Das Dokument "Scheidenkrebs"
wird Ihnen angeboten durch die
Universitätsklinik Bonn
Scheidenkrebs
208/01055
- Hinweis
- Beschreibung
- Erklärung der Stadien
- Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten
- Stadium 0 Scheidenkrebs
- Stadium I Scheidenkrebs
- Stadium II Scheidenkrebs
- Stadium III Scheidenkrebs
- Stadium IV-A Scheidenkrebs
- Stadium IV-B Scheidenkrebs
- Rezidiv
- Übersicht über PDQ
Informationen aus dem PDQ für Patienten
Die vorliegenden Angaben beruhen auf Dokumenten des National Cancer
Institute der USA. Für die Richtigkeit der in dieser deutschsprachigen
Version gemachten Angaben können weder das National Cancer Institute
noch die Universität Bonn oder ihre Mitarbeiter eine Garantie übernehmen.
Fragen Sie daher in jedem Fall ihren Arzt!
Der Scheidenkrebs - eine seltene Form des Krebs bei Frauen - ist eine Krankheit, bei der bösartige Krebszellen im Gewebe der Scheide gefunden werden. Die Scheide ist der Weg, durch den die Menstruationsflüssigkeit den Körper verläßt und aus dem auch die Babys den Körper verlassen. Sie wird auch Geburtskanal genannt. Die Scheide verbindet den Muttermund (an der Gebärmutter) und die Vulva (die den Scheidenausgang umgebende Haut).
Es gibt zwei Arten von Scheidenkrebs: Schuppenzell- (squamous) Krebs und das Adenokarzinom. Der Schuppenzell-Krebs wird häufig bei Frauen im Alter zwischen sechzig und achtzig Jahren gefunden. Das Adenokarzinom wird häufiger bei Frauen im Alter zwischen zwölf und dreißig Jahren gefunden.
Junge Frauen, deren Mütter während der Schwangerschaft mit dem Medikament DES (Diäthylstilböstrol) behandelt worden sind, haben einen höheres Risiko, einen Scheidenkrebs zu bekommen. Einige von ihnen können eine seltene Form des Krebs genannt Klar-Zell Adenokarzinom bekommen. Das Medikament DES wurde zwischen 1945 und 1970 in den USA Schwangeren, um eine Fehlgeburt zu verhindern.
Bei den folgenden Anzeichen sollten Sie einen Arzt aufsuchen: Blutungen oder Ausfluß der nicht mit der Periode zu erklären ist, schwieriges oder schmerzhaftes Wasserlassen, Schmerzen während des Koitus oder im Beckenraum. Frauen können auch nach einer Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) Scheidenkrebs bekommen.
Um abzuklären, ob es sich um Krebs handelt, wird der Arzt eine Reihe von Tests durchführen. Er beginnt normalerweise mit einer inneren Untersuchung des Beckens. Dabei tastet der Arzt nach Knoten und macht einen Abstrich. Hierbei wird der Arzt mit einem Wattebausch, einem Bürstchen oder einem Spatel vorsichtig am Muttermund und an der Scheide entlangstreichen um Zellen zu gewinnen. Man kann ein leichtes Druckgefühl spüren, jedoch in der Regel keinen Schmerz.
Werden nicht-normale Zellen gefunden, kann es nötig sein, daß der Arzt eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) aus der Scheide entnehmen muß, um sie mikroskopisch auf Krebszellen hin zu untersuchen. Der Arzt sollte seine Untersuchungen nicht auf die Scheide beschränken, sondern alle Organe im Becken untersuchen, um zu sehen, wo der Krebs seinen Ursprung hat und ob er sich ausgebreitet hat. Röntgenuntersuchungen des Oberkörpers geben Aufschluß darüber, ob sich der Krebs bis in die Lungen ausgebreitet hat.
