Ein Zervixkarzinom wächst gewöhnlich langsam und über eine längere Zeit. Bevor Krebszellen in der Zervix gefunden werden, verändern sich die Gewebe der Zervix, und Zellen, die nicht normal sind, sind erkennbar (Dysplasie). Bei einem Abstrich können diese Zellen in der Regel erkannt werden. Später bilden sich Krebszellen, die tief in die Zervix hineinwachsen und sich auf die Umgebung ausbreiten.
Da ein Zervixkarzinom gewöhnlich keine Beschwerden verursacht, sollte Ihr Arzt eine Reihe von Untersuchungen durchführen, bei denen diese Zellen erkannt werden können. Die erste ist der Abstrich, bei dem mittels eines Tuches, Pinsels oder eines kleinen Holzstäbchens behutsam an der Zervixoberfläche entlang gestrichen wird, um Zellen abzustreifen. Sie haben bei dieser Untersuchung möglicherweise ein Druckgefühl, fühlen in der Regel jedoch keinen Schmerz.
Werden Zellen gefunden, die nicht normal sind, wird Ihr Arzt eine kleine Gewebeprobe (diese Untersuchung wird "Biopsie" genannt) aus der Zervix entnehmen und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersuchen. Eine Biopsie, bei der nur eine kleine Gewebeprobe entnommen wird, kann in der ärztlichen Praxis durchgeführt werden. Falls Ihr Arzt eine größere, kegelförmige Probe (Konisation) entnehmen muß, müssen Sie möglicherweise das Krankenhaus aufsuchen.
Ihre Prognose (Aussicht auf Heilung) und die Wahl der Behandlungsmethode hängen vom Stadium Ihrer Krebserkrankung (ob sie nur auf die Zervix beschränkt ist oder auf andere Körperregionen übergegriffen hat) und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Kältechirurgie vernichtet den Krebs durch Einfrieren.
Laserchirurgie ist die Nutzung eines schmalen, intensiven Lichtstrahls, um Krebszellen zu vernichten.
Ihr Arzt nutzt möglicherweise eine der folgenden Operationsmethoden, um das Krebsgewebe zu entfernen.
Konisation ist die Entfernung eines keilförmigen Gewebestückes, in dem Veränderungen gefunden wurden. Die Konisation kann benutzt werden, um ein Gewebestück für die Biopsie zu gewinnen, aber auch, um den Krebs im Frühstadium zu behandeln.
Alternativ führt Ihr Arzt möglicherweise eine Exzision mit der elektrischen Schleife (LEEP) durch, um das anormale Gewebe zu entfernen. EEP nutzt elektrischen Strom, der durch eine dünne Drahtschlaufe fließt, wie ein Messer.
Ein Laserstrahl kann ebenso wie ein Messer zur Gewebeentfernung genutzt werden.
Eine "Hysterektomie" ist eine Operation, bei welcher der Uterus und die Zervix zusammen mit dem Tumor entfernt werden. Wenn der Uterus durch die Vagina entfernt wird, nennt man die Operation eine "vaginale Hysterektomie". Wird der Uterus durch einen Schnitt in Ihren Bauchbereich entfernt, nennt man die Operation "totale abdominelle Hysterektomie". Manchmal werden auch die Eierstöcke und die Eileiter mit entfernt, das wird dann "beidseitige Salpingoophorektomie" genannt.
Eine "radikale Hysterektomie" ist eine Operation, bei der die Zervix, der Uterus und Teile der Vagina entfernt werden. Umliegende Lymphknoten werden auch mit entfernt. Dies nennt man eine "Lympknotendissektion". (Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Gewebestrukturen, die im ganzen Körper vorkommen. Sie produzieren und speichern Zellen, die Infektionen bekämpfen).
Wenn sich der Tumor außerhalb der Zervix oder der weiblichen Organe ausgebreitet hat, entfernt Ihr Arzt möglicherweise den hinteren Dickdarm, den Mastdarm oder die Blase (je nachdem, wohin sich der Krebs ausgebreitet hat) zusammen mit Zervix, Uterus und Vagina. Dies nennt man eine "Exenteration". Sie müssen sich einer plastischen Operation unterziehen, um sich nach diesem Eingriff eine künstliche Vagina gestalten zu lassen.
Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlen können von einer Maschine außerhalb des Körpers (äußere Strahlentherapie) kommen oder von radioaktiv strahlendem Material (Radioisotope), das durch kleine Plastikröhrchen in den Bereich eingeführt wird (innere Bestrahlungstherapie), in dem Krebszellen gefunden werden. Die Bestrahlung kann allein oder zusammen mit einer Operation durchgeführt werden.
Die Chemotherapie setzt Medikamente zur Abtötung der Krebszellen ein. Chemotherapie kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper direkt über eine Vene zugeführt. Chemotherapie wird auch "systemische Therapie" genannt, denn die Medikamente gelangen in den Blutkreislauf, wandern durch den Körper und können Krebszellen außerhalb des Uterus zerstören.
Die Therapie des Zervixkarzinoms kann bei Schwangerschaft verschoben werden, abhängig vom Stadium des Krebs und der restlichen Schwangerschaftszeit.
Eine Standardtherapie mag in Betracht gezogen werden aufgrund ihrer erwiesenen Wirkung in früheren Studien mit Patienten, oder es wird die Teilnahme an einer klinischen Studie erwogen. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. Klinische Studien werden in den meisten Regionen des Landes für die meisten Stadien des Zervixkarzinoms durchgeführt. Wenn Sie mehr über klinische Studien erfahren wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
Bei Stadium I-B Krebs:
Bei Stadium II-B Krebs:
Bei Stadium IV-B Krebs:
PDQ ist das umfassende Informationssystem des National Cancer Institute´´´´s der USA (NCI) über Krebs. PDQ ist fast vollständig unter "Http: //www.meb.uni-bonn.de/cancernet/" verfügbar. PDQ ist ein Service des NCI. Das NCI ist ein Teil des National Institutes of Health in the USA, eine Bundeseinrichtung für Biomedizinische Forschnung.
PDQ enthält Zusammenfassungen zum Thema Krebs.
Die PDQ (Physicians Data Query) Datenbank enthält aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, Genetische Informationen, die Behandlung, unterstützende Maßnahmen und alternative Therapiemöglichkeiten. Die meisten Dokumente sind in zwei Versionen verfügbar. Eine Version für Ärzte, die in medizinischer Fachsprache geschrieben ist, und ausführliche Fachinformationen enthält. Eine Version für Patienten, die in Laiensprache verfasst und einfach zu verstehen ist. Beide Versionen enthalten aktuelle und detaillierte Informationen zum Thema Krebs.
PDQ Krebsinformationen werden von Fachleuten entwickelt und regelmäßig aktualisiert.
Die Autoren sind Spezialisten auf dem Gebiet Krebs und angrenzenden Gebieten. Sie sind für die Erstellung und Aktualisierung verantwortlich. PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.
PDQ enthält auch Informationen über Klinische Studien.
Bevor eine Behandlung begonnen wird, sollte die Möglichkeit einer Teilnahme an einer Klinischen Studie mit dem Patienten besprochen werden. Klinische Studien sollen helfen, Fragen bezüglich einer Therapieverbesserung zu beantworten. Der Inhalt der Klinischen Studien basiert auf den Ergebnissen von vorangegangenen Studien und Erkenntnissen aus den Labors. Jede Klinische Studie beantwortet wissenschaftliche Fragen zur Verbesserung der Krebstherapie. Während einer Klinschen Studie werden Informationen über die Behandlung, die Nebenwirkungen, die Risiken und den Behandlungserfolg gesammelt. Zeigt eine Klinische Studie, daß die getestete Behandlung besser ist als die alte, wird die neue Behandlung für alle Patienten übernommen.
Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Beschreigungen der Klinischen Studien sind sowohl für Ärzte als auch für Patienten erhältlich. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet. Wenn Sie mehr über klinische Studien wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Übersetzung: Dr. G. Quade, S. Schnaittacher, B. Burde,
Anna-Katharina Littmeyer M.A., CaNetTransTool by B.Burde, IMBIE,
Universitätsklinik Bonn(Germany)
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