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Das Dokument "Knochensarkom (Osteosarkom) 208/00049" wird Ihnen angeboten durch die Universitätsklinik Bonn

Knochensarkom (Osteosarkom) 208/00049


Übersicht über PDQ
Beschreibung
Erklärung der Stadien
Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten
Lokalisiertes Knochensarkom
Metastasierendes Knochensarkom
Rezidivierendes Knochensarkom


Informationen aus dem PDQ für Patienten


ÜBERSICHT ÜBER PDQ

Was ist PDQ?

PDQ (Physicians Data Query) ist ein Computersystem, das aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, die Behandlung und unterstützende Maßnahmen bei Krebs bereitstellt. Dies ist eine Dienstleistung des National Cancer Institute (NCI) in den USA für an Krebs erkrankte Menschen und ihre Familien; für Ärzte, Pflegekräfte und andere Mitarbeiter in der Gesundheitsversorgung.

Um die Aktualität sicherzustellen, werden die Informationen im PDQ jeden Monat durch Experten für die Behandlung bei Krebs, die Vorbeugung, Vorsorgeuntersuchungen (Screening) und unterstützende Maßnahmen überprüft und aktualisiert. PDQ liefert auch Informationen über die Erforschung neuer Behandlungsmethoden (klinische Studien), die Adressen von Ärzten, die Krebsbehandlungen durchführen, und Krankenhäusern mit speziellen Behandlungsprogrammen für Krebspatienten. Die Behandlungshinweise in dieser Übersicht basieren auf den Übersichtsinformationen für Ärzte im PDQ bezüglich dieser Krebserkrankung.

Wie nutze ich das PDQ?

Kinder haben selten Krebs.

Kinder oder Jugendliche, die an Krebs erkrankt sind, werden in speziellen Zentren behandelt. Dort gibt es Ärtzteteams, die speziell für die Behandlung und die Durchführung klinischer Studien im Falle von Krebs bei Kindern ausgebildet sind.

Sie können das PDQ nutzen, um mehr über die aktuelle Therapie verschiedener Krebserkrankungen zu erfahren. Es ist sinnvoll die Informationen aus diesem Text mit dem behandelnden Arzt ihres Kindes durchzusprechen, weil dieser die Situation ihres Kindes genau kennt.

In Deutschland werden Kinder mit einer bösartigen Erkrankung im Rahmen von kontrollierten multizentrischen Studien behandelt. Für jedes einzelne Krankheitsbild gibt es eine Studienzentrale mit einer Studienleitung. Dort werden die Behandlungsdaten aller Patienten gesammelt und ausgewertet, damit neue Erkenntnisse schnell allen Patienten zugute kommen können. Durch die relativ große Fallzahl wird es möglich, verschiedene Behandlungsverfahren miteinander zu vergleichen oder unerwünschte Nebenwirkungen der Behandlung besser zu dokumentieren. PDQ liefert Informationen über klinische Studien. Eine klinische Studie ist ein Forschungsprojekt, in dem versucht wird, gegenwärtige Behandlungsmethoden zu verbessern, oder neue Behandlungen für Menschen mit Krebserkrankungen zu finden. Klinische Studien basieren auf den Ergebnissen bereits durchgeführter Studien sowie neuen Erkenntnissen aus dem Forschungslabor. Jede Studie beantwortet spezielle wissenschaftliche Fragestellungen, um neue und bessere Wege zu finden, den Patienten mit Krebsleiden zu helfen. Im Laufe der klinischen Studien werden Informationen über neue Behandlungsmethoden, ihren Risiken und ihrer Wirksamkeit oder auch Unwirksamkeit gesammelt. Wenn eine klinische Studie zeigt, daß eine neue Behandlungsmethode besser ist als die Methode, die gegenwärtig als "Standardmethode" eingesetzt wird, kann diese neue Methode zur "Standardmethode" werden. Auf der Basis aktueller Erkenntnisse erstellt die Studienleitung einen Behandlungsplan (Therapieprotokoll) für das jeweilige Krankheitsbild, der für verschiedene Stadien und Risikogruppen unterschiedliche Vorgehensweisen vorsieht. Danach richten sich in Deutschland alle anerkannten Behandlungszentren für krebskranke Kinder. Die Studienleitung informiert auch in besonders schwierigen Einzelfällen, zum Beispiel bei Nichtansprechen auf die Behandlung, über eventuell mögliche andere oder ganz neue Verfahren. Sie finden die Adressen der deutschen Studienleitungen sowie weitere Informationen auf den Seiten der GPOH (Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie). Http: //mz98.imsd.uni-mainz.de/GPOH/Studiengruppen.html Informationen rund um das Thema Krebs im Kindesalter erhalten Sie telefonisch bei der Deutschen Kinderkrebsstiftung in Bonn (Http: //www.kinderkrebsstiftung.de/), Tel.: +49 (0)228 - 91394-30 , Fax -33. In Österreich rufen Sie die Kinder-Krebs-Hilfe in Wien an: Tel.: +43-1-402 8890, Fax: +43-1-405-1020. In der Schweiz wenden Sie sich bitte an die Schweizerische Interessengemeinschaft für Krebskranke Kinder in Flumenthal, Tel.: +41-32-637-3085, Fax: +41-32-637-0367.

