PDQ (Physicians Data Query) ist ein Computersystem, das aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, die Behandlung und unterstützende Maßnahmen bei Krebs bereitstellt. Dies ist eine Dienstleistung des National Cancer Institute (NCI) in den USA für an Krebs erkrankte Menschen und ihre Familien; für Ärzte, Pflegekräfte und andere Mitarbeiter in der Gesundheitsversorgung.
Um die Aktualität sicherzustellen, werden die Informationen im PDQ jeden Monat durch Experten für die Behandlung bei Krebs, die Vorbeugung, Vorsorgeuntersuchungen (Screening) und unterstützende Maßnahmen überprüft und aktualisiert. PDQ liefert auch Informationen über die Erforschung neuer Behandlungsmethoden (klinische Studien), die Adressen von Ärzten, die Krebsbehandlungen durchführen, und Krankenhäusern mit speziellen Behandlungsprogrammen für Krebspatienten. Die Behandlungshinweise in dieser Übersicht basieren auf den Übersichtsinformationen für Ärzte im PDQ bezüglich dieser Krebserkrankung.
Sie können das PDQ nutzen, um mehr über die aktuelle Therapie verschiedener Krebserkrankungen zu erfahren. Sicherlich hilft es Ihnen, über diese Informationen mit Ihrem Arzt zu reden, der Sie und die Einzelheiten Ihrer Erkrankung kennt.
Sie sollten vor Beginn der Therapie über die Teilnahme an einer klinischen Studie nachdenken. PDQ kann genutzt werden, um mehr über diese Studien zu erfahren. Eine klinische Studie ist ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, die momentan praktizierten Behandlungsmethoden zu verbessern oder die Resultate von neuen Behandlungsmethoden für Krebspatienten zu erhalten. Klinische Studien basieren auf den Ergebnissen bereits durchgeführter Studien sowie neuen Erkenntnissen aus dem Forschungslabor. Jede Studie beantwortet bestimmte wissenschaftliche Fragen, um neue, bessere Wege der Krebsbehandlung zu finden. Es werden Informationen über neue Behandlungsmethoden, ihre Risiken und ihre mehr oder weniger gute Wirkung gesammelt. Wenn eine klinische Studie zeigt, daß eine neue Therapie besser als die zur Zeit als ''Standard'' eingesetzte ist, kann die neue Behandlungsmethode zur "Standardtherapie" werden. Eine Auflistung der momentan laufenden klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet.
Anfragen zu klinischen Studien richten Sie bitte an die Deutsche Krebsgesellschaft, Tel: 069 630096-0 in Frankfurt. Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: 062 21 41 01 21 oder Fax: 062 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe" (http://www.krebshilfe.net/kontakt.shtm), Tel.: 01 796 6450-15 oder Fax: 01 796 6450-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga" (http://www.swisscancer.ch), Tel.: 0800 55 88 38 an. Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
Weitere Informationsseiten in deutscher Sprache zu Studien:
Deutsch Gesellschaft für Senologie www.senologie.org
German Breast Group www.germanbreastgroup.de
German Adjuvant Breast cancer Group www.gabg.de
Arbeitsgemeinschaft Gynäökologische Onkologie www.ago-online.org
PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.
Brustkrebs (lat.: Mammakarzinom) ist die häufigste bösartige Neubildung bei Frauen: Schätzungsweise 47.500 Frauen erkranken in Deutschland jährlich neu an dieser Krebsart. Brustkrebs hat damit einen Anteil von 24 % bei den Krebsneuerkrankungen der Frauen. Im Jahr 2003 verstarben 17.173 Frauen an Brustkrebs. Seit 1997 ist die Brustkrebsmortalität leicht rückläufig. Die Anteile der Früherkennung einerseits und der Therapie andererseits an dieser Entwicklung sind unklar (aus RKI Broschüre Brustkrebs 2005, www.rki.de).
