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Das Dokument "Epitheliales Ovarialkarzinom" wird Ihnen angeboten durch die Universitätsklinik Bonn

Epitheliales Ovarialkarzinom

208/00950


Hinweis
Beschreibung
Erklärung der Stadien
Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten
Stadium I Epitheliales Ovarialkarzinom
Stadium II Epitheliales Ovarialkarzinom
Stadium III Epitheliales Ovarialkarzinom
Stadium IV Epitheliales Ovarialkarzinom
Rezidivierendes Epitheliales Ovarialkarzinom
Übersicht über PDQ


Informationen aus dem PDQ für Patienten


Hinweis

Die vorliegenden Angaben beruhen auf Dokumenten des National Cancer Institute der USA. Für die Richtigkeit der in dieser deutschsprachigen Version gemachten Angaben können weder das National Cancer Institute noch die Universität Bonn oder ihre Mitarbeiter eine Garantie übernehmen. Fragen Sie daher in jedem Fall ihren Arzt!


BESCHREIBUNG

Was ist Eierstockkrebs?

Krebs der Eierstöcke ist eine Erkrankung, bei der (bösartige) Krebszellen in den Eierstöcken gefunden werden. Bei etwa 25.000 Frauen wird diese Erkrankung in den USA jährlich diagnostiziert. Ein Eierstock ist ein kleines Organ im Becken, das weibliche Hormone produziert und die Eizellen enthält, aus denen sich nach der Befruchtung ein Kind entwickeln kann. Es gibt zwei Eierstöcke: einer auf der linken Seite der Gebärmutter (der birnenförmige Hohlraum, in dem sich ein Kind entwickelt) und einer auf der rechten. Dieses PDQ Dokument enthält Informationen über Krebs, der von der Oberfläche (Epithel) des Eierstocks ausgeht. Krebs, der von den Eier bildenden Zellen ausgeht, wird "Keimzelltumor des Eierstocks" genannt und in einem separaten PDQ-Dokument über Keimzelltumoren des Ovars behandelt.

Unglücklicherweise wird bei der überwiegenden Mehrheit der Frauen mit Eierstockkrebs ein fortgeschrittenes Stadium diagnostiziert. Obwohl Frauen mit Eierstockkrebs manchmal schon im frühen Stadium Beschwerden wie unklare Bauchbeschwerden, Druck im Becken und Schmerzen haben, verspüren Frauen im Frühstadium weit häufiger keine Symptome oder nur sehr geringe und unspezifische Beschwerden. Zu dem Zeitpunkt, an dem Beschwerden vorhanden sind, sind Frauen mit Eierstockkrebs gewöhnlich in einem fortgeschrittenem Stadium.

Da Eierstockkrebs auf das Bauchfell (Peritoneum) übergreifen kann, in dem Darm, Gebärmutter und Eierstöcke liegen, haben viele Frauen mit Eierstockkrebs Flüssigkeit im Bauchraum (genannt "Aszites"), die den Leib aufbläht. Wenn der Krebs auf das Zwerchfell (Muskel unter der Lunge, der die Atmung kontrolliert) übergegriffen hat, kann sich Flüssigkeit unter den Lungen bilden und Atemnot hervorrufen.

Einige Frauen haben wegen einer familiären Belastung mit Eierstockkrebs ein größeres Risiko, Eierstockkrebs zu bekommen. Frauen, bei denen zwei oder mehr nahe Familienangehörige von Eierstockkrebs betroffen sind oder waren, könnten ein familiäres Krebssyndrom haben (gehäuftes Auftreten von verschiedenen Krebsarten in einer Familie) und sollten im Hinblick auf ihr eigenes Risiko für weitere Krebserkrankungen bei einem qualifizierten Spezialisten Rat suchen. Eine Frau mit einer nahen, betroffenen Verwandten (Mutter, Schwester oder Tochter) trägt ein Risiko von 5. 0% während Ihres Lebens an Eierstockkrebs zu erkranken. Das vergleichbare Risiko für Frauen ohne betroffene Verwandte beträgt 1. 5%. Zum jetzigen Zeitpunkt kann nach aktuellem Wissen und mit den zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden eine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung für Frauen mit nur einer oder ohne betroffene Verwandte nicht empfohlen werden.