Eine Auflistung vieler nationaler und internationaler klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet.

Anfragen zu klinischen Studien bei Erwachsenen richten Sie bitte an die Deutsche Krebsgesellschaft, Tel: 069 630096-0 in Frankfurt. Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: 062 21 41 01 21 oder Fax: 062 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe" (Http: //www.krebshilfe.or.at/kontakte/landesorganisationen.html), Tel.: 01 796 6450-15 oder Fax: 01 796 6450-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga" (Http: //www.swisscancer.ch/deutsch/content/violett/beratunginfo_beratungsstellen.html), Tel.: 0800 55 88 38 an. Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zu Thema Krebs beantworten.

PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.


BESCHREIBUNG

Was ist ein Knochensarkom?

Ein Knochensarkom ist eine Krankheit, bei der (bösartige) Krebszellen im Knochen gefunden werden. Es ist der am weitesten verbreitete Krebs des Knochens. Bei Kinder tritt er gewöhnlich in den Knochen des Kniegelenkes auf. Das Knochensarkom tritt am häufigsten bei Heranwachsenden oder jungen Erwachsenen auf.

Das "Ewing Sarkom" ist eine weitere Form des Knochenkrebs, aber unter dem Mikroskop stellen sich die Zellen anders dar als die Zellen des Knochensarkoms. Wenn Sie Informationen über das Ewing Sarkom benötigen, rufen Sie das Dokument über das Ewing Sarkom für Patienten auf.

Hat ein Patient Symptome (wie etwa Schmerzen oder Schwellungen von Knochen oder im Bereich von Knochen), so wird der Arzt möglicherweise eine Röntgenuntersuchung und Bluttests durchführen. Erhärtet sich dann der Verdacht, daß es sich um ein Knochensarkom handelt, so sollte der Arzt Ihnen empfehlen, sich an einen Kinderonkologen zu wenden. Dieser wird Sie zu einem in der Tumorchirurgie erfahrenem Spezialisten für die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem betroffenen Gebiet schicken und die Probe in einem speziellen Labor auf Krebszellen hin untersuchen lassen. Dieser Vorgang wird Biopsie genannt. Die Gewebeprobe wird unter einem Mikroskop auf Krebszellen hin untersucht. Diese Biopsie wird wahrscheinlich in einem Krankenhaus durchgeführt.

Die Chance auf Heilung (Prognose) und die Wahl der Behandlung sind abhängig von der Größe, dem Gebiet des Auftretens, der Art und dem Stadium des Krebs (wie weit er sich bereits auf andere Organe ausgebreitet hat), seit wann die Symptome bestehen, wie viel Krebsgewebe bereits durch eine Operation entfernt wurde und/oder wie viele Krebszellen bereits durch eine Chemotherapie zerstört werden konnten, sowie dem Alter des Patienten, den Ergebnissen der Blutuntersuchung und anderer Teste und vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.


ERKLÄRUNG DER STADIEN

Stadien des Knochensarkoms

Wird ein Knochensarkom gefunden, können weitere Tests folgen, um zu klären, ob sich Krebszellen auf andere Gebiete des Körpers ausgebreitet haben. Dies nennt man Stadieneinteilung. Zur Zeit gibt es kein System zur Stadieneinteilung des Knochensarkoms. Statt dessen werden die meisten Patienten einer von 2 Gruppen zugeordnet; je nachdem, ob der Krebs nur in einem Teil des Körpers gefunden wurde ("lokalisiert") oder ob er sich von einem Ursprungsort auf andere Teile des Körpers ausgebreitet hat ("metastasiert"). Um eine Behandlung planen zu können, muß der Arzt den Ursprungsort des Krebs und seine weitere Ausbreitung genau kennen. Für das Knochensarkom gelten folgende Gruppeneinteilungen:

Lokalisiert

Der Krebs hat sich von seinem Ursprungsort nicht auf benachbarte Knochen oder Weichteile ausgebreitet. Bei jungen Patienten entstehen Tumore meist im Bereich der Knie.

Metastasiert

Der Krebs hat sich von seinem Ursprungsort auf benachbarte Knochen oder Weichteile ausgebreitet. Meistens befällt er die Lunge. Er kann auch andere Knochen befallen.

Rezidiv

Ein Rezidiv bedeutet, daß der Krebs nach einer Therapie wieder aufgetreten ist (Rückfall). Er kann am alten Ursprungsort oder in anderen Teilen des Körpers wieder ausbrechen.


