medNews

Das Dokument "Retinoblastom" wird Ihnen angeboten durch die Universitätsklinik Bonn

Retinoblastom

208/00993


Hinweis
Beschreibung
Erklärung der Stadien
Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten
Intraokuläres Retinoblastom
Extraokuläres Retinoblastom
Rezidiv
Übersicht über PDQ


Informationen aus dem PDQ für Patienten


Hinweis

Die vorliegenden Angaben beruhen auf Dokumenten des National Cancer Institute der USA. Für die Richtigkeit der in dieser deutschsprachigen Version gemachten Angaben können weder das National Cancer Institute noch die Universität Bonn oder ihre Mitarbeiter eine Garantie übernehmen. Fragen Sie daher in jedem Fall ihren Arzt!


BESCHREIBUNG

Was ist ein Retinoblastom?

Das Retinoblastom ist ein bösartiger Tumor der Netzhaut. Die Netzhaut ist ein zartes Nervengewebe im hinteren Auge welches Lichtsignale empfängt und Objekte sieht.

Obwohl ein Retinoblastom in jedem Alter entstehen kann, tritt es meistens bei jungen Kindern auf, meist im Alter unter fünf Jahren. Der Tumor kann sich in einem oder beiden Augen entwickeln. Das Retinoblastom ist normalerweise auf das Auge beschränkt und breitet sich nicht auf umliegendes Gewebe oder andere Körperteile aus. Die Heilungschance (Prognose) und die Chance des Erhalts des Augenlichts Ihres Kindes sowie die Wahl der Behandlung sind abhängig von der Ausbreitung der Krankheit im Inneren und außerhalb des Auges.

Das Retinoblastom kann erblich oder nicht erblich sein. Die erbliche Form kann in einem oder beiden Augen auftreten, und betrifft meistens jüngere Kinder. Die meisten Retinoblastome die nur einseitig auftreten sind nicht erblich, und ist häufiger bei älteren Kindern. Tritt die Krankheit in beiden Augen auf, so ist sie erblich. Wegen der Vererbbarkeit sollten die Geschwister eines erkrankten Kindes stets mit untersucht werden, um eine eventuelle Erkrankung erkennen zu können. Eine genetische Untersuchung kann das Risiko der Geschwister, auch zu erkranken, abschätzen.

Ein Kind mit erblichem Retinoblastom hat aufgrund des Therapie der Retinoblastoms ein erhöhtes Risiko einen Hirntumor zu entwickeln. Dies nennt man trilaterales Retinoblastom. Durch regelmäßige Kontrollen ,während und nach der Therapie, kann diese seltene Entwicklung frühzeitig erkannt werden. Wenn Ihr Kind an einem Retinoblastom leidet - besonders an der erblichen Form - besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit der Erkrankung an einem weiteren (anderen) Krebs im Laufe des Lebens. Die Eltern sollten daher unbedingt darauf achten, das Kind auch nach der Behandlung regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen zu bringen.


ERKLÄRUNG DER STADIEN

Stadien des Retinoblastoms

Wird ein Retinoblastom entdeckt, folgen weitere Untersuchungen zur Bestimmung der Tumorgröße und zur Ausdehnung des Krebs, d.h. ob er sich auf umliegendes Gewebe oder andere Körperteile ausgebreitet hat. Dies nennt man Stadieneinteilung.

Zur Planung einer Behandlung ist es unbedingt notwendig, daß der Arzt Ihres Kindes das Stadium der Krankheit genau kennt. Obwohl es zur Zeit unterschiedliche Systeme zur Stadieneinteilung beim Retinoblastom gibt, so reicht doch zum Zwecke der Behandlungsplanung die Einteilung in die Kategorien "intraokulär" (im Auge) und "extraokulär" (außerhalb des Auges).

Intraokuläres Retinoblastom

Der Krebs wird in einem oder beiden Augen gefunden und hat sich nicht auf umgebendes Gewebe oder andere Körperteile ausgebreitet.

Extraokuläres Retinoblastom

Der Krebs hat sich auf Gewebe hinter dem Auge ausgebreitet. Er kann auf das Gewebe um das Auge herum beschränkt sein oder sich auf andere Körperteile ausgebreitet haben.