Ihre Aussicht auf Heilung (Prognose) und die Wahl der Behandlungsmethode hängen von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, der Art und Größe Ihres Tumors und vom Stadium Ihrer Krebserkrankung ab.


ERKLÄRUNG DER STADIEN

Stadien des Eierstockkrebs

Wenn Eierstockkrebs entdeckt wird, werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, ob der Krebs sich auch auf andere Regionen des Körpers ausgebreitet hat (Staging). Eine Operation, "Laparotomie" genannt, wird bei fast allen Patientinnen durchgeführt, um das Stadium der Erkrankung zu bestimmen. Hierzu muß Ihr Arzt den Bauchraum öffnen und sorgfältig alle Organe auf Krebsbefall untersuchen. Während der Operation wird Ihr Arzt kleine Gewebeproben (Biopsie) entnehmen, um unter dem Mikroskop nachzusehen, ob sie Krebszellen enthalten. Gewöhnlich wird der Arzt während einer Laparotomie den Tumor und andere Organe, die vom Krebs befallen sind, entfernen (siehe auch im Abschnitt: Wie das Ovarialkarzinom behandelt wird). Um die Therapie festzulegen, muß Ihr Arzt das Stadium Ihrer Erkrankung kennen. Beim Eierstockkrebs gibt es die folgenden Stadien:

Stadium I

Der Krebs befindet sich nur in einem Eierstock oder in beiden Eierstöcken.

Stadium II

Der Krebs hat einen oder beide Eierstöcke befallen, und/oder hat die Gebärmutter befallen, und/oder die Eileiter (die Verbindung zwischen Eierstock und Gebärmutter, durch die die Eizelle wandert), und/oder andere Gewebe im Beckenbereich.

Stadium III

Der Krebs hat einen oder beide Eierstöcke, Lymphknoten oder andere Gewebe und Organe in der Bauchhöhle befallen, so wie z.B. die Oberfläche der Leber oder des Darmes. (Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Gewebestrukturen, die im ganzen Körper vorkommen. Sie produzieren und speichern Zellen, die Infektionen bekämpfen. )

Stadium IV

Der Krebs hat einen oder beide Eierstöcke befallen, außerdem Organe oder Gewebe außerhalb der Bauchhöhle oder das Innere der Leber.

Rezidivierend oder Therapierefraktär

Ein Rezidiv bedeutet, daß der Krebs nach einer Therapie wieder aufgetreten ist (Rückfall). Therapierefraktär bedeutet, daß der Krebs nicht mehr auf die Therapie reagiert.


ÜBERBLICK ÜBER DIE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Wie Eierstockkrebs behandelt wird:

Es gibt für alle Patienten mit Eierstockkrebs Behandlungsmöglichkeiten. Drei Arten der Behandlung kommen in Frage: Ein angemessener und vollständiger chirurgischer Eingriff ist die unverzichtbare erste Therapie beim Eierstockkrebs und erlaubt eine präzise Stadienzuordnung, genaue Diagnose und eine optimale Verminderung der Tumormasse (Entfernen von möglichst viel Tumorgewebe). Eine derartige Operation beinhaltet eine "totale Hysterektomie", "beidseitige Salpingoophorektomie" (Entfernung der Eileiter und Eierstöcke), "Netzresektion" (Entfernung einer fetthaltigen Gewebeabdeckung innerhalb des Bauchraumes) und "Lymphadenektomie" (Entfernung von Lymphknoten). Eine aggressive Vorgehensweise bei der Tumorreduktion ist beim Eierstockkrebs wichtig, denn die Entfernung von möglichst viel Tumorgewebe ist mit einer Verlängerung der Überlebenszeit verbunden. Diese Operation wird am besten durch einen qualifizierten gynäkologischen Krebsspezialisten durchgeführt, einem chirurgisch tätigen Frauenarzt mit besonderer Erfahrung bei Tumoren im Becken.

Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlen können von einer Maschine außerhalb des Körpers (externe Strahlentherapie) kommen oder von einer radioaktiv strahlenden Flüssigkeit, die direkt in die Bauchhöhle (Peritoneum) eingefüllt wird (intraperitoneale Strahlentherapie).