ÜBERBLICK ÜBER DIE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Wie das Knochensarkom behandelt wird

Besteht der Verdacht auf ein Knochensarkom, sollte vor der ersten Gewebeentnahme (Biopsie) ein Kinderonkologe hinzugezogen werden.

Für alle Patienten mit Knochensarkom gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Drei Behandlungsverfahren werden angewendet:

Eine Operation ist die gängige Behandlung des Knochensarkoms. Der Arzt entfernt die Krebsgeschwulst und einiges vom umgebenden gesunden Gewebe. Manchmal ist es zwingend notwendig, Teile eines Armes oder Beines oder sogar den ganzen befallenen Körperteil zu amputieren, um den Krebs komplett entfernen zu können. Hat sich der Krebs auf die Lymphknoten ausgebreitet, dann müssen auch diese entfernt werden (Lymphknoten-Dissektion).

Forscher untersuchen an Patienten, deren Krebs sich nicht über den Knochen hinaus ausgebreitet hat, inwieweit eine Operation ohne Amputation durchgeführt werden kann, ohne daß der Krebs wiederkehrt (Gliedmaßen-erhaltendes Verfahren). Manchmal kann der Krebs ohne Amputation entfernt werden, dann können künstliche Strukturen oder Knochen aus einem anderen Körperteil den entfernten Knochen ersetzen.

Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Sie kann in Tablettenform verabreicht werden oder sie wird direkt in die Muskeln oder die Blutbahn gegeben. Chemotherapie wird auch "systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahn im ganzen Körper verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können. Eine Chemotherapie mit mehr als einem Medikament nennt sich Kombinierte Chemotherapie.

Manchmal werden die Medikamente der Chemotherapie direkt an den Ort des Krebs injiziert (eingespritzt), dies ist eine Regionale Chemotherapie. Beim Knochensarkom wird häufig durch eine Operation der örtliche Tumor entfernt und anschließend eine Chemotherapie durchgeführt, um die eventuell im Körper verbliebenen Krebszellen abtöten zu können. Eine Chemotherapie, welche nach einer Operation durchgeführt wird, nennt sich "Adjuvante Chemotherapie" (Begleitende Therapie). Eine Chemotherapie, die vor der Operation durchgeführt wird und den Zweck hat, den Tumor soweit schrumpfen zu lassen, daß er operiert Werden kann, nennt sich neoadjuvante Chemotherapie.

Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlung bei einem Knochensarkom kommt normalerweise von einer Maschine außerhalb des Körpers (Äußere Strahlentherapie).

Behandlung je nach Stadium

Die Behandlung des Knochensarkoms ist abhängig vom Stadium der Krankheit, dem Ort des Krebsbefalls, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.

Eine Standardtherapie mag in Betracht gezogen werden aufgrund ihrer erwiesenen Wirkung in früheren Studien mit Patienten, oder es wird die Teilnahme an einer klinischen Studie erwogen. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie ist für Patienten mit Osteosarkom fast überall möglich. Wenn Sie mehr über klinische Studien wissen wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.


LOKALISIERTES KNOCHENSARKOM

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

1. Eine Operation zur Entfernung des Tumors, gefolgt von einer Adjuvanten Chemotherapie. Es kann nötig sein, daß während der Operation eine Gliedmasse (Arm oder Bein) amputiert werden muß.
2. Chemotherapie, gefolgt von einer Adjuvanten Chemotherapie.

In Klinischen Studien werden neue Wege der Verabreichung einer Chemotherapie und neue Behandlungsprotokolle untersucht. Auch die Strahlentherapie wird weiter erforscht.


METASTASIERENDES KNOCHENSARKOM

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

1. Eine Operation zur Entfernung des Tumors, gefolgt von einer Adjuvanten Chemotherapie.
2. Chemotherapie, gefolgt von einer Operation zur Tumorentfernung, gefolgt von einer Adjuvanten Chemotherapie.

Eine Operation umfaßt oft die Entfernung von Krebs, der sich auf die Lunge ausgebreitet hat. Es können mehrere Operation nötig sein, bis der ganze Krebs entfernt ist.


REZIDIVIERENDES KNOCHENSARKOM

Die Behandlung ist abhängig vom Ort des neuen Ausbruchs, von der bereits erfolgten Behandlung und weiteren Faktoren. Die Teilnahme an einer klinische Studie kann eine sinnvolle Behandlung ermöglichen.

Bricht der Krebs nur in der Lunge wieder aus, kann die Behandlung eine Operation sein (mit oder ohne Chemotherapie). Tritt er in Gebieten außerhalb der Lungen auf, kann eine kombinierte Chemotherapie erfolgen. Klinische Studien beschäftigen sich mit neuen Medikamenten für die Chemotherapie.

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Dr. G. Quade
Diese Seite wurde zuletzt geändert am Sunday, 02-Nov-2003 16:09:09 CET
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