Da lymphatisches Gewebe an vielen Stellen des Körpers vorkommt, können Non-Hodgkin-Lymphome in fast jedem Teil des Körpers ausbrechen. Der Krebs kann sich in fast jedes Organ oder Gewebe im Körper ausbreiten, einschließlich Leber, Knochenmark (das schwammartige Gewebe in den langen Knochen des Körpers, welches Blutzellen produziert), Milz und Nase.
Lymphome werden in zwei Haupttypen unterteilt: die Hodgkin-Lymphome und die Non(nicht)- Hodgkin-Lymphome. Die Zellen des Morbus Hodgkin haben ein charakteristisches Aussehen unter dem Mikroskop. Non-Hodgkin-Lymphome können auch bei Kindern auftreten und werden dann anders behandelt. (Für weitere Information sehen Sie bitte bei der PDQ-Patienteninformation über die Behandlung des Morbus Hodgkin beim Erwachsenen und die Behandlung des Morbus Hodgkin bei Kindern nach. ) Es gibt viele Typen des Non-Hodgkin-Lymphoms. Einige Typen schreiten schneller voran als andere. Die Einteilung in verschiedene Typen wird anhand des Aussehens der Krebszellen unter dem Mikroskop vorgenommen. Dieses Verfahren wird auch Histologie genannt. Die Histologie der Non-Hodgkin-Lymphome bei Erwachsenen kann zwei Gruppen zugeordnet werden: niedrigmaligne Lymphome, welche langsamer wachsen und weniger Symptome machen, und hochmaligne Lymphome (aggressive Lymphome), welche schneller wachsen.
Die folgende Einteilung der verschiedenen Typen folgt der in Deutschland weit verbreiteten sog. Kieler Klassifikation der Non-Hodgkin-Lymphome. Da - insbesondere in Nordamerika - noch andere Klassifikationen gebräuchlich sind, gibt es unter Umständen mehrere Bezeichnungen für jeden Lymphom Typ.
--Niedrig Maligne-- --Hoch Maligne--
chronisch lymphatische Leukämie zentroblastisches Lymphom
Haarzellenleukämie immunoblastisches Lymphom
Immunocytom, Plasmozytom großzelliges anaplastisches Lymphom
zentoblastisch-zentrocytisches Lymphom Burkitt-Lymphom
(follikulär oder diffus,
auch Brill-Symmers-Krankheit genannt)
Mantelzell-Lymphom lymphoblastisches Lymphom
B-Zell-Lymphom des MALT pleomorphes mittelgroßzelliges
(schleimhautassoziiertes oder großzelliges Lymphom
lymphatisches Gewebe)
kutanes (Haut-) T-Zell-Lymphom
(Mycosis fungoides, Sézary-Syndrom
Bei längerem Andauern eines der folgenden Symptome sollten Sie bitte einen Arzt aufsuchen: schmerzlose Schwellung der Lymphknoten im Nacken, in den Achselhöhlen oder der Leiste; unerklärbares Fieber; Nachtschweiß (schweißgebadet aufwachen); Müdigkeit; unerklärbarer Gewichtsverlust in den letzten 6 Monaten; Hautjucken.
Wenn diese Symptome vorhanden sind, wird der Arzt vorsichtig und gründlich nach Schwellungen oder Knoten am Nacken, in den Achselhöhlen und der Leiste suchen. Wenn dabei Lymphknoten gefunden werden, die sich nicht normal anfühlen, kann es erforderlich sein, in einem kleinen chirurgischen Eingriff ein Gewebestückchen zu entnehmen, um unter dem Mikroskop zu untersuchen, ob darin Krebszellen zu finden sind. Dieser Vorgang wird Biopsie genannt.
Die Chance auf Heilung und die Wahl des Therapieverfahrens hängt von der Ausbreitung des Krebs (ob der Krebs auf eine Region beschränkt ist, oder sich schon überall im Körper verteilt hat) und dem Zustand des Patienten ab.
