Das Dokument "Hoden-Krebs"
wird Ihnen angeboten durch die
Universitätsklinik Bonn
Hoden-Krebs
208/01121
- Hinweis
- Beschreibung
- Erklärung der Stadien
- Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten
- Stadium I des Hoden-krebs
- Stadium II des Hoden-krebs
- Stadium III des Hoden-krebs
- Rezidiviernder Hoden-krebs
- Übersicht über PDQ
Informationen aus dem PDQ für Patienten
Die vorliegenden Angaben beruhen auf Dokumenten des National Cancer
Institute der USA. Für die Richtigkeit der in dieser deutschsprachigen
Version gemachten Angaben können weder das National Cancer Institute
noch die Universität Bonn oder ihre Mitarbeiter eine Garantie übernehmen.
Fragen Sie daher in jedem Fall ihren Arzt!
Hoden-Krebs ist eine seltene Krebserkrankung, bei der (bösartige) Krebszellen im Gewebe eines oder beider Hoden gefunden wird. Die Hoden produzieren die männlichen Samenzellen (Spermien) und männliche Hormone. Die beiden Hoden sind im Hodensack (= Skrotum, ein Hautbeutel, der sich direkt unter dem Penis befindet). Die Hoden entsprechen den Eierstöcken (= Ovarien, kleine taschenförmige Organe im Körper, in denen sich die Eizellen befinden) der Frau.
Hoden-Krebs ist der am meisten verbreitete Krebs bei Männern zwischen 15 und 35 Jahren. Männer, bei denen ein Hoden nicht in den Hodensack gewandert ist und im Bauchraum verblieben ist, haben ein höheres Krebsrisiko als solche Männer, deren Hoden in den Hodensack gewandert sind. Selbst eine operative Verbringung eines Hodens in den Hodensack vermindert dieses Risiko nicht.
Sollten irgendwelche Schwellungen am Hodensack auftreten, so muß der Arzt sie untersuchen. Er wird die Hoden nach Knoten abtasten. Scheinen die Hoden nicht normal zu sein, wird der Arzt eine Ultraschalluntersuchung vornehmen, wobei mittels Schallwellen ein Bild vom Inneren des Hodens erzeugt wird. Es kann sein, daß der Arzt einen Hoden entfernt und ihn mikroskopisch auf Krebszellen untersucht. Es ist von größter Wichtigkeit, daß dies besonders sorgfältig durchgeführt wird.
Die Chance einer Heilung (Prognose) und die Wahl der Behandlung ist abhängig vom Stadium der Erkrankung (ob der Krebs auf den Bereich des Hodens beschränkt ist oder anderes Gewebe befallen hat) und vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.
Wird ein Hoden-Krebs gefunden (=diagnostiziert), so werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um festzustellen, ob sich der Krebs auf andere Teile des Körpers ausgebreitet hat. Um eine Therapie festzulegen, muß Ihr Arzt das Stadium Ihrer Erkrankung kennen. Beim Hoden-Krebs ist die Einteilung der Stadien folgende:
Der Krebs wird nur in den Hoden gefunden.
Der Krebs hat sich auf die Lymphknoten des Bauchraumes ausgebreitet (Lymphknoten sind kleine bohnenförmige Gewebestrukturen, welche sich überall im Körper befinden und die Aufgabe haben, krankheitsbekämpfende Zellen zu produzieren und zu lagern).
Der Krebs hat sich über die Lymphknoten hinaus im Bauchraum ausgebreitet. Es können Tochtergeschwülste beispielsweise in der Lunge oder der Leber auftauchen.
Ein Rezidiv bedeutet, daß der Krebs nach einer Therapie wieder aufgetreten ist (Rückfall). Er kann an der gleichen oder an anderen Stellen des Körpers wieder ausbrechen. Ein Patient sollte auch viele Jahre nach einer Behandlung den bisher nicht erkrankten Hoden regelmäßig selbst auf Anzeichen von Krebs untersuchen. Nach einer Operation sollten sich Patienten im ersten Jahr monatlich ärztlich untersuchen lassen, danach alle zwei Monate und später in größeren Abständen.