Brustkrebs ist eine Erkrankung, bei der (bösartige) Krebszellen im Brustgewebe gefunden werden. Jede Brust (lat.: Mamma) besteht aus 15-20 Segmenten, welche in noch kleinere Einheiten unterteilt werden können. Die Drüsenlappen (lat.: Lobuli) und Drüsenläppchen sind durch dünne Röhren verbunden, die Milchgänge(lat.: Ductuli) genannt werden. In den bläschenförmigen Endstücken der Drüsenläppchen kann Milch produziert werden.
Jede Brust weist Blutgefäße und Lymphgefäße auf. In den Lymphgefäßen wird die nahezu durchsichtige Lymphflüssigkeit transportiert. Lymphgefäße führen zu kleinen Organen, den Lymphknoten. Lymphknoten sind kleine bohnenförmige Strukturen, die im ganzen Körper vorkommen. Ihre Aufgabe ist es, Stoffe aus der Lymphflüssigkeit zu filtern und Infektionen und Krankheiten zu bekämpfen. Eine Anhäufung von Lymphknoten findet sich in der Achselhöhle (lat.: Axilla) unterhalb und oberhalb des Schlüsselbeins und im Brustkorb.
Der häufigste Brustkrebs ist der Milchgangskrebs (sog. ductales Mammakarzinom) Krebs, der von den Drüsenläppchen ausgeht, wird lobuläres Mammakarzinom genannt. Das lobuläre Karzinom wird häufiger in beiden Brüsten gefunden als andere Arten des Brustkrebses. Entzündlicher Brustkrebs ist eine seltene Art des Brustkrebses. Bei dieser Form des Brustkrebses ist die Brust warm, rot und geschwollen.
Alle Einflüsse, welche die Chance auf die Entwicklung von Brustkrebs erhöhen, werden als Risikofaktoren bezeichnet. Diese sind:
Familiärer Brustkrebs ist für 5-10% aller Brustkrebserkankungen verantwortlich. Die Gene (Erbanlagen) in Ihren Zellen enthalten die Erbinformationen, die Sie von Ihren Eltern erhalten haben. Verschiedene Gene sind bekannt, die bei Patientinnen mit Brustkrebs verändert sind. Verwandte von an Brustkrebs Erkrankten, die diese veränderten Gene besitzen, bekommen häufiger Brust- oder Eierstockkrebs. Einige Erbgutveränderungen kommen bei bestimmten ethnischen Gruppen häufiger vor. Tests werden entwickelt, um lange bevor eine Krebserkrankung auftritt herauszufinden, wer einen solchen Gendefekt besitzt. Greifen Sie bitte auf die PDQ Zusammenfassungen bezüglich Vorsorgeuntersuchungen und Schutz vor Brustkrebs zurück, wenn Sie mehr Informationen suchen.
Sie sollten Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie Veränderungen in Ihrer Brust bemerken. Der Arzt schlägt vielleicht eine Mammographie vor. Dies ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust, die auch Tumore aufdecken kann, die zu klein zum Ertasten sind. Wenn Sie einen Knoten in Ihrer Brust haben, muß Ihr Arzt bei Ihnen möglicherweise eine kleine Gewebeprobe entnehmen und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersuchen. Dieser Vorgang wird Biopsie genannt. Manchmal wird diese Biopsie auch durchgeführt, indem eine Nadel in das entsprechende Brustgewebe eingeführt und etwas Gewebe ausgestanzt wird. Falls diese Biopsie zeigt, daß Krebs vorliegt, müssen unbedingt bestimmte Tests (zum Nachweis von bestimmten Merkmalen von Krebszellen, z.B. sog. Östrogen- und Progesteronrezeptoren) an den Krebszellen durchgeführt werden.
Der Nachweis von Östrogen - und Progesteronrezeptoren zeigt, ob Hormone das Krebswachstum beeinflussen. Sie können auch Hinweise über die Wahrscheinlichkeit geben, daß der Krebs wieder auftritt (Rezidiv). Die Resultate helfen Ihrem Arzt bei der Entscheidung, ob er eine hormonelle Therapie durchführt, um das Tumorwachstum zu stoppen. Tumorgewebe muß zum Zeitpunkt der Biopsie in ein Labor zum Östrogen- und Progesteronrezeptoren-Test eingesandt werden, da es später möglicherweise schwierig ist, ausreichend viele Krebszellen zu gewinnen; dennoch können neuere Untersuchungsmethoden bei Gewebe angewandt werden, das nicht frisch ist.
