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Das Dokument "Brustkrebs" wird Ihnen angeboten durch die Universitätsklinik Bonn

 

Brustkrebs

208/00013


Übersicht über PDQ
Beschreibung
Erklärung der Stadien
Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten
Carcinoma in Situ
Stadium I Brustkrebs
Stadium II Brustkrebs
Stadium III Brustkrebs
Stadium IV Brustkrebs
Entzündlicher Brustkrebs
Rezidivierender Brustkrebs
Möchten Sie mehr wissen?

 


Informationen aus dem PDQ für Patienten


ÜBERSICHT ÜBER PDQ

Hinweis

Die vorliegenden Angaben beruhen auf Dokumenten des National Cancer Institute der USA. Für die Richtigkeit der in dieser deutschsprachigen Version gemachten Angaben können weder das National Cancer Institute noch die Universität Bonn oder ihre Mitarbeiter eine Garantie übernehmen. Fragen Sie daher in jedem Fall ihren Arzt!

 

Was ist PDQ?

PDQ (Physicians Data Query) ist ein Computersystem, das aktuelle Informationen über Krebs, seine Vorbeugung, den Nachweis von Krebs, die Behandlung und unterstützende Maßnahmen bei Krebs bereitstellt. Dies ist eine Dienstleistung des National Cancer Institute (NCI) in den USA für an Krebs erkrankte Menschen und ihre Familien; für Ärzte, Pflegekräfte und andere Mitarbeiter in der Gesundheitsversorgung.

Um die Aktualität sicherzustellen, werden die Informationen im PDQ jeden Monat durch Experten für die Behandlung bei Krebs, die Vorbeugung, Vorsorgeuntersuchungen (Screening) und unterstützende Maßnahmen überprüft und aktualisiert. PDQ liefert auch Informationen über die Erforschung neuer Behandlungsmethoden (klinische Studien), die Adressen von Ärzten, die Krebsbehandlungen durchführen, und Krankenhäusern mit speziellen Behandlungsprogrammen für Krebspatienten. Die Behandlungshinweise in dieser Übersicht basieren auf den Übersichtsinformationen für Ärzte im PDQ bezüglich dieser Krebserkrankung.

 

Wie nutze ich das PDQ?

Sie können das PDQ nutzen, um mehr über die aktuelle Therapie verschiedener Krebserkrankungen zu erfahren. Sicherlich hilft es Ihnen, über diese Informationen mit Ihrem Arzt zu reden, der Sie und die Einzelheiten Ihrer Erkrankung kennt.

Sie sollten vor Beginn der Therapie über die Teilnahme an einer klinischen Studie nachdenken. PDQ kann genutzt werden, um mehr über diese Studien zu erfahren. Eine klinische Studie ist ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, die momentan praktizierten Behandlungsmethoden zu verbessern oder die Resultate von neuen Behandlungsmethoden für Krebspatienten zu erhalten. Klinische Studien basieren auf den Ergebnissen bereits durchgeführter Studien sowie neuen Erkenntnissen aus dem Forschungslabor. Jede Studie beantwortet bestimmte wissenschaftliche Fragen, um neue, bessere Wege der Krebsbehandlung zu finden. Es werden Informationen über neue Behandlungsmethoden, ihre Risiken und ihre mehr oder weniger gute Wirkung gesammelt. Wenn eine klinische Studie zeigt, daß eine neue Therapie besser als die zur Zeit als ''Standard'' eingesetzte ist, kann die neue Behandlungsmethode zur "Standardtherapie" werden. Eine Auflistung der momentan laufenden klinischen Studien ist Bestandteil des PDQ. Viele Ärzte, die bei klinischen Studien mitwirken, sind im PDQ aufgelistet.

Anfragen zu klinischen Studien richten Sie bitte an die Deutsche Krebsgesellschaft, Tel: 069 630096-0 in Frankfurt. Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: 062 21 41 01 21 oder Fax: 062 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe" (Http: //www.krebshilfe.or.at/kontakte/landesorganisationen.html), Tel.: 01 796 6450-15 oder Fax: 01 796 6450-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga" (Http: //www.swisscancer.ch/deutsch/content/violett/beratunginfo_beratungsstellen.html), Tel.: 0800 55 88 38 an. Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.

PDQ wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. Überprüfen Sie anhand des Datums der letzten Aktualisierung, ob Sie wirklich die neuesten Informationen vor sich haben.