Rezidiv

Rezidiv bedeutet, daß der Krebs erneut ausgebrochen ist oder weiter wächst obwohl eine Behandlung erfolgte. Der Krebs kann im Auge, im Gewebe um das Auge, oder anderen Körperteilen wieder ausbrechen.


ÜBERBLICK ÜBER DIE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Wie wird das Retinoblastom behandelt

Für alle Kinder mit einem Retinoblastom gibt es Behandlungsmöglichkeiten und die meisten Kinder werden auch geheilt. Die Art der Behandlung ist abhängig von der Größe des Tumors im Auges, ob er beide oder ein Auge befallen hat und ob sich der Tumor auf weiteres Gewebe ausgebreitet hat. Eine Behandlung, die sowohl die Heilung als auch den Erhalt des Augenlichtes anstrebt, kann folgendermaßen aussehen:

Enukleation: Operation zur Entfernung des Augapfels.

Strahlentherapie: Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgen- und andere Strahlen ein, um die Krebszellen abzutöten oder Tumorgewebe schrumpfen zu lassen. Die Strahlen können von einer Maschine außerhalb des Körpers (äußere Strahlentherapie) kommen oder von radioaktiv strahlendem Material, das in den Bereich gebracht wird, in dem Krebszellen gefunden werden (innere Strahlentherapie).

Kryotherapie: Zerstörung des Tumors durch extreme Kälte.

Photokoagulation: Die den Tumor mit Blut versorgenden Gefäße werden mit Laserlicht zerstört.

Thermotherapie: Zerstörung des Tumors durch Hitze.

Chemotherapie: Es werden Medikamente zur Abtötung von Krebszellen benutzen. Chemotherapie wird auch "systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahn im ganzen Körpers verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können. Bei Kindern mit einem Retinoblastom ist die Chemotherapie noch in der Erprobungsphase.

Behandlung je nach Stadium

Ihr Kind kann eine Behandlung erhalten, die aufgrund ihrer erwiesenen Wirkungsweise bei Patienten früherer Studien als Standardtherapie gilt, oder Sie erwägen die Teilnahme Ihres Kindes an einer Klinischen Studie. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Aus diesen Gründen gibt es klinische Studien um neue Behandlungsarten zu testen und um bessere Behandlungen für Krebspatienten zu finden. Wenn Sie mehr wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.


INTRAOKULÄRES RETINOBLASTOM

Die Behandlung ist abhängig davon, ob ein oder beide Augen betroffen sind.

Ist der Tumor in nur einem Auge, kann die Behandlung folgende sein:

Eine Operation zur Entfernung des Augapfels (Enukleation) erfolgt nur bei großen Tumoren wenn keine Aussicht auf Erhalt der Sehfähigkeit gegeben ist.

Äußere Strahlentherapie, Photokoagulation, Kryotherapie Thermotherapie oder Brachytherapie wird bei kleineren Tumoren angewandt, wenn die Rettung des Augenlichts möglich scheint.

Ist der Tumor in beiden Augen, kann die Behandlung folgende sein:

Operation zur Entfernung des Augapfels der stärker befallen ist und/oder eine Bestrahlung (mit oder ohne andere Behandlungen) des verbliebenen Auges.

Eine Bestrahlung beider Augen wenn die Möglichkeit des Erhalts der Sehfähigkeit für beide Augen gesehen wird.

Klinische Studie zur Chemotherapie mit oder ohne einer anderen Form der Therapie.


EXTRAOKULÄRES RETINOBLASTOM

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

Strahlentherapie und/oder intrathekale (in den Raum, der das Rückenmark und das Gehirn enthält) Chemotherapie.

Teilnahme an einer klinischen Studie zur Erprobung neuer Chemotherapie Kombinationen, mit oder ohne Knochenmarktransplantation, und neue Wege Medikamentengabe.


REZIDIV

Die Behandlung ist abhängig vom Ort und dem Ausmaß des Wiederauftretens oder des Weiterwachsens (Progression). Bricht der Krebs nur in einem Auge wieder aus, und ist noch sehr klein, wird Ihr Kind eine Operation oder eine Strahlentherapie erhalten. Tritt der Krebs außerhalb des Auges wieder auf, muß die Behandlung sorgfältig abgewogen und auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt werden. Die Eltern können erwägen, ihr Kind an einer klinischen Studie teilnehmen zu lassen.


