Tel.: 0800 55 88 38 (Http: //www.swisscancer.ch/). Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
Datum der letzten Aktualisierung: 02/2002

Übersetzung: Dr. G. Quade, T. Ellinger, B. Burde, CaNetTransTool by B.Burde, IMBIE, Universitätsklinik Bonn(Germany)

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Dr. G. Quade
Diese Seite wurde zuletzt geändert am Sunday, 02-Nov-2003 16:09:58 CET
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