 


BESCHREIBUNG

Was ist Brustkrebs?

Diese Übersicht behandelt die Behandlung von Brustkrebs. PQD enthält auch Übersichten bezüglich der Vorsorgeuntersuchungen und der Vorbeugung von Brustkrebs.

Brustkrebs, eine bei Frauen häufig vorkommende Krebsart, ist eine Erkrankung, bei der (bösartige) Krebszellen im Brustgewebe gefunden werden. Jede Brust besteht aus 15-20 Segmenten, welche in noch kleinere Einheiten unterteilt werden können. Die Drüsenlappen und Drüsenläppchen sind durch dünne Röhren verbunden, die Milchgänge genannt werden. Der häufigste Brustkrebs ist der Milchgangskrebs. Er wird in den Zellen der Milchgänge gefunden. Krebs, der von den Drüsenlappen oder Drüsenläppchen ausgeht, wird lobuläres Karzinom genannt. Das lobuläre Karzinom wird häufiger in beiden Brüsten gefunden als andere Arten des Brustkrebs. Entzündlicher Brustkrebs ist eine seltene Art des Brustkrebs. Bei dieser Krankheit ist die Brust warm, rot und geschwollen.

Familiärer Brustkrebs ist für 5-10% aller Brustkrebserkankungen verantwortlich. Die Gene (Erbanlagen) in Ihren Zellen enthalten die Erbinformationen, die Sie von Ihren Eltern erhalten haben. Verschiedene Gene sind bekannt, die bei Patientinnen mit Brustkrebs verändert sind. Verwandte von an Brustkrebs Erkrankten, die diese veränderten Gene besitzen, bekommen häufiger Brust- oder Eierstockkrebs. Einige Erbgutveränderungen kommen bei bestimmten ethnischen Gruppen häufiger vor. Tests werden entwickelt, um herauszufinden, wer einen solchen Gendefekt besitzt, lange bevor eine Krebserkrankung auftritt. Greifen Sie bitte auf die PDQ Zusammenfassungen bezüglich Vorsorgeuntersuchungen und Schutz vor Brustkrebs zurück, wenn Sie mehr Informationen suchen.

Hormonelle Verhütungsmittel (Pille) sind ein weiterer Faktor, der in Betracht gezogen werden muß. Untersuchungen weisen auf einen Zusammenhang zwischen der Einnahme der Pille und einem mäßig erhöhten Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Sie sollten Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie Veränderungen in Ihrer Brust bemerken. Der Arzt schlägt vielleicht eine Mammographie vor. Dies ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust, die auch Tumore aufdecken kann, die zu klein zum Ertasten sind. Wenn Sie einen Knoten in Ihrer Brust haben, muß Ihr Arzt bei Ihnen möglicherweise eine kleine Gewebeprobe entnehmen und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersuchen. Dieser Vorgang wird Biopsie genannt. Manchmal wird diese Biopsie auch durchgeführt, indem eine Nadel in das entsprechende Brustgewebe eingeführt und etwas Gewebe ausgestanzt wird. Falls diese Biopsie zeigt, daß Krebs vorliegt, müssen unbedingt bestimmte Tests (man nennt sie Östrogen- und Progesteronrezeptorentest) an den Krebszellen durchgeführt werden.

Östrogen - und Progesteronrezeptorenteste können zeigen, ob Hormone das Krebswachstum beeinflussen. Sie können auch Hinweise über die Wahrscheinlichkeit geben, daß der Krebs wieder auftritt (Rezidiv). Die Resultate helfen Ihrem Arzt bei der Entscheidung, ob er eine hormonelle Therapie durchführt, um das Tumorwachstum zu stoppen. Tumorgewebe muß zum Zeitpunkt der Biopsie in ein Labor zum Östrogen- und Progesteronrezeptorentest eingesandt werden, da es später möglicherweise schwierig ist, ausreichend viele Krebszellen zu gewinnen; dennoch können neuere Untersuchungsmethoden bei Gewebe angewandt werden, das nicht frisch ist.

Ihre Aussicht auf Heilung (Prognose) und die Wahl der Behandlungsmethode hängen vom Stadium Ihrer Krebserkrankung (ob sie nur auf die Brust beschränkt ist oder auf andere Körperregionen übergegriffen hat), der Art des Brustkrebs, bestimmter Merkmale der Krebszellen, und ob Krebs auch in der anderen Brust gefunden wurde, ab. Ihr Alter, Gewicht, Hormonzustand (ob Sie noch Ihre Periode haben oder nicht) und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand können ebenfalls Ihre Prognose und die Wahl der Behandlungsmethode bestimmen.