Die Chance auf Heilung (Prognose) und die Wahl der Behandlung sind abhängig vom Stadium des Krebs, ob er nur in der Scheide gefunden wird oder sich bereits auf andere Bereiche ausgebreitet hat (Stadieneinteilung) und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin.
Wird ein Krebs der Scheide gefunden (diagnostiziert), so werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um festzustellen, ob sich der Krebs von der Scheide aus in anderen Teilen des Körpers ausgebreitet hat. Um eine Therapie festzulegen, muß Ihr Arzt das Stadium Ihrer Erkrankung kennen. Die Stadien des Krebs der Scheide sind folgende:
Stadium 0 des Scheidenkrebs ist ein sehr frühes Stadium. Der Krebs wird nur in der Scheide gefunden und ist nur wenige Zellschichten dick.
Der Krebs wird nur in der Scheide gefunden und hat sich nicht ausgebreitet.
Der Krebs hat sich auf die Scheide unmittelbar umgebendes Gewebe ausgebreitet, aber nicht auf die Beckenknochen.
Der Krebs hat sich auf die Beckenknochen ausgebreitet. Krebszellen haben sich auch auf andere Organe des Beckens und die Lymphknoten des Beckens ausgebreitet (Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Gewebestrukturen, die im ganzen Körper vorkommen. Sie produzieren und speichern Zellen, die Infektionen bekämpfen. )
Der Krebs hat sich auf die Blase oder den Enddarm ausgebreitet.
Der Krebs hat sich auf andere Teile des Körpers ausgebreitet, etwa die Lunge.
Ein Rezidiv bedeutet, daß der Krebs nach einer Therapie wieder aufgetreten ist (Rückfall). Er kann in der Scheide oder in anderen Teilen des Körpers wieder ausbrechen.
Für alle Patientinnen mit Scheidenkrebs gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Üblich sind die folgenden drei Behandlungen:
- Operation (der Tumor wird operativ entfernt)
- Strahlentherapie (hochdosierte Röntgenstrahlen oder andere hochenergetische Strahlen werden zum Abtöten der Krebszellen und zum Verkleinern der Tumore eingesetzt)
- Chemotherapie (Medikamente werden zur Abtötung der Krebszellen eingesetzt)
Eine Operation ist in allen Stadien die gängigste Behandlung des Scheidenkrebs. Der Arzt kann den Krebs mit einer der folgenden Techniken entfernen:
- Die Laserchirurgie setzt einen gebündelten Lichtstrahl ein um die Krebszellen abzutöten; üblich im Stadium 0 der Erkrankung.
- Eine weiträumige örtliche Ausschneidung entfernt den Krebs und einen Teil des ihn umgebenden gesunden Gewebes. Es kann notwendig sein, aus einem anderen Körperteil Haut zu entnehmen, um die Scheide nach der Krebsoperation wieder herzustellen.
- Manchmal erfolgt die Entfernung der Scheide (Vaginektomie).Hat sich der Krebs außerhalb der Scheide ausgebreitet, können während dieser Operation auch die Gebärmutter, die Eierstöcke und die Eileiter entfernt werden (radikale Hysterektomie). Dabei können auch Lymphknoten des Beckens mit entfernt werden (Lymphknoten-Dissektion)
- Hat sich der Krebs außerhalb der Scheide ausgebreitet und andere weibliche Organe befallen, wird der Arzt möglicherweise auch den unteren Dickdarm, den Enddarm oder die Blase (in Abhängigkeit von der Ausbreitung des Tumors) zusammen mit dem Gebärmutterhals, der Gebärmutter und der Scheide (Exenteration) entfernen.
- Nach diesen Operationen benötigt die Patientin möglicherweise eine Plastische Operation zur Herstellung einer künstlichen Scheide.
Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlen können von einer Maschine außerhalb des Körpers (äußere Strahlentherapie) kommen oder von radioaktiv strahlendem Material (Radioisotope), das durch kleine Plastikröhrchen in den Bereich eingeführt wird (innere Bestrahlungstherapie), in dem Krebszellen gefunden werden. Die Bestrahlung kann allein oder zusammen mit einer Operation angewendet werden.
Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Chemotherapy kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper direkt über eine Vene zugeführt. Chemotherapie wird auch "Systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahn im ganzen Körpers verteilen und so den Krebs auch außerhalb der Scheide bekämpfen können. Beim Scheidenkrebs kann die Chemotherapie auch örtlich, in der Scheide, angewendet werden. Dies nennt sich "Intravaginale Chemotherapie".
Die Behandlung des Scheidenkrebs ist abhängig von seinem Stadium und Typ, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin.
Eine Standardtherapie mag in Betracht gezogen werden aufgrund ihrer erwiesenen Wirkung in früheren Studien mit Patienten, oder es wird die Teilnahme an einer klinischen Studie erwogen. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. Es gibt zahlreiche klinische Studien zum Scheidenkrebs. Wenn Sie mehr über klinische Studien erfahren wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
-
1. Operation zur Entfernung eines Teiles oder der ganzen Scheide (Vaginektomie). Danach kann eine Plastische Operation zur Wiederherstellung der Scheide folgen.
2. Innere Strahlentherapie.
3. Laserchirurgie.
4. Intravaginale Chemotherapie
Die Behandlung ist abhängig davon, ob die Patientin einen Schuppenzell Krebs oder ein Adenokarzinom hat.
Bei einem Schuppenzell Krebs kann die Behandlung eine der folgenden sein:
-
1. Kombinierte innere und äußere Strahlentherapie.
2. Großräumige örtliche Ausschneidung. Ein plastischer Wiederaufbau der Scheide könnte folgen. In einigen Fällen kann sich der Operation eine Strahlentherapie anschließen.
3. Operation zur Entfernung der Scheide mit/ohne Entfernung von Lymphknoten des Beckenbereiches (Vaginektomie und Lymphknoten-Dissektion).
Bei einem Adenokarzinom kann die Behandlung eine der folgenden sein:
-
1. Operation zur Entfernung der Scheide (Vaginektomie) und der Gebärmutter, der Eierstöcke und der Eileiter (Hysterektomie). Auch die Lymphknoten im Beckens können entfernt werden (Lymphknoten- Dissektion). Ein plastischer Wiederaufbau der Scheide könnte folgen. In einigen Fällen kann sich der Operation eine Strahlentherapie anschließen.
2. Kombinierte innere und äußere Strahlentherapie.
3. Bei bestimmten Patientinnen folgt der großräumigen örtlichen Ausschneidung und der Entfernung einiger Lymphknoten eine innere Strahlentherapie.
Die Behandlung ist unabhängig davon, ob die Patientin einen Schuppenzell Krebs oder ein Adenokarzinom hat.
Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
-
1. Kombinierte innere und äußere Strahlentherapie.
2. Operation, evtl. gefolgt von einer Strahlentherapie.
Die Behandlung ist unabhängig davon, ob die Patientin einen Schuppenzell Krebs oder ein Adenokarzinom hat.
Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
-
1. Kombinierte innere und äußere Strahlentherapie.
2. Operation manchmal in Kombination mit Strahlentherapie.
Die Behandlung ist unabhängig davon, ob die Patientin einen Schuppenzell Krebs oder ein Adenokarzinom hat.
Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
-
1. Kombinierte innere und äußere Strahlentherapie.
2. Operation manchmal in Kombination mit Strahlentherapie.
Wird dieses Stadium entdeckt, besteht die mögliche Behandlung aus einer Strahlentherapie zur Linderung der Symptome wie: Schmerz, Übelkeit, Erbrechen oder abnormaler Darmfunktion. Es kann auch eine Chemotherapie erfolgen. Die Patientin kann auch die Teilnahme an einer klinischen Studie erwägen.