Für alle Patienten mit Hoden-Krebs gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Vier Arten der Behandlung kommen in Frage:
- Operation (der Tumor wird operativ entfernt)
- Strahlentherapie (Anwendung hoher Dosen von Röntgenstrahlen oder anderer hochenergetischer Strahlen zum Abtöten der Krebszellen)
- Chemotherapie (Medikamente werden zur Abtötung der Krebszellen eingesetzt)
- Knochenmarktransplantation
Eine Operation ist die gängige Behandlung bei Hoden-Krebs. Der Arzt kann einen Hoden durch einen Schnitt (Inzision) in der Lendengegend entfernen. Dies ist eine "Radikale Inguinale Orchiektomie". Einige Lymphknoten des Bauchraumes können mit entfernt werden (Lymphknoten-Dissektion).
Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlung bei der Behandlung des Hoden-Krebs kommt von einer Maschine außerhalb des Körpers (Äußere Strahlentherapie).
Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Chemotherapy kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper direkt über eine Vene zugeführt. Chemotherapie wird auch "Systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahnen im ganzen Körper verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können.
Die Knochenmarktransplantation ist eine neuartige Behandlungsmethode. Für eine "Autologe (=Eigen-) Knochenmarktransplantation wird dem Patienten Knochenmark entnommen und dies mit Medikamenten behandelt, die alle Krebszellen abtöten. Dann wird das Knochenmark tiefgefroren und der Patient unterzieht sich einer hochdosierten Chemotherapie mit oder ohne Strahlentherapie, um das restliche Knochenmark in seinem Körper zu zerstören. Nach dieser Behandlung wird dem Patienten sein aufgetautes Mark über die Blutbahn wieder zugeführt, um das zerstörte Knochenmark zu ersetzen.
Die Behandlung des Hoden-Krebs ist abhängig vom Ort des Krebs, seinem Stadium, dem Alter des Patienten und dessen allgemeinem Gesundheitszustand.
Eine Standardtherapie mag in Betracht gezogen werden aufgrund ihrer erwiesenen Wirkung in früheren Studien mit Patienten, oder es wird die Teilnahme an einer klinischen Studie erwogen. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. Klinische Studien werden für die meisten Stadien beim Hoden-Krebs durchgeführt. Wenn Sie mehr über klinische Studien erfahren wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Die Behandlung ist abhängig vom gefundenen Typ der Krebszellen. Wird ein sogenanntes "Seminom" gefunden, wird wahrscheinlich eine Radikale Inguinale Orchiektomie durchgeführt, gefolgt von einer Äußeren Strahlentherapie der Lymphknoten des Bauchraumes. Zu einer Radikalen Inguinalen Orchiektomie ohne Folgebehandlung werden Klinische Studien mit sorgfältiger Überwachung des Patienten durchgeführt, um herauszufinden, ob der Krebs wiederkehrt.
Wird ein sogenanntes "Non Seminom" entdeckt, kann die Behandlung eine der folgenden sein:
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1. Eine Radikale Inguinale Orchiektomie und die Entfernung einiger Lymphknoten im Bauchraum (Lymphknoten-Dissektion). Es kann auch eine Operation erfolgen, welche die Zeugungsfähigkeit erhält. Blutuntersuchungen und Röntgenuntersuchungen des Brustraumes müssen im ersten Jahr nach der Operation in mindestens einmonatigen Abständen erfolgen, im zweiten Jahr mindestens alle zwei Monate. Auch eine Untersuchung mit einem Computer-Tomographen (CT), einer speziellen Röntgenuntersuchung, kann erfolgen. Sehen die Ergebnisse dieser Untersuchungen nicht normal aus und der Krebs ist wiedergekehrt, wird bei dem Patient baldmöglichst eine Chemotherapie durchgeführt.
2. Eine Radikale Inguinale Orchiektomie mit anschließender sorgfältiger Prüfung auf eine Wiederkehr des Krebs. Regelmäßige Kontrollen während der nächsten 2 Jahre nach der Operation können Fragen über die Momentane Situation, Köperliche Untersuchungen und Blutennahmen beinhalten. Im ersten Jahr nach der Operation wird alle 2 bis 4 Monate eine Computertomographie (CT) (eine spezielle Röntgenuntersuchung, bei der ein Computer ein Abbild des Körpers erzeugt) durchgeführt.
