Um die Aktualität sicherzustellen, werden die Informationen im PDQ jeden Monat durch Experten für die Behandlung bei Krebs, die Vorbeugung, Vorsorgeuntersuchungen (Screening) und unterstützende Maßnahmen überprüft und aktualisiert. PDQ liefert auch Informationen über die Erforschung neuer Behandlungsmethoden (klinische Studien), die Adressen von Ärzten, die Krebsbehandlungen durchführen, und Krankenhäusern mit speziellen Behandlungsprogrammen für Krebspatienten. Die Behandlungshinweise in dieser Übersicht basieren auf den Übersichtsinformationen für Ärzte im PDQ bezüglich dieser Krebserkrankung.
Sie sollten vor Beginn der Therapie über die Teilnahme an einer klinischen Studie nachdenken. PDQ kann genutzt werden, um mehr über diese Studien zu erfahren. Eine klinische Studie ist ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, die momentan praktizierten Behandlungsmethoden zu verbessern oder die Resultate von neuen Behandlungsmethoden für Krebspatienten zu erhalten. Klinische Studien basieren auf den Ergebnissen bereits durchgeführter Studien sowie neuen Erkenntnissen aus dem Forschungslabor. Jede Studie beantwortet bestimmte wissenschaftliche Fragen, um neue, bessere Wege der Krebsbehandlung zu finden. Es werden Informationen über neue Behandlungsmethoden, ihre Risiken und ihre mehr oder weniger gute Wirkung gesammelt. Wenn eine klinische Studie zeigt, daß eine neue Therapie besser als die zur Zeit als ''Standard'' eingesetzte ist, kann die neue Behandlungsmethode zur "Standardtherapie" werden. Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet.
Anfragen zu klinischen Studien richten Sie bitte an die Deutsche Krebsgesellschaft, Tel: 069 630096-0 in Frankfurt. Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: 062 21 41 01 21 oder Fax: 062 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe" (Http: //www.krebshilfe.or.at/kontakte/landesorganisationen.html), Tel.: 01 796 6450-15 oder Fax: 01 796 6450-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga" (Http: //www.swisscancer.ch/deutsch/content/violett/beratunginfo_beratungsstellen.html), Tel.: 0800 55 88 38 an. Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.
Es gibt mehrere Bezeichnungen für eine Krebsform dieser Art, die manchmal auch unter dem Begriff "plasmazelluläre Neoplasie" (Plasmazellen-Neubildung) zusammengefaßt werden. Häufig wird der Begriff "multiples Myelom" verwendet. Hierbei möchte man betonen, daß die zu Krebs entarteten Zellen an vielen Stellen im Knochenmark gefunden werden. Das Knochenmark ist das schwammartige Gewebe innerhalb der großen Knochen des Körpers. Das Knochenmark produziert rote Blutkörperchen (welche Sauerstoff und andere Stoffe zu allen Geweben des Körpers transportieren), weiße Blutkörperchen (welche Infektionen bekämpfen), und Blutplättchen (welche ein Blutgerinnsel bilden können). Die Krebszellen können normale Blutzellen verdrängen, so daß eine Anämie ("Blutarmut", d.h. zu wenig rote Blutkörperchen) resultieren kann. Die Plasmazellen können durch ihr Wachstum im Knochen auch Knochenbrüche auslösen. Die Plasmazellen können sich im Knochen ansammeln und kleine Tumoren bilden, die dann auch Plasmozytome genannt werden.
Eine plasmazelluläre Neoplasie kann auch nur als "Wucherung" von Plasmazellen in den Knochen und in den Weichteilen auftreten, ohne Krebszellen im Knochenmark oder im Blut.
Bei der Makroglobulinämie handelt es sich um einen Zustand, bei dem Lymphozyten, die M-Proteine (Paraproteine) bilden, sich im Blut vermehrt haben und diese M-Proteine nun gehäuft im Blut auftreten. Lymphknoten, die Leber und die Milz können anschwellen.
Wenn Symptome auftreten, wird der Arzt Blut- und Urinuntersuchungen anordnen. Wenn diese Untersuchungen keine Normalwerte ergeben, kann der Arzt eine Knochenmarkbiopsie durchführen. Bei diesem Test wird eine Nadel in einen Knochen eingeführt und eine kleine Menge Knochenmark wird entnommen und dann unter dem Mikroskop untersucht. Der Arzt kann dann feststellen, welche Krebsart der Patient hat und dann die beste Behandlung planen. Röntgenuntersuchungen können auch durchgeführt werden, um zu sehen, ob Knochen beteiligt sind.