Die Chemotherapie setzt Medikamente zur Abtötung der Krebszellen ein. Chemotherapie kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper über eine in eine Vene eingeführte Nadel zugeführt. Chemotherapie wird auch "systemische Therapie" genannt, denn die Medikamente gelangen in den Blutkreislauf, wandern durch den Körper und können Krebszellen außerhalb der Eierstöcke zerstören. Chemotherapie kann auch mittels einer Nadel durch die Bauchwand in das Bauchfell (intraperitoneal) verabreicht werden.

Behandlung je nach Stadium

Die Behandlung des Eierstockkrebs hängt von dem Stadium Ihrer Erkrankung, der Art der Erkrankung, Ihrem Alter, und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Sie erhalten möglicherweise eine Therapie im Rahmen einer klinischen Studie bezüglich Eierstockkrebs. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. Klinische Studien werden in den meisten Regionen des Landes für die meisten Stadien des Eierstockkrebs durchgeführt. Wenn Sie nicht an einer klinischen Studie teilnehmen können oder wollen, können Sie eine auf Grund ihrer Wirksamkeit in vorausgehenden Studien als Standard bezeichnete Therapie erhalten. Wenn Sie mehr über klinische Studien erfahren wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.


STADIUM I EPITHELIALES OVARIALKARZINOM

Bei allen Frauen mit Eierstockkrebs sollte die operative Stadieneinteilung mit Sorgfalt durchgeführt werden. Bei den meisten Frauen mit Eierstockkrebs im Stadium I wird eine totale abdominelle Hysterektomie, eine beidseitige Salpingoophorektomie, Entfernung des Omentums sowie eine Lymphknoten- und Gewebebiopsie in Becken und Bauchraum durchgeführt. In Abhängigkeit von der Beurteilung der Tumorzellen durch den Pathologen, dem betroffenen spezifischen Zelltyp und der Gradeinteilung des Tumors (wie bösartig die Zellen unter dem Mikroskop aussehen), wird nach der Operation eine zusätzliche Behandlung empfohlen. Eine weitergehende Behandlung kann eine der folgenden sein. 1. Strahlentherapie, Chemotherapie oder häufige Kontrollen ohne sofortige Therapie (watchful waiting).
2. Kombinierte Chemotherapie. 3. Klinische Studie welche neue oder neue Kombinationen von Chemotherapeutika untersucht.


STADIUM II EPITHELIALES OVARIALKARZINOM

Ihre Behandlung beinhaltet die operative Entfernung beider Eierstöcke, beider Eileiter, der Gebärmutter und möglichst viel Tumorgewebe (totale abdominelle Hysterektomie und beidseitige Salpingoophorektomie mit Tumorreduktion). Bei der Operation werden Proben von Lymphknoten und anderen Geweben in Becken und Bauchraum herausgeschnitten (biopsiert) und auf Krebs untersucht. Nach der Operation könnte Ihre Behandlung eine der folgenden sein:
1. Kombinierte Chemotherapie mit oder ohne Strahlentherapie.
2. Kombinierte Chemotherapie.
3. Klinische Studie welche neue oder neue Kombinationen von Chemotherapeutika untersucht.


STADIUM III EPITHELIALES OVARIALKARZINOM

Ihre Behandlung beinhaltet die operative Entfernung beider Eierstöcke, beider Eileiter, der Gebärmutter und möglichst viel Tumorgewebe (totale abdominelle Hysterektomie und beidseitige Salpingoophorektomie mit Tumorreduktion). Bei der Operation werden Proben von Lymphknoten und anderen Geweben in Becken und Bauchraum herausgeschnitten (biopsiert) und auf Krebs untersucht. Nach der Operation könnte Ihre Behandlung eine der folgenden sein:
1. Kombinierte Chemotherapie.
2. Chemotherapie mit eventuell angeschlossener Operation um verbliebenes Tumorgewebe zu entfernen.


STADIUM IV EPITHELIALES OVARIALKARZINOM

Eine Behandlung ist möglicherweise eine Operation um möglichst viel Tumorgewebe zu entfernen, mit anschließender Chemotherapie.


