Die Weichteilsarkome sind bei Kindern und Heranwachsenden selten. Wenn ein Patient die Symptome eines Weichteilsarkoms hat, kann der Arzt Röntgenuntersuchungen und andere Untersuchungen anordnen. Der Arzt kann auch ein kleines Gewebsstück entnehmen und es unter dem Mikroskop untersuchen lassen, um zu sehen, ob es Krebszellen enthält. Dieser Vorgang wird Biopsie genannt.
Es gibt verschiedene Arten von Weichteilsarkomen, abhängig davon, in welcher Art Weichteile der Krebs entstanden ist. Die häufigste Weichteilsarkom-Art bei Kindern ist das Rhabdomyosarkom. Es entsteht in Muskeln, die Knochen umgeben und kann überall im Körper beginnen. (Für weitere Information sehen Sie bitte bei der PDQ-Patienteninformation über die Behandlung des Rhabdomyosarkoms beim Kind nach. ) (Für weitere Information sehen Sie bitte bei der PDQ-Patienteninformation über die Behandlung des Weichteilsarkoms bei Erwachsenen nach. ) Weichteilsarkome bei Kindern betreffen die glatte Muskulatur, Bindegewebe, Blut- und Lymphgefäße, sowie das periphere Nervensystem.
Weichteilsarkome können an jeder Stelle des Körpers vorkommen, bei jungen Patienten werden sie meistens an Rumpf, Armen und Beinen gefunden. Das erste Symptom ist meist eine solider tastbarer Tumor. Wenn der Tumor andere Körperfunktionen beieinflusst, können andere Symptome vorkommen. Weichteilsarkome führen selten zu Fieber, Nachtschweiss oder Körpergewichtsverlust.
Weichteilsarkome entwickeln sich häufiger bei Patienten mit bestimmten genetischen Erkrankungen z.B. Li-Fraumeni-Syndrom, nach Strahlentherapie oder bei einer EBV+HIV-Infektion.
Weichteilsarkome werden nach dem Gewebe benannt welchem sie ähneln. Es gibt unter anderem folgene Typen von Weichteilsarkomen:
Tumoren des Bindegewebes:
Es gibt verschiedene Systeme der Stadieneinteilung für Weichteilsarkome bei Kindern, aber keine erfasst alle Typen. Die Behandlungsmöglichkeiten, die in diesem Dokument besprochen werden, richten sich entweder danach, ob der Krebs sich ausgebreitet hat (metastasiert hat), oder nach der Tumormenge, die nach einer Operation noch im Körper zurückgeblieben ist. Es gibt 3 große Stadien bei Weichteilsarkomen: ohne Metastasen, mit Metastasen und Rezidive.
Die Strahlentherapie nutzt hochenergetische Strahlen, um Krebszellen abzutöten und den Tumor zu verkleinern. Eine Bestrahlung kann vor oder nach der Operation erfolgen (z.B. wenn der Tumor nicht komplett entfernt werden konnte). Die Strahlen können von einer Maschine außerhalb des Körpers (externe Strahlentherapie) kommen oder von radioaktiv strahlendem Material (Radioisotope), das durch kleine Plastikröhrchen in den Bereich eingeführt wird (innere Bestrahlungstherapie), in dem Krebszellen gefunden wurden.
Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Die Medikamente für die Chemotherapie können als Tablette geschluckt werden, oder dem Körper über eine Nadel in eine Vene oder einen Muskel verabreicht werden. Chemotherapie wird auch "Systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahnen im ganzen Körpers verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können.
Der Patient kann eine Therapie erhalten, die aufgrund der erwiesenen Wirkung in vergangenen Studien mit Patienten als Standardtherapie gilt, oder der Arzt kann seinem Patienten zur Teilnahme an einer klinischen Studie raten. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Aus diesen Gründen gibt es klinische Studien um neue Behandlungsarten zu testen und um bessere Behandlungen für Krebspatienten zu finden. Wenn Sie mehr über klinische Studien über Weichtelsarkome wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Wenn Ihr Kind ein Firbrosarkom, Hämangiopercytom, einen Desmoid Tumor oder ein malignes histiocytäres angiomatöses Fibrom hat, kann die Therapie eine der folgenden sein:
Wenn Ihr Kind einen Desmoid-Tumor hat, kann die Therapie eine der folgenden sein:
Wenn Ihr Kind ein alveoläres Weichteilsarkom hat, kann die Behandlung eine der folgenden sein:
Klinische Studien untersuchen die Effektivität verschiedener Kombinationen von Chemotherapeutika und Zell-Stimmulation an Patienten die nicht operiert wurden, oder die ein Rezidiv entwickelt haben.
