Logo medNews

Das Dokument "Ewing-Tumore" wird Ihnen angeboten durch die Universitätsklinik Bonn

Ewing-Tumore

208/07968


Hinweis
Beschreibung
Erklärung der Stadien
Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten
Lokalisierte Ewing-tumore
Metastasierender Ewing-tumor
Rezidivierende Ewing-tumore
Übersicht über PDQ


Informationen aus dem PDQ für Patienten


Hinweis

Die vorliegenden Angaben beruhen auf Dokumenten des National Cancer Institute der USA. Für die Richtigkeit der in dieser deutschsprachigen Version gemachten Angaben können weder das National Cancer Institute noch die Universität Bonn oder ihre Mitarbeiter eine Garantie übernehmen. Fragen Sie daher in jedem Fall ihren Arzt!


BESCHREIBUNG

Was ist ein Ewing-Tumor?

Zur den Ewing-Tumoren gehören: das Ewing-Sarkom des Knochens, das Ewing-Sarkom außerhalb des Knochens, der primitive neuroektodermale Tumor (PNET), auch peripheres Neuroepitheliom genannt, und der Askin-Tumor (PNET der Brustwand). Diese Tumore sind seltene Krankheiten, bei denen (bösartige) Krebszellen im Knochen und in den Weichteilen gefunden werden. Die Ewing-Tumore treten am häufigsten bei Jugendlichen auf.

Wenn ein Patient Symptome hat (wie z.B. Schmerzen, Steifigkeit oder Empfindlichkeit der Knochen), kann der Arzt eine Röntgenuntersuchung und andere Tests anordnen. Der Arzt kann auch ein Gewebestückchen aus der betroffenen Region entnehmen. Dieser Vorgang wird Biopsie genannt. Die Gewebeprobe wird unter einem Mikroskop auf Krebszellen hin untersucht. Diese Biopsie wird wahrscheinlich in einem Krankenhaus durchgeführt.

Die Heilungschance (Prognose) und die Wahl der Behandlung hängen ab vom Ort, an dem der Tumor wächst (Lokalisation), der Größe und dem Stadium des Krebs (d.h. wie weit er sich ausgebreitet hat), davon, wie die Krebszellen auf die Behandlung ansprechen und dem Alter und allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.


ERKLÄRUNG DER STADIEN

Stadien beim Ewing-Tumor

Wenn ein Ewing-Tumor gefunden wurde, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, ob sich die Krebszellen in andere Körperteile ausgebreitet haben. Dies nennt man Stadieneinteilung. Zur Zeit gibt es noch kein formal festgelegtes System zur Stadieneinteilung für Ewing-Tumore. Statt dessen werden die meisten Patienten nach folgenden Kriterien gruppiert: entweder wächst der Krebs nur in einem Teil des Körpers (lokalisierte Erkrankung, "localized disease"), oder der Krebs hat sich von einer Stelle des Körpers auf andere Stellen hin ausgebreitet (Metastasen, "metastatic disease"). Die Ewing-Tumore , die außerhalb des Knochens auftreten, werden nach dem Stadieneinteilungssystem für das Rhabdomyosarkom eingeteilt, weil sie beide Weichteiltumore sind. (Für weitere Information sehen Sie bitte bei der PDQ-Patienteninformation über die Behandlung des Rhabdomyosrakoms nach. ) Um eine Behandlung planen zu können, muß der Arzt den Ursprungsort des Krebs und seine weitere Ausbreitung genau kennen. Den Ewing-Tumoren können folgenden Gruppen zugeordnet werden:

Lokalisiert

Es konnte nicht nachgewiesen werden, daß die Krebszellen sich über den Knochen hinaus, in dem der Krebs begonnen hat, ausgebreitet haben, oder sie werden nur im Knochen und den nahegelegenen Geweben gefunden.

Metastasiert

Der Krebs hat sich von seinem Ursprungsort auf benachbarte Knochen oder Weichteile ausgebreitet. Der Krebs metastasiert am häufigsten in die Lunge, in andere Knochen und in das Knochenmark (das schwammartige Gewebe in den langen Röhrenknochen des Körpers, das Blutzellen produziert). Weniger häufig ist die Ausbreitung des Krebs in die Lymphknoten (kleine bohnenförmige Strukturen, die es im ganzen Körper verteilt gibt und die infektionsbekämpfende Zellen produzieren und speichern), oder in das Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark).

Rezidiv

Ein Rezidiv bedeutet, daß der Krebs nach einer Therapie wieder aufgetreten ist (Rückfall). Er kann am alten Ursprungsort oder in anderen Teilen des Körpers wieder ausbrechen.


ÜBERBLICK ÜBER DIE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Wie ein Ewing-Tumor behandelt wird

Für den Patienten ist es wichtig frühzeitig von verschiedenen Spezialisten untersucht zu werden, damit die Behandlung von Anfang an effektiv und koordiniert durchgeführt werden kann. Diese Spezialisten können sein: ein Radiloge, Pathologe, ein spezialist für Chemotherapie, ein Chirurg, Orthopäde oder Strahlenmedziner mit Spezialisierung auf die Therapie von Tumoren. Bevor eine Therapie festgelegt wird, sollte der Patient sich verschiedenen Untersuchungen unterziehen: Gewebeentnahme, Röntgen, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie(MRT).

