Manchmal kann Krebs schon sehr lange im Magen vorhanden sein und stark gewachsen sein, bevor er Beschwerden verursacht. In den frühen Stadien des Magenkrebs können Sie Verdauungsstörungen und eine Magenverstimmung, Völlegefühl nach dem Essen, leichte Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Sodbrennen haben. Im fortgeschrittenem Stadium von Magenkrebs können Sie an Blut im Stuhl, Erbrechen, Gewichtsabnahme oder Magenschmerzen leiden. Ihr Risiko, an Magenkrebs zu erkranken ist höher, wenn Sie an einer Infektion des Magens mit Helicobacter pylori leiden, älter, männlich und Raucher sind oder in Ihrem Leben eine Diät mit vielen trockenen, gesalzenen Nahrungsmitteln gemacht haben. Andere Risikofaktoren für Magenkrebs sind ein Magenleiden genannt "atrophische Gastritis" oder ein "Ménétrier Syndrom", eine Blutkrankheit, genannt "perniziöse Anämie", oder eine ererbte Veranlagung zur Bildung von Polypen in Ihrem Dickdarm.
Wenn Sie Beschwerden haben, wird Ihr Arzt üblicherweise eine Röntgenuntersuchung des oberen Gastrointestinaltraktes (Magen- Darm- Passage [MDP]]) veranlassen. Für diese Untersuchung trinken Sie eine bariumhaltige Flüssigkeit, die den Magen und den Darm bei der Röntgenuntersuchung besser sichtbar macht. Diese Untersuchung wird gewöhnlich in der Praxis oder der Röntgenabteilung eines Krankenhauses durchgeführt.
Ihr Arzt möchte möglicherweise mittels eines dünnen, leuchtenden Schlauches, den man Gastroskop nennt, in Ihren Magen sehen. Bei dieser Untersuchung, genannt Gastroskopie, werden die meisten Magentumore entdeckt. Hierzu wird das Gastroskop durch Ihren Mund eingeführt und in den Magen vorgeschoben. Ihr Arzt kann Ihnen vor der Untersuchung ein Lokalanästhetikum (ein Medikament, durch das Sie für kurze Zeit örtlich schmerzfrei werden) in Ihren Rachen sprühen oder ein Medikament zur Entspannung verabreichen, so daß Sie bei der Untersuchung keine Schmerzen verspüren.
Wenn Ihr Arzt auffälliges Gewebe entdeckt, wird er möglicherweise ein kleines Stück herausschneiden, damit er es unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersuchen kann. Dieser Vorgang wird Biopsie genannt. Biopsien werden gewöhnlich während einer Gastroskopie vorgenommen.
Ihre Heilungschance (Prognose) und die Wahl der Behandlung hängen von dem Stadium Ihrer Krebserkrankung (ob nur der Magen befallen ist oder ob sich der Krebs auf andere Bereiche Ihres Körpers ausgebreitet hat) und von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Die Operation ist eine häufige Therapie für alle Stadien des Magenkrebs. Ihr Arzt entfernt den Tumor möglicherweise mittels einer der folgenden Operationen:
Bei der subtotalen Gastrektomie werden der tumorbefallene Magenabschnitt, Nachbargewebe und Organe in der Nähe des Tumors entfernt. Lymphknoten in der Nähe werden ebenfalls entfernt (Lympknotendissektion). Falls nötig, wird auch die Milz (ein Organ im oberen Bauchraum, das Blut filtert und alte Blutzellen aussortiert) entfernt.
Bei der totalen Gastrektomie werden der ganze Magen, Teile der Speiseröhre, des Dünndarms und anderes Gewebe in der Nähe des Tumors entfernt. In einzelnen Fällen wird auch die Milz entfernt. Lymphknoten in der Nähe werden ebenfalls entfernt (Lympknotendissektion). Die Speiseröhre wird direkt mit dem Dünndarm verbunden, damit Sie weiterhin essen und schlucken können.
Wurde nur ein Teil des Magens entfernt, sollten Sie in der Lage sein, relativ normal zu essen. Ist Ihr gesamter Magen entfernt worden, müssen Sie möglicherweise häufiger kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, die wenig Zucker, aber viel Fett und Eiweiß enthalten. Die meisten Patienten kommen mit diesen neuen Eßgewohnheiten zurecht.
Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Chemotherapie kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper direkt über eine Vene oder in den Muskel zugeführt. Chemotherapie wird auch systemische Therapie genannt, denn die Medikamente gelangen in den Blutkreislauf, wandern durch den Körper und können Krebszellen außerhalb des Magens zerstören.
Eine Behandlung, die nach einer Operation bei der keine sichtbaren Krebszellen zurückblieben, durchgeführt wird, nennt man adjuvante Therapie. Adjuvante Therapie bei Magenkrebs wird im Rahmen klinischer Studien untersucht.
Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlen können von einer Maschine außerhalb des Körpers (externe Strahlentherapie) kommen oder von radioaktiv strahlendem Material (Radioisotope), das durch kleine Plastikröhrchen in den Bereich eingeführt wird (innere Bestrahlungstherapie), in dem Krebszellen gefunden wurden.
Die biologische Therapie versucht, den Körper anzuregen, selbst gegen den Krebs zu kämpfen. Sie nutzt Material, das der eigene Körper herstellt oder das in einem Labor hergestellt wurde, um die natürliche eigene Körperabwehr anzuregen, zu lenken oder wiederaufzubauen. Biologische Therapie wird manchmal auch als Veränderung des biologischen Antwortverhaltens (englisch BRM) oder Immuntherapie bezeichnet.
Eine Standardtherapie mag in Betracht gezogen werden aufgrund ihrer erwiesenen Wirkung in früheren Studien mit Patienten, oder es wird die Teilnahme an einer klinischen Studie erwogen. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. Klinische Studien werden für die meisten Stadien des Magenkrebs durchgeführt. Wenn Sie mehr über klinische Studien erfahren wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
PDQ ist das umfassende Informationssystem des National Cancer Institute´´´´s der USA (NCI) über Krebs. PDQ ist fast vollständig unter "Http: //www.meb.uni-bonn.de/cancernet/" verfügbar. PDQ ist ein Service des NCI. Das NCI ist ein Teil des National Institutes of Health in the USA, eine Bundeseinrichtung für Biomedizinische Forschnung.
PDQ enthält Zusammenfassungen zum Thema Krebs.
Die PDQ (Physicians Data Query) Datenbank enthält aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, Genetische Informationen, die Behandlung, unterstützende Maßnahmen und alternative Therapiemöglichkeiten. Die meisten Dokumente sind in zwei Versionen verfügbar. Eine Version für Ärzte, die in medizinischer Fachsprache geschrieben ist, und ausführliche Fachinformationen enthält. Eine Version für Patienten, die in Laiensprache verfasst und einfach zu verstehen ist. Beide Versionen enthalten aktuelle und detaillierte Informationen zum Thema Krebs.
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Die Autoren sind Spezialisten auf dem Gebiet Krebs und angrenzenden Gebieten. Sie sind für die Erstellung und Aktualisierung verantwortlich. PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.
PDQ enthält auch Informationen über Klinische Studien.
Bevor eine Behandlung begonnen wird, sollte die Möglichkeit einer Teilnahme an einer Klinischen Studie mit dem Patienten besprochen werden. Klinische Studien sollen helfen, Fragen bezüglich einer Therapieverbesserung zu beantworten. Der Inhalt der Klinischen Studien basiert auf den Ergebnissen von vorangegangenen Studien und Erkenntnissen aus den Labors. Jede Klinische Studie beantwortet wissenschaftliche Fragen zur Verbesserung der Krebstherapie. Während einer Klinschen Studie werden Informationen über die Behandlung, die Nebenwirkungen, die Risiken und den Behandlungserfolg gesammelt. Zeigt eine Klinische Studie, daß die getestete Behandlung besser ist als die alte, wird die neue Behandlung für alle Patienten übernommen.
Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Beschreigungen der Klinischen Studien sind sowohl für Ärzte als auch für Patienten erhältlich. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet. Wenn Sie mehr über klinische Studien wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Übersetzung: Dr. G. Quade, S. Schnaittacher, B. Burde,
Anna-Katharina Littmeyer M.A., CaNetTransTool by B.Burde, IMBIE,
Universitätsklinik Bonn(Germany)
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