Bei folgenden Problemen sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen: Blutung oder Ausfluß, die nicht in Zusammenhang mit der Periode (Menstruation) stehen, Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Wasserlassen und Schmerzen im Beckenbereich.
Ein Endometriumkarzinom wurde bei einigen wenigen Patientinnen mit Brustkrebs gefunden, die mit dem Hormonpräparat Tamoxifen behandelt wurden. Falls Sie dieses Hormon einnehmen, sollten Sie Ihren Arzt jährlich zu einer Unterleibsuntersuchung aufsuchen und ihn über jede Vaginalblutung außerhalb der Menstruation schnellstens unterrichten.
Ihr Arzt, der verschiedene Untersuchungen durchführen kann, um festzustellen, ob Sie Krebs haben, beginnt gewöhnlich mit einer inneren Unterleibsuntersuchung. Bei der Untersuchung tastet Ihr Arzt nach Knoten oder Veränderungen der Form des Uterus. Dann macht er einen Abstrich, indem er mittels eines Tuches, Pinsels oder eines kleinen Holzstäbchens behutsam an der Zervixoberfläche entlangstreicht, um Zellen abzustreifen.
Da Krebs des Endometriums im Uterus seinen Anfang nimmt, wird er bei einem Abstrich normalerweise nicht entdeckt. Aus diesem Grund führt Ihr Arzt möglicherweise eine Erweiterung des Uterus und eine Kürettage oder eine vergleichbare Untersuchung durch, um Stücke von der Oberfläche des Uterus zu gewinnen. Bei der Kürettage wird die Öffnung der Zervix (Gebärmutterhals) mit einem löffelähnlichen Instrument geweitet und die Oberfläche des Uterus vorsichtig ausgekratzt, um alle Verdickungen abzutragen. Dieses Gewebe wird dann auf Krebszellen untersucht.
Ihre Aussicht auf Heilung (Prognose) und die Wahl der Behandlungsmethode hängen vom Stadium Ihrer Krebserkrankung (ob sie nur auf das Endometrium beschränkt ist oder auf andere Abschnitte des Uterus oder andere Körperregionen übergegriffen hat) und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Die Aussicht auf Heilung hängt auch vom Aussehen der Zellen unter dem Mikroskop ab. Im Frühstadium hängt die Prognose auch davon ab, ob weibliche Hormone (Progesteron) das Krebswachstum beeinflussen.
"Totale abdominelle Hysterektomie" und "beidseitige Salpingoophorektomie": der Uterus, die Eileiter und Eierstöcke werden durch einen Schnitt in Ihrem Bauchbereich entfernt. Die Lymphknoten im Becken werden möglicherweise mit entfernt (Lympknotendissektion). Lymphknoten sind kleine bohnenförmige Strukturen, die überall im Körper vorkommen. Sie produzieren und speichern Zellen, die Infektionen bekämpfen. )
"Radikale Hysterektomie": Zervix, Uterus, Eileiter, Eierstöcke und ein Teil der Vagina werden entfernt. Regionale Lymphknoten können auch entfernt werden.
Bei der Bestrahlung werden Röntgenstrahlen angewendet, die die Krebszellen abtöten und die Tumore verkleinern. Die Strahlen können von einer Maschine außerhalb des Körpers (äußere Strahlentherapie) kommen oder von radioaktiv strahlendem Material (Radioisotope), das durch kleine Plastikröhrchen in den Bereich eingeführt wird (innere Bestrahlungstherapie), in dem Krebszellen gefunden werden. Die Bestrahlung kann allein oder vor oder nach einer Operation durchgeführt werden.
Die Chemotherapie setzt Medikamente zur Abtötung der Krebszellen ein. Chemotherapie kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper direkt über eine Vene zugeführt. Chemotherapie wird auch "systemische Therapie" genannt, denn die Medikamente gelangen in den Blutkreislauf, wandern durch den Körper und können Krebszellen außerhalb der Zervix zerstören.
Hormontherapie ist die Nutzung von Hormonen, gewöhnlich in Tablettenform eingenommen, um Krebszellen abzutöten.
Sie erhalten eventuell eine Therapie, die auf Grund ihrer Wirksamkeit bei zahlreichen Patienten in vorausgegangenen Studien als Standard bezeichnet wird, oder Sie entschließen sich zur Teilnahme an einer klinischen Studie. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. Klinische Studien werden für die meisten Stadien des Endometriumkarzinoms durchgeführt. Wenn Sie mehr über klinische Studien erfahren wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Um die Aktualität sicherzustellen, werden die Informationen im PDQ jeden Monat durch Experten für die Behandlung bei Krebs, die Vorbeugung, Vorsorgeuntersuchungen (Screening) und unterstützende Maßnahmen überprüft und aktualisiert. PDQ liefert auch Informationen über die Erforschung neuer Behandlungsmethoden (klinische Studien), die Adressen von Ärzten, die Krebsbehandlungen durchführen, und Krankenhäusern mit speziellen Behandlungsprogrammen für Krebspatienten. Die Behandlungshinweise in dieser Übersicht basieren auf den Übersichtsinformationen für Ärzte im PDQ bezüglich dieser Krebserkrankung.
Sie sollten vor Beginn der Therapie über die Teilnahme an einer klinischen Studie nachdenken. PDQ kann genutzt werden, um mehr über diese Studien zu erfahren. Eine klinische Studie ist ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, die momentan praktizierten Behandlungsmethoden zu verbessern oder die Resultate von neuen Behandlungsmethoden für Krebspatienten zu erhalten. Klinische Studien basieren auf den Ergebnissen bereits durchgeführter Studien sowie neuen Erkenntnissen aus dem Forschungslabor. Jede Studie beantwortet bestimmte wissenschaftliche Fragen, um neue, bessere Wege der Krebsbehandlung zu finden. Es werden Informationen über neue Behandlungsmethoden, ihre Risiken und ihre mehr oder weniger gute Wirkung gesammelt. Wenn eine klinische Studie zeigt, daß eine neue Therapie besser als die zur Zeit als ''Standard'' eingesetzte ist, kann die neue Behandlungsmethode zur "Standardtherapie" werden. Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet.
Anfragen zu klinischen Studien richten Sie bitte an die Deutsche Krebsgesellschaft, Tel: 069 630096-0 in Frankfurt. Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: 062 21 41 01 21 oder Fax: 062 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe" (Http: //www.krebshilfe.or.at/kontakte/landesorganisationen.html), Tel.: 01 796 6450-15 oder Fax: 01 796 6450-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga" (Http: //www.swisscancer.ch/deutsch/content/violett/beratunginfo_beratungsstellen.html), Tel.: 0800 55 88 38 an. Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.
Übersetzung: Dr. G. Quade, S. Schnaittacher, B. Burde,
Anna-Katharina Littmeyer M.A., CaNetTransTool by B.Burde, IMBIE,
Universitätsklinik Bonn(Germany)
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