Die Behandlung ist abhängig vom gefundenen Typ der Krebszellen. Wird ein sogenanntes "Seminom" gefunden und der Tumor ist nicht ausgedehnt (es können keine Lymphknoten im Bauchraum getastet werden und kein Lymphknoten blockiert die Harnröhre), wird wahrscheinlich eine operative Entfernung der Hoden (Radikale Inguinale Orchiektomie) erfolgen. Die Lymphknoten des Bauchraumes werden dann mit einer Äußeren Strahlentherapie behandelt.
Wird ein sogenanntes "Seminom" gefunden und der Tumor ist ausgedehnt (es können Lymphknoten im Bauchraum ertastet werden und/oder Lymphknoten blockieren die Harnröhre, oder eine Computertomographie zeigt große Lymphknoten), wird wahrscheinlich eine Radikale Inguinale Orchiektomie durchgeführt, gefolgt von einer Systemischen Chemotherapie oder einer Äußeren Strahlentherapie.
Wird ein sogenanntes "Non-Seminom" entdeckt, kann die Behandlung eine der folgenden sein:
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1. Eine Radikale Inguinale Orchiektomie und die Entfernung der Lymphknoten im Bauchraum (Lymphknoten-Dissektion). Der Patient muß monatlich mit Bluttests, Röntgenuntersuchungen des Brustraums und einem Computertomogramm vom Arzt untersucht werden. Sind die Untersuchungsergebnisse nicht unauffällig, erhält der Patient wahrscheinlich eine Systemische Chemotherapie.
2. Eine Radikale Inguinale Orchiektomie und die Entfernung der Lymphknoten (Lymphknoten-Dissektion), gefolgt von einer Systemischen Chemotherapie. Monatlich werden im ersten Jahr nach der Operation Bluttests und Röntgenuntersuchungen des Brustraumes durchgeführt. Untersuchungen im Computer-Tomographen werden ebenfalls regelmäßig durchgeführt.
3. Eine Radikale Inguinale Orchiektomie, gefolgt von einer Systemischen Chemotherapie. Zeigen danach Röntgenuntersuchungen, daß noch Krebs vorhanden ist, kann eine Operation zur Entfernung des Krebs erfolgen. Nach der Operation muß der Patient monatlich mit Bluttests, Röntgenuntersuchungen des Brustraums und im Computer-Tomographen untersucht werden. In einigen Fällen wird vor der Radikalen Inguinalen Orchiektomie eine Systemische Chemotherapie erfolgen.
4. Klinische Studien zur Systemischen Chemotherapie als Alternative zur Lymphknoten-Dissektion bei ausgewählten Patienten.
Die Behandlung ist abhängig vom gefundenen Typ der Krebszellen. Wird ein sogenanntes "Seminom" gefunden, wird wahrscheinlich eine operative Entfernung der Hoden (Radikale Inguinale Orchiektomie) erfolgen, gefolgt von einer Systemischen Chemotherapie. In Klinischen Studien wird die Behandlung mittels Radikaler Inguinaler Orchiektomie mit anschließender Systemischer Chemotherapie untersucht. Wird ein sogenanntes "Non-Seminom" entdeckt, kann die Behandlung eine der folgenden sein:
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1. Systemische Chemotherapie. In Klinischen Studien werden neue Medikamente für diese Therapieform untersucht.
2. Systemische Chemotherapie mit anschließender Operation, um eventuell verbliebene Krebsherde zu entfernen. Sind Krebszellen verblieben, schließt sich möglicherweise eine weitere Systemische Chemotherapie an.
3. Klinische Studien zur Systemischen Chemotherapie.
4. Klinische Studien zu einer hochdosierten systemischen Chemotherapie mit Eigen-Mark-Transplantation (Autologe Knochenmarktransplantation) für ausgewählte Patienten.