Die Heilungschancen (Prognose) hängen ab von der Art der plasmazellulären Neoplasie, dem Alter und allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.
Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Chemotherapie kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper direkt über eine Vene oder in den Muskel zugeführt. Chemotherapie wird auch "systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahn im ganzen Körpers verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können.
Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlung für die Therapie des Plasmozytoms / multiplen Myeloms stammt gewöhnlich aus einer Maschine außerhalb des Körpers (externe Bestrahlung).
Die biologische Therapie versucht, den Körper anzuregen, selbst gegen den Krebs zu kämpfen. Sie nutzt Material, das der eigene Körper herstellt oder das in einem Labor hergestellt wurde, um die natürliche eigene Körperabwehr anzuregen, zu lenken oder wiederaufzubauen. Biologische Therapie wird manchmal auch als Veränderung des biologischen Antwortverhaltens (englisch BRM) oder Immuntherapie bezeichnet.
Die Knochenmarktransplantation wird benutzt, um erkranktes Knochenmark durch gesundes zu ersetzen. Zuerst wird mit einer hochdosierten Chemotherapie mit oder ohne Bestrahlung das gesamte Knochenmark des Körpers zerstört. Von einer anderen Person (dem Spender), dessen Gewebe dem Gewebe des Patienten gleicht, oder fast gleicht, wird dann gesundes Knochenmark entnommen. Der Spender kann ein Zwilling sein (der günstigste Fall), ein Bruder oder eine Schwester oder auch eine nicht verwandte Person. Das gesunde Knochenmark des Spenders wird dem Patienten durch eine Nadel in eine Vene gegeben, und ersetzt dann das zerstörte Knochenmark des Patienten. Eine Knochenmarktransplantation, bei der Knochenmark von einem Verwandten oder einer nicht verwandten Person übertragen wird, nennt man allogene Knochenmarktransplantation.
Eine noch neuere Methode der Knochenmarktransplantation, autologe Knochenmarktransplantation genannt, wird in klinischen Studien untersucht. Bei dieser Vorgehensweise wird dem Patienten Knochenmark entnommen und mit Medikamenten behandelt, um alle Krebszellen zu töten. Das Knochenmark wird zur Aufbewahrung eingefroren. Der Patient erhält dann eine hochdosierte Chemotherapie mit oder ohne zusätzliche Bestrahlung, um das gesamte verbleibende Knochenmark zu zerstören. Das aufbewahrte, eingefrorene Knochenmark wird aufgetaut und durch eine Nadel in eine Vene dem Patienten zurückgegeben, um das zerstörte Knochenmark zu ersetzen.
Eine weitere Art der Autologen Transplantation ist die "Periphere Blutstammzellen-Transplantation". Das Blut des Patienten wird durch eine Maschine geleitet, die die Stammzellen (das sind unreife Zellen, aus denen sich alle Blutzellen entwickeln) entfernt. Dann wird das Blut dem Patienten wieder zugeleitet. Dieser Vorgang dauert gewöhnlich 3 bis 4 Stunden und wird "Leukopherese" genannt. Die Stammzellen werden mit Medikamenten behandelt, um jegliche Krebszellen abzutöten und dann eingefroren, bis sie Ihnen zurücktransplantiert werden. Diese Prozedur kann zusammen mit oder ohne einer autologen Knochenmarktransplantation durchgeführt werden.
Die Heilungschancen erhöhen sich, wenn der Arzt ein Krankenhaus wählt, in dem mehr als fünf Knochenmarktransplantationen im Jahr durchgeführt werden.
Wenn die Milz vergrößert ist, kann es erforderlich sein, sie in einer Operation, die Splenektomie genannt wird, zu entfernen.
Wenn zu viele M-Proteine (Paraproteine) im Blut sind, kann es erforderlich sein, diese mittels einer speziellen Maschine aus dem Blut herauszufiltern. Diese Methode wird Plasmapherese genannt.
Eine Standardtherapie mag in Betracht gezogen werden aufgrund ihrer erwiesenen Wirkung in früheren Studien mit Patienten, oder es wird die Teilnahme an einer klinischen Studie erwogen. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. In den meisten Teilen des Landes laufen klinische Studien für fast alle Stadien des Plasmozytoms / multiplen Myeloms. Wenn Sie mehr über klinische Studien erfahren wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.
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