Ihre Aussicht auf Heilung (Prognose) und die Wahl der Behandlungsmethode hängen von folgenden Faktoren ab:

Bohne, Erdnuss, Walnuss und Limone stellen Tumorgrößen dar.
| T1 | Der Tumor ist nicht größer als 2 Zentimeter und hat sich nicht außerhalb der Brust ausgebreitet. | |
| T1a | Der Tumor ist nicht größer als 0,5 cm | |
| T1b | Der Tumor ist größer als 0,5 cm aber nicht größer als 1cm | |
| T1c | Der Tumor ist größer als 1cm aber nicht größer als 2 cm | |
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T2 |
Der Tumor ist größer als 2cm aber nicht größer als 5 cm |
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T3 |
Der Tumor ist größer als 5cm |
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T4 |
Der Tumor ist beliebig groß und hat sich in das Gewebe in der Umgebung der Brust (Haut, Rand des Brustkorbs einschließlich Rippen und Muskeln im Brustkorb) ausgebreitet. |
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| T4a | der Tumor infiltriert die Brustwand | |
| T4b | der Tumor infiltriert die Haut | |
| T4c | der Tumor infiltriert die Brustwand und die Haut (T4a und T4b) | |
| T4d | es handelt sich um einen entzündlichen Brustkrebs | |
Bei dem entzündlicher Brustkrebs erscheint die Brust wegen des rötlichen Aussehens und der Wärme wie entzündet. Dies kommt durch die Tumorzellausbreitung innerhalb der Lymphgefäße zustande. Die Haut kann Erhebungen und Furchen zeigen, narbig verändert erscheinen oder aussehen wie eine Orangenschale (Peau d´orange).
Inflammatorischer (entzündlicher) Brustkrebs der linken Brust mit Rötung, peau d`orange und Brustwarzeneinziehung.
Hierbei handelt es sich um eine Einteilung auf der Grundlage von aus der Achselhöhle entfernten Lymphknoten. Es wird allgemein verlangt, dass bei einer Axilladissektion (Entfernung von Lymphknotenfettgewebe aus der Achselhöhle) mind. 10 Lymphknoten entfernt und somit der histologischen Untersuchung zugeführt werden.
N1 |
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| N1mi | es wird mikroskopisch Tumor in axillären Lymphknoten nachgewiesen der größer als 0,2 mm aber nicht größer als 2 mm ist. | |
| N1a | 1-3 axilläre Lymphknoten sind befallen. | |
| N1b | Lymphknoten entlang des Brustbeines (nur in speziellen, nicht routinemäßig durchgeführten Operationen nachweisbar) sind mikroskopisch befallen. | |
| N1c | N1a + N1b | |
N2 |
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| N2a | 4-9 axilläre Lymphknoten sind befallen. | |
| N2b | Lymphknoten entlang des Brustbeines, die mittels routinemäßig durchgeführter Untersuchungen (klinische Untersuchung, Mammographie, Sonographie etc.) nachweisbar sind. | |
N3 |
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| N3a | mehr als 9 axilläre Lymphknoten oder Lymphknoten unterhalb des Schlüsselbeines sind befallen. | |
| N3b | Lymphknoten entlang des Brustbeines, die mittels routinemäßig durchgeführter Untersuchungen (klinische Untersuchung, Mammographie, Sonographie etc.) nachweisbar sind. | |
| N3c | Lymphknoten oberhalb des Schlüsselbeines sind befallen. | |
|
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| M0 | Keine Fernmetastasen | |
| M1 | Der Tumor hat sich auf andere Organe des Körpers ausgebreitet, meist Knochen, Lunge, Leber oder Gehirn. | |
Ductales Carcinoma in situ (DCIS):
Veränderte Zellen, die im Milchgang liegen und diesen ausfüllen, ohne
den Milchgang zu verlassen. Sie werden als Vorstufen von Brustkrebs bezeichnet.