Ist der Krebs wieder ausgebrochen (Rezidiv) und hat er sich über die weiblichen Organe hinaus ausgebreitet, dann kann der Arzt den Muttermund, die Gebärmutter, den unteren Dickdarm, den Enddarm oder die Blase entfernen (Exenteration); je nach Ausbreitung der Krebszellen. Der Arzt kann auch eine Strahlen- oder Chemotherapie durchführen.
Die Patientin kann auch die Teilnahme an einer klinischen Studie zur Strahlen- oder Chemotherapie erwägen.
PDQ ist eine umfassenede Krebsdatenbank. Sie ist verfügbar unter www.meb.uni-bonn.de/cancernet.
PDQ ist das umfassende Informationssystem des National Cancer Institute´´´´s der USA (NCI) über Krebs. PDQ ist fast vollständig unter "Http: //www.meb.uni-bonn.de/cancernet/" verfügbar. PDQ ist ein Service des NCI. Das NCI ist ein Teil des National Institutes of Health in the USA, eine Bundeseinrichtung für Biomedizinische Forschnung.
PDQ enthält Zusammenfassungen zum Thema Krebs.
Die PDQ (Physicians Data Query) Datenbank enthält aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, Genetische Informationen, die Behandlung, unterstützende Maßnahmen und alternative Therapiemöglichkeiten. Die meisten Dokumente sind in zwei Versionen verfügbar. Eine Version für Ärzte, die in medizinischer Fachsprache geschrieben ist, und ausführliche Fachinformationen enthält. Eine Version für Patienten, die in Laiensprache verfasst und einfach zu verstehen ist. Beide Versionen enthalten aktuelle und detaillierte Informationen zum Thema Krebs.
PDQ Krebsinformationen werden von Fachleuten entwickelt und regelmäßig aktualisiert.
Die Autoren sind Spezialisten auf dem Gebiet Krebs und angrenzenden Gebieten. Sie sind für die Erstellung und Aktualisierung verantwortlich. PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.
PDQ enthält auch Informationen über Klinische Studien.
Bevor eine Behandlung begonnen wird, sollte die Möglichkeit einer Teilnahme an einer Klinischen Studie mit dem Patienten besprochen werden. Klinische Studien sollen helfen, Fragen bezüglich einer Therapieverbesserung zu beantworten. Der Inhalt der Klinischen Studien basiert auf den Ergebnissen von vorangegangenen Studien und Erkenntnissen aus den Labors. Jede Klinische Studie beantwortet wissenschaftliche Fragen zur Verbesserung der Krebstherapie. Während einer Klinschen Studie werden Informationen über die Behandlung, die Nebenwirkungen, die Risiken und den Behandlungserfolg gesammelt. Zeigt eine Klinische Studie, daß die getestete Behandlung besser ist als die alte, wird die neue Behandlung für alle Patienten übernommen.
Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Beschreigungen der Klinischen Studien sind sowohl für Ärzte als auch für Patienten erhältlich. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet. Wenn Sie mehr über klinische Studien wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische
Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in
Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg,
Tel.: (0049) (0)62 21 41 01 21 oder Fax: (0049) (0)62 21 40 18 06,
in Österreich die "Krebshilfe": Tel.: (0043) (0)1 796 64 50-15
oder Fax: (0043) (0)1 796 64 50-9 und in der Schweiz die
"Schweizerische Krebsliga", Tel.: 0800 55 88 38
(Http: //www.swisscancer.ch/). Entsprechend geschulte
Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
Datum der letzten Aktualisierung: 02/2002
Übersetzung: Dr. G. Quade, S. Schnaittacher, B. Burde,
Anna-Katharina Littmeyer M.A., CaNetTransTool by B.Burde, IMBIE,
Universitätsklinik Bonn(Germany)
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Deutschlandfunk
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Diese Seite wurde zuletzt geändert am Sunday, 02-Nov-2003 16:09:14 CET
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