REZIDIVIERENDES EPITHELIALES OVARIALKARZINOM

Eine Standardtherapie für Rezidive gibt es nicht. Klinische Studien werden gegenwärtig durchgeführt um die Therapien zu beurteilen. Rezidive kann man auf folgende Weise therapieren:
1. Chemotherapie, eventuell gefolgt von einer Operation.
2. Neue Medikamente für die Chemotherapie oder neue Medikamentenkombinationen.
3. Operationen, um die Beschwerden, die vom Krebs hervorgerufen werden, zu lindern.
4. Kombinierte Chemotherapie.


ÜBERSICHT ÜBER PDQ

Was ist PDQ?

PDQ (Physicians Data Query) ist ein Computersystem, das aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, die Behandlung und unterstützende Maßnahmen bei Krebs bereitstellt. Dies ist eine Dienstleistung des National Cancer Institute (NCI) in den USA für an Krebs erkrankte Menschen und ihre Familien; für Ärzte, Pflegekräfte und andere Mitarbeiter in der Gesundheitsversorgung.

Um die Aktualität sicherzustellen, werden die Informationen im PDQ jeden Monat durch Experten für die Behandlung bei Krebs, die Vorbeugung, Vorsorgeuntersuchungen (Screening) und unterstützende Maßnahmen überprüft und aktualisiert. PDQ liefert auch Informationen über die Erforschung neuer Behandlungsmethoden (klinische Studien), die Adressen von Ärzten, die Krebsbehandlungen durchführen, und Krankenhäusern mit speziellen Behandlungsprogrammen für Krebspatienten. Die Behandlungshinweise in dieser Übersicht basieren auf den Übersichtsinformationen für Ärzte im PDQ bezüglich dieser Krebserkrankung.

Wie nutze ich das PDQ?

Sie können das PDQ nutzen, um mehr über die aktuelle Therapie verschiedener Krebserkrankungen zu erfahren. Sicherlich hilft es Ihnen, über diese Informationen mit Ihrem Arzt zu reden, der Sie und die Einzelheiten Ihrer Erkrankung kennt.

Sie sollten vor Beginn der Therapie über die Teilnahme an einer klinischen Studie nachdenken. PDQ kann genutzt werden, um mehr über diese Studien zu erfahren. Eine klinische Studie ist ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, die momentan praktizierten Behandlungsmethoden zu verbessern oder die Resultate von neuen Behandlungsmethoden für Krebspatienten zu erhalten. Klinische Studien basieren auf den Ergebnissen bereits durchgeführter Studien sowie neuen Erkenntnissen aus dem Forschungslabor. Jede Studie beantwortet bestimmte wissenschaftliche Fragen, um neue, bessere Wege der Krebsbehandlung zu finden. Es werden Informationen über neue Behandlungsmethoden, ihre Risiken und ihre mehr oder weniger gute Wirkung gesammelt. Wenn eine klinische Studie zeigt, daß eine neue Therapie besser als die zur Zeit als ''Standard'' eingesetzte ist, kann die neue Behandlungsmethode zur "Standardtherapie" werden. Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet.

Anfragen zu klinischen Studien richten Sie bitte an die Deutsche Krebsgesellschaft, Tel: 069 630096-0 in Frankfurt. Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: 062 21 41 01 21 oder Fax: 062 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe" (Http: //www.krebshilfe.or.at/kontakte/landesorganisationen.html), Tel.: 01 796 6450-15 oder Fax: 01 796 6450-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga" (Http: //www.swisscancer.ch/deutsch/content/violett/beratunginfo_beratungsstellen.html), Tel.: 0800 55 88 38 an. Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.

PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.


Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: (0049) (0)62 21 41 01 21 oder Fax: (0049) (0)62 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe": Tel.: (0043) (0)1 796 64 50-15 oder Fax: (0043) (0)1 796 64 50-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga", Tel.: 0800 55 88 38 (Http: //www.swisscancer.ch/). Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
Datum der letzten Aktualisierung: 05/2001

Übersetzung: Dr. G. Quade, S. Schnaittacher, B. Burde, Anna-Katharina Littmeyer M.A., CaNetTransTool by B.Burde, IMBIE, Universitätsklinik Bonn(Germany)