Um die Aktualität sicherzustellen, werden die Informationen im PDQ jeden Monat durch Experten für die Behandlung bei Krebs, die Vorbeugung, Vorsorgeuntersuchungen (Screening) und unterstützende Maßnahmen überprüft und aktualisiert. PDQ liefert auch Informationen über die Erforschung neuer Behandlungsmethoden (klinische Studien), die Adressen von Ärzten, die Krebsbehandlungen durchführen, und Krankenhäusern mit speziellen Behandlungsprogrammen für Krebspatienten. Die Behandlungshinweise in dieser Übersicht basieren auf den Übersichtsinformationen für Ärzte im PDQ bezüglich dieser Krebserkrankung.
Sie können das PDQ nutzen, um mehr über die aktuelle Therapie verschiedener Krebserkrankungen zu erfahren. Es ist sinnvoll die Informationen aus diesem Text mit dem behandelnden Arzt ihres Kindes durchzusprechen, weil dieser die Situation ihres Kindes genau kennt.
In Deutschland werden Kinder mit einer bösartigen Erkrankung im Rahmen von kontrollierten multizentrischen Studien behandelt. Für jedes einzelne Krankheitsbild gibt es eine Studienzentrale mit einer Studienleitung. Dort werden die Behandlungsdaten aller Patienten gesammelt und ausgewertet, damit neue Erkenntnisse schnell allen Patienten zugute kommen können. Durch die relativ große Fallzahl wird es möglich, verschiedene Behandlungsverfahren miteinander zu vergleichen oder unerwünschte Nebenwirkungen der Behandlung besser zu dokumentieren. PDQ liefert Informationen über klinische Studien. Eine klinische Studie ist ein Forschungsprojekt, in dem versucht wird, gegenwärtige Behandlungsmethoden zu verbessern, oder neue Behandlungen für Menschen mit Krebserkrankungen zu finden. Klinische Studien basieren auf den Ergebnissen bereits durchgeführter Studien sowie neuen Erkenntnissen aus dem Forschungslabor. Jede Studie beantwortet spezielle wissenschaftliche Fragestellungen, um neue und bessere Wege zu finden, den Patienten mit Krebsleiden zu helfen. Im Laufe der klinischen Studien werden Informationen über neue Behandlungsmethoden, ihren Risiken und ihrer Wirksamkeit oder auch Unwirksamkeit gesammelt. Wenn eine klinische Studie zeigt, daß eine neue Behandlungsmethode besser ist als die Methode, die gegenwärtig als "Standardmethode" eingesetzt wird, kann diese neue Methode zur "Standardmethode" werden. Auf der Basis aktueller Erkenntnisse erstellt die Studienleitung einen Behandlungsplan (Therapieprotokoll) für das jeweilige Krankheitsbild, der für verschiedene Stadien und Risikogruppen unterschiedliche Vorgehensweisen vorsieht. Danach richten sich in Deutschland alle anerkannten Behandlungszentren für krebskranke Kinder. Die Studienleitung informiert auch in besonders schwierigen Einzelfällen, zum Beispiel bei Nichtansprechen auf die Behandlung, über eventuell mögliche andere oder ganz neue Verfahren. Sie finden die Adressen der deutschen Studienleitungen sowie weitere Informationen auf den Seiten der GPOH (Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie). Http: //www.gpoh.de/Therapieoptimierung.html Informationen rund um das Thema Krebs im Kindesalter erhalten Sie telefonisch bei der Deutschen Kinderkrebsstiftung in Bonn (Http: //www.kinderkrebsstiftung.de/), Tel.: +49 (0)228 - 91394-30 , Fax -33. In Österreich rufen Sie die Kinder-Krebs-Hilfe in Wien an: Tel.: +43-1-402 8890, Fax: +43-1-405-1020. In der Schweiz wenden Sie sich bitte an die Schweizerische Interessengemeinschaft für Krebskranke Kinder in Flumenthal, Tel.: +41-32-637-3085, Fax: +41-32-637-0367.
Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet.
Anfragen zu klinischen Studien bei Erwachsenen richten Sie bitte an die Deutsche Krebsgesellschaft, Tel: 069 630096-0 in Frankfurt. Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: 062 21 41 01 21 oder Fax: 062 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe" (Http: //www.krebshilfe.or.at/kontakte/landesorganisationen.html), Tel.: 01 796 6450-15 oder Fax: 01 796 6450-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga" (Http: //www.swisscancer.ch/deutsch/content/violett/beratunginfo_beratungsstellen.html), Tel.: 0800 55 88 38 an. Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zu Thema Krebs beantworten.
PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.
Übersetzung: Dr. G. Quade, T. Ellinger, B. Burde, CaNetTransTool by B.Burde,
IMBIE, Universitätsklinik Bonn(Germany)
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