Der Arzt kann das Stadium der Krankheit feststellen, indem er den Patienten körperlich untersucht, Blut- und Knochenmarkproben beurteilt und spezielle Röntgenuntersuchungen durchführt, die Computertomographie (CT) genannt werden und ein Bild vom Inneren des Körpers geben können. Dies ist das klinische Staging. In machen Fällen kann eine Laparotomie (operative Öffnung des Bauches) notwendig sein, um das Stadium des Krebs feststellen zu können. Bei dieser Operation eröffnet der Chirurg die Bauchhöhle und untersucht gründlich die Organe, um zu sehen, ob von Krebs befallen sind. Es können während der Operation auch kleine Gewebsproben entnommen werden (Biopsie), die dann unter dem Mikroskop auf Krebs untersucht werden. Diese Art des Staging wird auch operative Exploration genannt. Eine pathologische Stadieneinteilung (pathologisches Staging) wird nur dann durchgeführt, wenn sie zur Therapieplanung erforderlich ist.
Gelegentlich werden spezielle Staging Systeme benutzt. Der Arzt sollte das benutzte System kennen.
Eine Anzahl anderer Faktoren sind wichtig, um das Stadium der Krankheit festzustellen und die Heilungschancen (Prognose) für den Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom einschätzen zu können. Zu diesen gehören das Alter des Patienten, wie er auf die Behandlung anspricht, die Tumorgröße und die Anzahl der Orte, an denen der Krebs sich im Körper angesiedelt hat.
Die folgenden Stadien werden für das Non-Hodgkin-Lymphom benutzt:
Das Stadium II kann noch einmal unterteilt werden in eine Gruppe, bei der die positiven Lymphknotenregionen in enger räumlicher Beziehung zueinander stehen (sog. "contiguous stage II cancer"), und eine Gruppe, bei der sie nicht eng benachbart liegen, sich aber immer noch auf der selben Seite des Zwerchfells befinden (sog. "non-contiguous stage II cancer).
Chemotherapie bedeutet, Medikamente zur Abtötung von Krebszellen zu benutzen. Chemotherapie kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper direkt über eine Vene oder in den Muskel zugeführt. Chemotherapie wird auch "Systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahnen im ganzen Körpers verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können. Um bestimmte Formen des Non-Hodgkin-Lymphoms, welche sich ins Gehirn ausbreiten können, zu behandeln, kann man das Medikament zur Chemotherapie in die Flüssigkeit einspritzen, die das Gehirn umspült (intrathekale Chemotherapie). Dieses geschieht über eine Kanüle am Kopf oder am Rücken.
Die biologische Therapie versucht den Körper zu veranlassen, den Krebs, oder auch Infektionen, selbst zu bekämpfen. Sie nutzt Material, das der eigene Körper herstellt oder das in einem Labor hergestellt wurde, um die natürliche eigene Körperabwehr anzuregen, zu lenken oder wiederaufzubauen. Diese biologische Therapie wird auch manchmal biological response modifier (Veränderung des biologischen Antwortverhaltens, BRM-Therapie) genannt.
Die Knochenmarktransplantation und die Transplantation von Stammzellen aus dem peripheren Blut werden für gewisse Patienten in klinischen Studien erprobt. Die Knochenmarktransplantation ist eine Behandlungsmethode, bei der zunächst sehr hohe Dosen an Chemotherapie gegeben werden, so daß auch widerstandsfähige Lymphomzellen im Körper abgetötet werden. Diese hohen Chemotherapie-Dosen zerstören ebenfalls den größten Teil des Knochenmarks im Körper. Um das Knochenmark zu ersetzen, wird vor der Chemotherapie Knochenmark aus den Knochen entnommen und mit Medikamenten und anderen Substanzen behandelt, um alle Krebszellen zu zerstören. Dieses Knochenmark wird dann eingefroren und der Patient bekommt die hochdosierte Chemotherapie mit oder ohne zusätzliche Bestrahlung, so daß alle übriggebliebenen Krebszellen zerstört werden. Das zuvor entnommene Knochenmark wird dann wieder aufgetaut und dem Patienten durch eine Nadel in eine Vene zurückgegeben. Wenn das Knochenmark vom Patienten selbst stammt, nennt man diese Variante der Transplantation eine "autologe Transplantation". Kommt das Mark von einem fremden Spender, ist dies eine "allogene Transplantation" (allo=fremd). Bei der Transplantation von Stammzellen aus dem peripheren Blut werden vor der Behandlung aus dem zirkulierendem Blut des Patienten Stammzellen entnommen, die dann nach der Behandlung zurückgegeben werden. Bei der Transplantation von Stammzellen aus dem peripheren Blut kommen die Stammzellen in der Regel vom Patienten selber.