Es gibt für alle Patienten mit einem Ewing-Tumor eine Behandlung. Drei Behandlungsverfahren werden angewendet:

Operation (Operative Entfernung des Tumors).

Chemotherapie (Medikamenten werden zum Abtöten der Krebszellen eingesetzt)

Ein chirurgischer Eingriff kann in manchen Fällen sinnvoll sein, um zu versuchen, den Krebs und etwas Gewebe aus der Umgebung zu entfernen. Ein chirurgischer Eingriff kann auch durchgeführt werden, um Tumorgewebe, das nach einer Chemotherapie oder Bestrahlung zurückgeblieben ist, zu entfernen.

Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlung für die Behandlung von Ewing-Tumoren stammt gewöhnlich aus einer Maschine außerhalb des Körpers (externe Bestrahlung). In klinischen Studien wird die Bestrahlung des Körperinneren während einer Operation untersucht.

Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Chemotherapie kann in Tablettenform eingenommen werden, oder sie wird dem Körper direkt über eine Vene oder in den Muskel zugeführt. Die Chemotherapie wird auch "systemische Therapie" genannt, weil das Medikament in die Blutbahn gelangt, durch den Körper transportiert wird und so überall Krebszellen bekämpfen kann. Wenn mehr als ein Medikament gegeben wird, um die Krebszellen abzutöten, wird die Behandlung Polychemotherapie (Kombinationschemotherapie) genannt. Bei der Behandlung von Ewing-Tumoren wird oft zunächst versucht, den eigentlichen Tumor mit einer Operation oder Bestrahlung zu entfernen, und dann wird eine Chemotherapie angeschlossen, um Krebszellen, die im Körper verblieben sind, abzutöten.

Eine Ergänzung der oben genannten Behandlungsmöglichkeiten ist die sog. myeloablative Therapie mit anschließender Verstärkung der Stammzellen. Die myeloablative Therapie ist eine sehr intensive Form der Chemotherapie, die entwickelt wurde, um alle Zellen zu zerstören, die sich schnell teilen. Solche Zellen sind z.B. einige der Blutzellen, Haarzellen, aber auch bösartige Krebszellen. Stammzellen sind Zellen, die sich selbst erneuern und aus denen sich die verschiedenen anderen Typen von Blutzellen entwickeln. "Verstärkung der Stammzellen" bedeutet, daß die Stammzellen jetzt im Blut angereichert und angeregt werden, damit sich ihre Zahl im Blut nach einer Chemotherapie zur Zerstörung der Krebszellen wieder erhöht.

Behandlung je nach Stadium

Die Art der Behandlung des Ewing-Tumors hängt davon ab, wo der Tumor lokalisiert ist, wie weit der Krebs sich ausgedehnt hat, in welchem Stadium sich die Krankheit befindet, und sie hängt ab vom Alter und allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.

Eine Standardtherapie mag in Betracht gezogen werden aufgrund ihrer erwiesenen Wirkung in früheren Studien mit Patienten, oder es wird die Teilnahme an einer klinischen Studie erwogen. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. In den meisten Teilen des Landes laufen klinische Studien zur Behandlung von Ewing-Tumoren. Wenn Sie mehr über klinische Studien wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.


LOKALISIERTE EWING-TUMORE

Die Behandlung von lokalisierten Ewing-Tumoren kann eine der folgenden sein:

1. Teilnahme an einer klinischen Studie zu Chemotherapie, gefolgt von einer Bestrahlung.

2. Polychemotherapie, gefolgt von einem chirurgischen Eingriff mit, oder ohne Strahlentherapie.

3. Teilnahme an einer klinischen Studie zur intensivierten Chemotherapie.

4. Eine Randomisierte Studie zur Untersuchung der postoperative Chemotherapie mit eventuell nachfolgenden Stammzelltransplantation.


METASTASIERENDER EWING-TUMOR

Die Behandlung von metastasierten Ewing-Tumoren kann eine der folgenden sein:

1. Polychemotherapie, gefolgt von einer Bestrahlung und/oder einem chirurgischen Eingriff

2. Hochdosierte Chemotherapie mit oder ohne Bestrahlung, mit zusätzlicher Reinfusion von Stammzellen.

3. Teilnahme an einer klinischen Studie zur intensivierten Chemotherapie mit Mehrfachkombinationen von Medikamenten zur Chemotherapie.


REZIDIVIERENDE EWING-TUMORE

Die Art der Behandlung hängt davon ab, wo der Krebs wiederaufgetreten ist, wie er zuvor behandelt worden ist, sowie von individuellen patientenbezogenen Faktoren. Patienten, die zuvor noch keine Chemotherapie erhalten haben, können diese jetzt bekommen. Eine Bestrahlung kann Symptome lindern. Ein chirurgischer Eingriff kann sinnvoll sein, um Tumore, die in die Lunge oder andere Organe metastasiert sind, zu entfernen. Neue Behandlungsverfahren werden in klinischen Studien erprobt.