In manchen Fällen kann aus DCIS Bezirken invasiver Brustkrebs hervorgehen. Die
Voraussage, ob eine in situ Komponente tatsächlich zu Brustkrebs entartet ist
heutzutage nicht möglich.
Lobuläres Carcinoma in situ (LCIS):
Veränderte Zellen, die in den Milch-Drüsenläppchen (Lobuli) gefunden
werden. Manchmal wird ein lobuläres Carcinoma in situ gefunden, wenn eine
Biopsie wegen eines Tastbefundes oder einer Auffälligkeit in der Mammographie
durchgeführt wird. Diese Läsion stellt keine Vorstufe dar, da aus einem LCIS
nur selten invasiver Brustkrebs entsteht. Vielmehr handelt es sich beim LCIS um
eine Indikatorläsion, d.h. Patientinnen mit diesem Befund entwickeln mit 25%
iger Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten 25 Jahre Brustkrebs in einer
Brust.
Ein Rezidiv bedeutet, daß der Krebs nach einer Therapie wieder aufgetreten ist (Rückfall). Er kann in der Brust, im Weichteilgewebe der Brustwand oder in anderen Körperpartien wieder auftreten.
Einige Therapieansätze gehören zum Standard (aktuell verwendete Therapieformen), andere Therapieansätze werden in klinischen Studien erprobt. Bevor eine Therapie beginnt, sollten die Patientinnen erwägen, ob sie an Studien teilnehmen wollen. Eine klinische Studie ist eine wissenschaftliche Untersuchung, die dazu dient, die derzeit vorhandenen Therapieansätze zu verbessern oder neue Erkenntnisse in der Behandlung der Krebstherapie zu erlangen. Wenn in klinischen Studien gezeigt werden kann, dass ein neuer Therapieansatz besser ist als die Standardtherapie, so wird das neue Therapieregime zur Standardtherapie. Klinische Studien werden landesweit und international durchgeführt. Informationen über klinische Studien sind im Internet unter den oben genannten Adressen verfügbar. Der Entschluß zur geeigneten Therapie sollte durch den Patienten, die Familie und den behandelnden Arzt getroffen werden.
Bei den meisten Patientinnen mit Brustkrebs wird der Tumor operativ entfernt.
Normalerweise werden auch einige Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt und
unter dem Mikroskop auf Tumorzellen untersucht. Verschiedene Operationsmethoden
werden angewendet:
Die sog. Lumpektomie (manchmal auch Exzisionsbiopsie oder weite Exzision genannt) ist das Entfernen eines Knotens aus der Brust einschließlich eines allseits ausreichenden Anteils an gesundem Umgebungsgewebe. Normalerweise schließt sich bei dieser Form der Operation im Rahmen der Nachbehandlung eine Bestrahlung des restlichen Brustgewebes an. Bei Patientinnen, bei denen brusterhaltend operiert wird, werden in der Regel auch Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt. Die Lymphknotenentfernung kann in der gleichen Sitzung durchgeführt werden, in der der Tumor aus der Brust entfernt wird oder aber in einem zweiten Schritt in einer eigenen Operation. Die Lymphknotenentfernung wird meist über einen seperaten Schnitt durchgeführt.

Brusterhaltende Therapie: Entfernung des Tumors und einiger axillärer
Lymphknoten
Die einfache Brustentfernung (Mastektomie) ist die Entfernung der betroffenen Brust

Einfache Mastektomie: Entfernung der betroffenen Brust
Die modifiziert radikale Brustentfernung ist die Entfernung der betroffenen Brust, der Deckschicht über der Brustmuskulatur und manchmal eines Teils der Brustwandmuskulatur , sowie der Lymphknoten in der Achselhöhle, über einen Schnitt.

Modifiziert radikale Mastektomie: Die Markierung zeigt das Areal welches entfernt wird. Zusätzlich werden die Deckschicht des Brustmuskels und manchmal auch Teile der Brustwandmuskulatur entfernt.