Anmerkung: Eine erneute Analyse der Behandlungsergebnisse bei Patienten, die im Zeitraum von 1990 bis 1994 an der gleichen klinischen Studie teilgenommen haben, aber in verschiedenen Kliniken (Zentren), hat ergeben, daß bei Kliniken, die mehr als 15 Patienten im Rahmen der Studie betreuten, die 2-Jahres-Überlebensraten besser waren als bei Kliniken, die weniger als 5 Patienten betreut haben. Diese Ergebnisse könnten anzeigen, daß die Erfahrung der Klinik bei der Durchführung komplizierter Behandlungen einen Einfluß auf die Überlebenszeit des Patienten hat. Diese Daten erlauben jedoch keinen eindeutigen Rückschluß, da die unterschiedlichen Gründe, aus denen Patienten und Anbieter von Krankenversorgung eine bestimmte Klinik auswählen, unklar sind.
Die Behandlung ist abhängig von der Art des Krebs, dem Ort der Wiederkehr und weiteren Faktoren. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen die Systemische Chemotherapie, eine hochdosierte Systemische Chemotherapie mit Eigen-Mark-Transplantation, eine Operation und Klinische Studien zur Erforschung neuer Medikamente.
PDQ ist eine umfassenede Krebsdatenbank. Sie ist verfügbar unter www.meb.uni-bonn.de/cancernet.
PDQ ist das umfassende Informationssystem des National Cancer Institute´´´´s der USA (NCI) über Krebs. PDQ ist fast vollständig unter "Http: //www.meb.uni-bonn.de/cancernet/" verfügbar. PDQ ist ein Service des NCI. Das NCI ist ein Teil des National Institutes of Health in the USA, eine Bundeseinrichtung für Biomedizinische Forschnung.
PDQ enthält Zusammenfassungen zum Thema Krebs.
Die PDQ (Physicians Data Query) Datenbank enthält aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, Genetische Informationen, die Behandlung, unterstützende Maßnahmen und alternative Therapiemöglichkeiten. Die meisten Dokumente sind in zwei Versionen verfügbar. Eine Version für Ärzte, die in medizinischer Fachsprache geschrieben ist, und ausführliche Fachinformationen enthält. Eine Version für Patienten, die in Laiensprache verfasst und einfach zu verstehen ist. Beide Versionen enthalten aktuelle und detaillierte Informationen zum Thema Krebs.
PDQ Krebsinformationen werden von Fachleuten entwickelt und regelmäßig aktualisiert.
Die Autoren sind Spezialisten auf dem Gebiet Krebs und angrenzenden Gebieten. Sie sind für die Erstellung und Aktualisierung verantwortlich. PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.
PDQ enthält auch Informationen über Klinische Studien.
Bevor eine Behandlung begonnen wird, sollte die Möglichkeit einer Teilnahme an einer Klinischen Studie mit dem Patienten besprochen werden. Klinische Studien sollen helfen, Fragen bezüglich einer Therapieverbesserung zu beantworten. Der Inhalt der Klinischen Studien basiert auf den Ergebnissen von vorangegangenen Studien und Erkenntnissen aus den Labors. Jede Klinische Studie beantwortet wissenschaftliche Fragen zur Verbesserung der Krebstherapie. Während einer Klinschen Studie werden Informationen über die Behandlung, die Nebenwirkungen, die Risiken und den Behandlungserfolg gesammelt. Zeigt eine Klinische Studie, daß die getestete Behandlung besser ist als die alte, wird die neue Behandlung für alle Patienten übernommen.
Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Beschreigungen der Klinischen Studien sind sowohl für Ärzte als auch für Patienten erhältlich. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet. Wenn Sie mehr über klinische Studien wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische
Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in
Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg,
Tel.: (0049) (0)62 21 41 01 21 oder Fax: (0049) (0)62 21 40 18 06,
in Österreich die "Krebshilfe": Tel.: (0043) (0)1 796 64 50-15
oder Fax: (0043) (0)1 796 64 50-9 und in der Schweiz die
"Schweizerische Krebsliga", Tel.: 0800 55 88 38
(Http: //www.swisscancer.ch/). Entsprechend geschulte
Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
Datum der letzten Aktualisierung: 02/2002
Übersetzung: Dr. G. Quade, S. Schnaittacher, B. Burde,
Anna-Katharina Littmeyer M.A., CaNetTransTool by B.Burde, IMBIE,
Universitätsklinik Bonn(Germany)
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Deutschlandfunk
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