ÜBERSICHT ÜBER PDQ

Über PDQ

PDQ ist eine umfassenede Krebsdatenbank. Sie ist verfügbar unter www.meb.uni-bonn.de/cancernet.

PDQ ist das umfassende Informationssystem des National Cancer Institute´´´´s der USA (NCI) über Krebs. PDQ ist fast vollständig unter "Http: //www.meb.uni-bonn.de/cancernet/" verfügbar. PDQ ist ein Service des NCI. Das NCI ist ein Teil des National Institutes of Health in the USA, eine Bundeseinrichtung für Biomedizinische Forschnung.

PDQ enthält Zusammenfassungen zum Thema Krebs.

Die PDQ (Physicians Data Query) Datenbank enthält aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, Genetische Informationen, die Behandlung, unterstützende Maßnahmen und alternative Therapiemöglichkeiten. Die meisten Dokumente sind in zwei Versionen verfügbar. Eine Version für Ärzte, die in medizinischer Fachsprache geschrieben ist, und ausführliche Fachinformationen enthält. Eine Version für Patienten, die in Laiensprache verfasst und einfach zu verstehen ist. Beide Versionen enthalten aktuelle und detaillierte Informationen zum Thema Krebs.

PDQ Krebsinformationen werden von Fachleuten entwickelt und regelmäßig aktualisiert.

Die Autoren sind Spezialisten auf dem Gebiet Krebs und angrenzenden Gebieten. Sie sind für die Erstellung und Aktualisierung verantwortlich. PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.

PDQ enthält auch Informationen über Klinische Studien.

In den USA werden 2/3 der Kinder mit Krebsleiden in Klinischen Studien behandelt. Klinische Studien sollen helfen, Fragen bezüglich einer Therapieverbesserung zu beantworten. Der Inhalt der Klinischen Studien basiert auf den Ergebnissen von vorangegangenen Studien und Erkenntnissen aus den Labors. Jede Klinische Studie beantwortet wissenschaftliche Fragen zur Verbesserung der Krebstherapie. Während einer Klinschen Studie werden Informationen über die Behandlung, die Nebenwirkungen, die Risiken und den Behandlungserfolg gesammelt. Zeigt eine Klinische Studie, daß die getestete Behandlung besser ist als die alte, wird die neue Behandlung für alle Patienten übernommen.

Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Beschreigungen der Klinischen Studien sind sowohl für Ärzte als auch für Patienten erhältlich. Wenn Sie mehr über klinische Studien zu Krebs bei Kindern erfahren wollen, wenden Sie sich bitte an die unten auf der Seite angegebenen Stellen.

PQD enthält Informationen über Arbeitsgruppen, die sich auf Klinische Studien spezialisiert haben.

PDQ enthält Listen über Ärzte und Krankenhäuser die sich die an Krebstherapieprogrammen beteiligt sind.

Weil eine Krebserkrankung bei Kindern selten ist, werden die meisten Kinder von Spezialisten in Kliniken mit besonderen Therapiemöglichkeiten für Kinder behandelt. PDQ enthält Informationen über Ärzte und Krankenhäuser die auf die Behandlung von Kindern mit einer Krebserkrankung spezialisiert sind. Wenn Sie mehr über Spezialisten und Krankenhäuser mit Programmen zur Krebstherapie bei Kindern erfahren wollen, wenden Sie sich bitte an die unten auf der Seite angegebenen Stellen.


Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: (0049) (0)62 21 41 01 21 oder Fax: (0049) (0)62 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe": Tel.: (0043) (0)1 796 64 50-15 oder Fax: (0043) (0)1 796 64 50-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga", Tel.: 0800 55 88 38 (Http: //www.swisscancer.ch/). Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
Datum der letzten Aktualisierung: 02/2002

Übersetzung: Dr. G. Quade, T. Ellinger, B. Burde, CaNetTransTool by B.Burde, IMBIE, Universitätsklinik Bonn(Germany)

<A HREF ="cancernet.ram">Play clip using the stand-alone RealPlayer!</A><A HREF ="http://www.real.com/products/player/d1.html">Click here to download the latest RealPlayer!</A> Interview im Deutschlandfunk <A HREF ="CancernetDSL.ram">Play clip using the stand-alone RealPlayer!</A><A HREF ="http://www.real.com/products/player/d1.html">Click here to download the latest RealPlayer!</A> small video clip about our work

Sponsoren:

Dieses Informationsangebot ist frei von Werbung und wird nicht über Werbung finanziert.

Zurück zum Cancernet contents overview
Zurück zu unserer deutschen CancerNet Homepage

Fragen? Schicken Sie uns eine E-Mail!

This website is certified by Health On the Net Foundation. Click
      to verify.Dieses Angebot entspricht dem HONcode Standard für vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen:
verify here.

Dr. G. Quade
Diese Seite wurde zuletzt geändert am Sunday, 02-Nov-2003 16:09:40 CET
Impressum