Unter der radikalen Brustentfernung (auch "radikale Mastektomie nach Halsted" genannt) versteht man die Entfernung der Brust, einschließlich der Brustmuskulatur und möglichst aller Lymphknoten aus der Achselhöhle. Jahrelang war dies die am häufigsten angewendete Operationsmethode; heute wird sie nur noch in Ausnahmen durchgeführt, wenn der Tumor die Brustmuskulatur befallen hat. Selbst wenn durch die Operation der gesamte sichtbare und tastbare Tumor entfernt werden konnte, kann es im weitern Verlauf der Behandlung zur Empfehlung einer Bestrahlung, Chemotherapie oder hormonellen Therapie, oder einer Kombination dieser Behandlungsformen kommen. Gründe hierfür sind die anhand der patho-histologischen Gewebeuntersuchung gewonnen Erkenntnisse. Hierbei spielen unter anderem der Befall von Lymphknoten in der Achselhöhle, bestimmte Merkmale der Krebszelle (Östrogen- und Progesteronrezeptoren sowie weitere Wachstumsfaktoren), Alter, und Stadium der Krebserkrankung eine wichtige Rolle. Hierbei ist das Ziel, jede einzelne noch verbliebene Krebszelle im Körper zu eliminieren. Jede Therapie nach einer operativen Behandlung mit dem Ziel der Heilung wird als „adjuvante" Therapie bezeichnet.
Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Art der Strahlentherapie richtet sich nach dem Tumorstadium der Krebserkrankung.
Die Chemotherapie setzt Medikamente zur Abtötung von Krebszellen ein. Die Chemotherapie kann oral (wie Tabletten über den Mund) verabreicht werden, oder sie wird dem Körper über die Blutbahn (venös) zugeführt, indem man einen Zugangsweg in eine Vene ermöglicht (meist sind dies venöse Katheter). Chemotherapie wird auch "Systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahnen im ganzen Körper(-system) verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können. Die Art der Chemotherapie hängt vom Tumorstadium der Krebserkrankung ab.
Unter dieser Art von Therapie versteht man eine gegen die Wirkung körpereigener Hormone gerichtete Therapie, also eigentlich eine „Anti-Hormontherapie". Wenn Tests ergeben, daß die Krebszellen Östrogen- und/oder Progesteronrezeptoren besitzen, erhalten Sie möglicherweise eine (Anti-) Hormontherapie. Diese Therapie kann alleine oder nach der Durchführung einer Chemotherapie, sowie auch parallel zu einer notwendigen Strahlentherapie durchgeführt werden. Welche der vielen Möglichkeiten einer antihormonellen Therapie (z.B. Tamoxifen, Aromatasehemmer, GnRH-Analoga etc.) zum Einsatz kommen besprechen Sie bitte mit dem behandelnden Arzt.
Unter dem sog. Wächter-Lymphknoten (Sentinel- Lymphknoten) versteht man
denjenigen Lymphknoten in der Achselhöhle, der als erstes von Krebszellen aus
der Brust erreicht wird. Ist der Wächter-Lymphknoten tumorfrei, weisen auch
sämtliche nachgeordnete Lymphknoten keine Tumorzellen auf. Um den
Wächter-Lymphknoten während einer Operation identifizieren zu können, wird
vor dem Eingriff eine radioaktiv markierte Substanz und/oder eine Farblösung um
den Brusttumor herum eingespritzt. Diese Stoffe werden über die Lymphbahnen
abtransportiert und reichern sich im Wächter-Lymphknoten an. Mit einer
speziellen Sonde kann die Verteilung der radioaktiven Substanz im Gewebe
gemessen und der Wächter-Lymphknoten identifiziert werden. Über eine kleine
Inzision wird dieser nun gezielt entfernt. Ein Pathologe beurteilt, meist schon
während der Operation, den entfernten Wächter- Lymphknoten unter dem
Mikroskop. Ist der Wächter-Lymphknoten frei von Tumorzellen, können die
übrigen Lymphknoten belassen und das Gewebe geschont werden. Entdecken die
Pathologen jedoch Tumorzellen im Wächter-Lymphknoten oder gelingt es den
Ärzten nicht, diesen aufzuspüren, so müssen die weiteren Lymphknoten aus der
Achselhöhle entfernt werden.