 


ERKLÄRUNG DER STADIEN

Stadien des Brustkrebs

Wenn Brustkrebs entdeckt wurde, werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, ob der Krebs sich von der Brust aus auf andere Regionen des Körpers ausgebreitet hat. Dies nennt man Stadieneinteilung. Um eine Behandlung planen zu können, muß der Arzt das Stadium der Erkrankung kennen. Bei Brustkrebs gibt es die folgenden Stadien:

 

Carcinoma in situ

15-20% der Brustkrebserkankungen werden in frühen Stadien erfaßt. Sie werden manchmal Carcinoma in situ genannt. Es gibt zwei Arten von Brustkrebs in situ. Eine ist das Carcinoma in situ des Milchganges (auch als intraduktales Karzinom bekannt); die andere Art ist das lobuläre Carcinoma in situ. Ein lobuläres Carcinoma in situ ist kein Krebs, aber zum Zwecke der Einteilung der Erkrankung wird es Brustkrebs in situ, Carcinoma in situ oder Brustkrebs Stadium 0 genannt. Manchmal wird ein lobuläres Carcinoma in situ gefunden, wenn eine Biopsie wegen eines Knotens oder einer Auffälligkeit in der Mammographie durchgeführt wird. Patienten mit diesem Befund entwickeln mit 25%iger Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten 25 Jahre Brustkrebs in einer Brust.

 

Stadium I

Der Tumor ist nicht größer als 2 Zentimeter und hat sich nicht außerhalb der Brust ausgebreitet.

 

Stadium II

Eine der folgenden Angaben trifft zu:

Der Tumor ist nicht größer als 2 Zentimeter, hat sich jedoch auf die Lymphknoten in den Achselhöhlen ausgebreitet (axilläre Lymphknoten).

Der Tumor ist zwischen 2 und 5 Zentimeter groß. Der Tumor hat sich - oder auch nicht - auf die Lymphknoten in den Achselhöhlen ausgebreitet.

Der Tumor ist größer als 5 Zentimeter (größer als 2 Inch), hat sich jedoch nicht auf die Lymphknoten in den Achselhöhlen ausgebreitet.

 

Stadium III

Stadium III wird in Stadium III-A und III-B unterteilt.

Stadium III-A wird durch eine der folgenden Angaben definiert:

Der Tumor ist kleiner als 5 Zentimeter, hat sich auf die Lymphknoten in den Achselhöhlen ausgebreitet, und die Lymphknoten sind miteinander oder mit anderen Strukturen verwachsen.

Der Tumor ist größer als 5 Zentimeter und hat sich auf die Lymphknoten in den Achselhöhlen ausgebreitet.

Stadium III-B wird durch eine der folgenden Angaben definiert:

Der Tumor hat sich in das Gewebe in der Umgebung der Brust (Haut, Rand des Brustkorbs einschließlich Rippen und Muskeln im Brustkorb) ausgebreitet.

Der Tumor hat sich auf die Lymphknoten innerhalb des Brustkorbs entlang dem Brustbein ausgebreitet.

 

Stadium IV

Der Tumor hat sich auf andere Organe des Körpers ausgebreitet, meist Knochen, Lunge, Leber oder Gehirn. Oder der Tumor hat sich lokal in der Haut und den Halslymphknoten nahe dem Schlüsselbein ausgebreitet.

 

Entzündlicher Brustkrebs

Entzündlicher Brustkrebs ist eine spezielle Klasse des Brustkrebs, die selten vorkommt. Die Brust erscheint wegen des rötlichen Aussehens und der Wärme wie entzündet. Die Haut kann Erhebungen und Furchen zeigen oder narbig verändert erscheinen. Entzündlicher Brustkrebs neigt dazu, sich schnell auszubreiten.

 

Rezidiv

Ein Rezidiv bedeutet, daß der Krebs nach einer Therapie wieder aufgetreten ist (Rückfall). Er kann in der Brust, im Weichteilgewebe des Brustraums (Rand des Brustkorbs) oder in anderen Körperpartien wieder auftreten.