ÜBERSICHT ÜBER PDQ

Über PDQ

PDQ ist eine umfassenede Krebsdatenbank. Sie ist verfügbar unter www.meb.uni-bonn.de/cancernet.

PDQ ist das umfassende Informationssystem des National Cancer Institute´´´´s der USA (NCI) über Krebs. PDQ ist fast vollständig unter "Http: //www.meb.uni-bonn.de/cancernet/" verfügbar. PDQ ist ein Service des NCI. Das NCI ist ein Teil des National Institutes of Health in the USA, eine Bundeseinrichtung für Biomedizinische Forschnung.

PDQ enthält Zusammenfassungen zum Thema Krebs.

Die PDQ (Physicians Data Query) Datenbank enthält aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, Genetische Informationen, die Behandlung, unterstützende Maßnahmen und alternative Therapiemöglichkeiten. Die meisten Dokumente sind in zwei Versionen verfügbar. Eine Version für Ärzte, die in medizinischer Fachsprache geschrieben ist, und ausführliche Fachinformationen enthält. Eine Version für Patienten, die in Laiensprache verfasst und einfach zu verstehen ist. Beide Versionen enthalten aktuelle und detaillierte Informationen zum Thema Krebs.

PDQ Krebsinformationen werden von Fachleuten entwickelt und regelmäßig aktualisiert.

Die Autoren sind Spezialisten auf dem Gebiet Krebs und angrenzenden Gebieten. Sie sind für die Erstellung und Aktualisierung verantwortlich. PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.

PDQ enthält auch Informationen über Klinische Studien.

In den USA werden 2/3 der Kinder mit Krebsleiden in Klinischen Studien behandelt. Klinische Studien sollen helfen, Fragen bezüglich einer Therapieverbesserung zu beantworten. Der Inhalt der Klinischen Studien basiert auf den Ergebnissen von vorangegangenen Studien und Erkenntnissen aus den Labors. Jede Klinische Studie beantwortet wissenschaftliche Fragen zur Verbesserung der Krebstherapie. Während einer Klinschen Studie werden Informationen über die Behandlung, die Nebenwirkungen, die Risiken und den Behandlungserfolg gesammelt. Zeigt eine Klinische Studie, daß die getestete Behandlung besser ist als die alte, wird die neue Behandlung für alle Patienten übernommen.

Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Beschreigungen der Klinischen Studien sind sowohl für Ärzte als auch für Patienten erhältlich. Wenn Sie mehr über klinische Studien zu Krebs bei Kindern erfahren wollen, wenden Sie sich bitte an die unten auf der Seite angegebenen Stellen.

PQD enthält Informationen über Arbeitsgruppen, die sich auf Klinische Studien spezialisiert haben.

PDQ enthält Listen über Ärzte und Krankenhäuser die sich die an Krebstherapieprogrammen beteiligt sind.

Weil eine Krebserkrankung bei Kindern selten ist, werden die meisten Kinder von Spezialisten in Kliniken mit besonderen Therapiemöglichkeiten für Kinder behandelt. PDQ enthält Informationen über Ärzte und Krankenhäuser die auf die Behandlung von Kindern mit einer Krebserkrankung spezialisiert sind. Wenn Sie mehr über Spezialisten und Krankenhäuser mit Programmen zur Krebstherapie bei Kindern erfahren wollen, wenden Sie sich bitte an die unten auf der Seite angegebenen Stellen.


Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: (0049) (0)62 21 41 01 21 oder Fax: (0049) (0)62 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe": Tel.: (0043) (0)1 796 64 50-15 oder Fax: (0043) (0)1 796 64 50-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga", Tel.: 0800 55 88 38 (Http: //www.swisscancer.ch/). Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
Datum der letzten Aktualisierung: 02/2002

Übersetzung: Dr. G. Quade, S. Schnaittacher, B. Burde, Anna-Katharina Littmeyer M.A., CaNetTransTool by B.Burde, IMBIE, Universitätsklinik Bonn(Germany)