| Sentinel -Lymphknoten Entfernung: Eine radioaktiv markierte Substanz und/oder eine Farblösung wird um den Brusttumor herum eingespritzt. Mit einer speziellen Sonde wird der Wächtelymphknoten identifiziert. Der Wächterlymphknoten wird entfernt. | ||
Mit dem Wirkstoff Trastuzumab wurde ein sogenannter "monoklonaler
Antikörper" entwickelt, der sich ausschließlich gegen Strukturen auf der
Oberfläche von Brustkrebszellen richtet (den sogenannten Her2-Rezeptor). Der
Antikörper bindet an diesen Rezeptor und blockiert damit eine Signalkaskade,
welche die Krebszelle für Wachstum und Überleben benötigt.
Voraussetzung für eine Therapie mit diesem Antikörper ist allerdings, daß der
Her2-Rezeptor auf den jeweiligen Tumoren positiv ist, was für etwa ein Drittel
aller Brustkrebspatientinnen zutrifft.
Wenn Sie ein ductales Carcinoma in situ haben, wird Ihre Behandlung wahrscheinlich eine der folgenden sein:
Ihre Behandlung besteht wahrscheinlich aus einer Biopsie, gefolgt von einer
oder
mehrerer der folgenden Möglichkeiten:
Ihre Behandlung wird wahrscheinlich aus einer Kombination aus Chemotherapie, Hormontherapie, und Bestrahlung bestehen, die möglicherweise mit einer Operation zur Entfernung der Brust kombiniert wird.
Sollten Sie sich einer Brustentfernung unterziehen müssen, stehen
unterschiedliche Methoden der Brustrekonstruktion zur Verfügung. Ein
Wiederaufbau kann in derselben Operation wie die Abnahme der Brust (simultaner
Wiederaufbau) oder aber im Intervall (sequenzieller Wiederaufbau) erfolgen.
Die Brust kann mit körpereigenem Gewebe (z.B. Rücken- oder Bauchmuskulatur)
oder mit Hilfe von Implantaten wiederaufgebaut werden. Für jede Patientin muss
individuell entschieden werden, welche Form des Wiederaufbaus (simultan oder
sequentiell, Eigengewebe oder Implantate) die günstigste für sie ist.
Grundsätzlich steht immer die maximale Sicherheit bezüglich der
Tumorerkrankung im Vordergrund und diese darf auch von kosmetischen
Gesichtspunkten nicht beeinflusst werden.
Weitere Fragen sollten Sie mit Ihrem Arzt klären. Mehr Information erhalten Sie
auf der folgenden Website: Brustrekonstruktion
Tritt nach einer abgeschlossenen Behandlung Brustkrebs wider auf (man nennt dies Rezidiv), so unterscheidet man das Lokalrezidiv, welches auf die Brust beschränkt entsteht, von der Fernmetastase, welche ausserhalb der Brust andere Körperregionen betrifft. Patientinnen mit einem Rezidiv in der Brust können geheilt werden. Sind einmal Fernmetastasen aufgetreten, so kann in der Regel eine Heilung nicht mehr erfolgen. Jedoch kann die Erkrankung durch den Einsatz von Medikamenten, Strahlentherapie etc. zurückgedrängt oder auf einem Niveau gestoppt werden. Die Wahl der Behandlung hängt ab von Tumoreigenschaften (wie der Menge der Hormonrezeptoren, den vorher verabreichten Therapien, der Zeitdauer vom Beginn der ersten Behandlung bis zum Rezidiv, ob noch eine Menstruation stattfindet und anderen Faktoren. Dabei ist streng darauf zu achten, dass die durch eine gewählte Therapie erzeugten Nebenwirkungen in einer sinnvollen Relation zur Lebensqualität der Patienten steht.
Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
Übersetzung und Anpassung: Dr.
O Zivanovic, Dr. M. Braun
(Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde), Dr. G. Quade (IMBIE),
Universitätsklinik Bonn(Germany)
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