Zur Zeit laufen andere klinische Studien, die neue, experimentelle Medikamente und weiterentwickelte Therapieformen erproben. Die Radioimmuntherapie ist ebenfalls Gegenstand von klinischen Studien. Hier wird der Krebs mit einer radioaktiven Substanz behandelt, die mit einen Antikörper verbunden ist. Dieser heftet sich nach Injektion in den Körper an die Tumorzellen, die durch die Wirkung der radioaktiven Substanz zerstört werden.
Sie erhalten eventuell eine Therapie, die auf Grund ihrer Wirksamkeit bei zahlreichen Patienten in vorausgegangenen Studien als Standard bezeichnet wird, oder Sie entschließen sich zur Teilnahme an einer klinischen Studie. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Im Laufe von 20 Jahren nach Behandlung entwickeln einige Patienten eine andere Krebsart, wie Lungen-, Gehirn-, Nieren- oder Blasenkrebs; um dieser Möglichkeit Rechnung zu tragen, sollte regelmäßig ein Arzt zur Nachsorge aufgesucht werden. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. Klinische Studien laufen in den meisten Teilen des Landes für die meisten Stadien des Non-Hodgkin-Lymphoms bei Erwachsenen. Wenn Sie mehr wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Behandlungsmöglichkeiten:
Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
Wenn das Lymphom wieder auftritt und es wieder ein niedrigmalignes Lymphom ist, kommt für die Behandlung eine der folgenden Möglichkeiten in Betracht:
PDQ ist das umfassende Informationssystem des National Cancer Institute´´´´s der USA (NCI) über Krebs. PDQ ist fast vollständig unter "Http: //www.meb.uni-bonn.de/cancernet/" verfügbar. PDQ ist ein Service des NCI. Das NCI ist ein Teil des National Institutes of Health in the USA, eine Bundeseinrichtung für Biomedizinische Forschnung.
PDQ enthält Zusammenfassungen zum Thema Krebs.
Die PDQ (Physicians Data Query) Datenbank enthält aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, Genetische Informationen, die Behandlung, unterstützende Maßnahmen und alternative Therapiemöglichkeiten. Die meisten Dokumente sind in zwei Versionen verfügbar. Eine Version für Ärzte, die in medizinischer Fachsprache geschrieben ist, und ausführliche Fachinformationen enthält. Eine Version für Patienten, die in Laiensprache verfasst und einfach zu verstehen ist. Beide Versionen enthalten aktuelle und detaillierte Informationen zum Thema Krebs.
PDQ Krebsinformationen werden von Fachleuten entwickelt und regelmäßig aktualisiert.
Die Autoren sind Spezialisten auf dem Gebiet Krebs und angrenzenden Gebieten. Sie sind für die Erstellung und Aktualisierung verantwortlich. PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.
PDQ enthält auch Informationen über Klinische Studien.
Bevor eine Behandlung begonnen wird, sollte die Möglichkeit einer Teilnahme an einer Klinischen Studie mit dem Patienten besprochen werden. Klinische Studien sollen helfen, Fragen bezüglich einer Therapieverbesserung zu beantworten. Der Inhalt der Klinischen Studien basiert auf den Ergebnissen von vorangegangenen Studien und Erkenntnissen aus den Labors. Jede Klinische Studie beantwortet wissenschaftliche Fragen zur Verbesserung der Krebstherapie. Während einer Klinschen Studie werden Informationen über die Behandlung, die Nebenwirkungen, die Risiken und den Behandlungserfolg gesammelt. Zeigt eine Klinische Studie, daß die getestete Behandlung besser ist als die alte, wird die neue Behandlung für alle Patienten übernommen.
Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Beschreigungen der Klinischen Studien sind sowohl für Ärzte als auch für Patienten erhältlich. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet. Wenn Sie mehr über klinische Studien wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Übersetzung: Dr. G. Quade, T. Ellinger, B. Burde, CaNetTransTool by B.Burde,
IMBIE, Universitätsklinik Bonn(Germany)
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