 


ÜBERBLICK ÜBER DIE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Wie Brustkrebs behandelt wird:

Es gibt für alle Patienten mit Brustkrebs Behandlungsmöglichkeiten. Vier Arten der Behandlung kommen in Frage: Biologische Therapien (sie nutzen das körpereigene Immunsystem, um den Krebs zu bekämpfen), Knochenmarktransplantation und die Stammzelltransfusion werden in klinischen Studien getestet.

Bei den meisten Patienten mit Brustkrebs wird der Tumor operativ entfernt. Normalerweise werden auch einige Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt und unter dem Mikroskop auf Tumorzellen untersucht.

Verschiedene Operationsmethoden werden angewandt:

Brusterhaltende Operationen:

Knotenresektion (manchmal auch Exzisionsbiopsie oder weite Exzision genannt) ist das Entfernen eines Knotens in der Brust einschließlich Umgebungsgewebe. Normalerweise schließt sich eine Bestrahlung des restlichen Brustgewebes an. Die meisten Ärzte entfernen auch einige der Lymphknoten in der Achselhöhle.

Teilweise oder segmentelle Brustentfernung ist die Entfernung des Tumors einschließlich des den Tumor umgebenden Gewebes und der Deckschicht über der Brustmuskulatur unterhalb des Tumors. Normalerweise werden auch einige der Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt. In den meisten Fällen folgt noch eine Bestrahlungstherapie.

Andere Operationen:

Die totale oder einfache Brustentfernung ist die Entfernung der ganzen Brust. Manchmal werden auch Lymphknoten aus der Achselhöhle mit entfernt.

Die modifizierte radikale Brustentfernung ist die Entfernung der Brust, vieler der Lymphknoten in der Achselhöhle, der Deckschicht über der Brustmuskulatur und manchmal eines Teils der Brustwandmuskulatur. Dies ist die am häufigsten durchgeführte Operation bei Brustkrebs.

Die radikale Brustentfernung (auch "radikale Mastektomie nach Halsted" genannt) ist das Entfernen der Brust, der Brustmuskulatur und aller Lymphknoten in den Achselhöhlen. Jahrelang war dies die am häufigsten angewandte Operationsmethode; heute wird sie nur noch angewandt, wenn der Tumor die Brustmuskulatur befallen hat.

Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlen können von einer Maschine außerhalb des Körpers (externe Strahlentherapie) kommen oder von radioaktiv strahlendem Material (Radioisotope), das durch kleine Plastikröhrchen in den Bereich eingeführt wird (innere Bestrahlungstherapie), in dem Krebszellen gefunden wurden.

Die Chemotherapie setzt Medikamente zur Abtötung der Krebszellen ein. Chemotherapie kann über den Mund eingenommen werden, oder sie wird dem Körper zugeführt, indem man eine Nadel in eine Vene oder einen Muskel sticht. Chemotherapie wird auch "Systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahnen im ganzen Körpers verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können.

Wenn Tests ergeben, daß die Krebszellen Östrogenrezeptoren und Progesteronrezeptoren besitzen, erhalten Sie möglicherweise eine Hormontherapie. Die Hormontherapie wird genutzt, um die Art und Weise, wie körpereigene Hormone das Krebswachstum unterstützen, zu ändern. Dies kann durch Medikamente geschehen, die die Wirkungsweise von Hormonen verändern, oder durch operative Entfernung von hormonproduzierenden Organen wie z.B. den Eierstöcken. Eine Hormontherapie mit Tamoxifen wird häufig Patienten mit einem frühen Krebsstadium verabreicht. Eine Hormontherapie mit Tamoxifen oder Östrogenen kann Zellen im ganzen Körper beeinflussen und möglicherweise Ihr Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, erhöhen. Sie sollten Ihren Arzt jährlich zu einer Unterleibsuntersuchung aufsuchen. Jede Vaginalblutung außerhalb der Periode sollten sie schnellstens dem Arzt melden.

Auch wenn Ihr Arzt alle Tumorzellen entfernt hat, die während der Operation sichtbar waren, erhalten Sie eventuell eine Bestrahlung, eine Chemotherapie oder eine Hormontherapie, um alle Krebszellen zu zerstören, die möglicherweise im Körper zurückgeblieben sind. Eine Therapie, die nach einer Operation verabreicht wird, bei der keine Krebszellen sichtbar zurückgelassen wurden, nennt man "adjuvante" (unterstützende) Therapie.

Die biologische Therapie versucht, den Körper anzuregen, selbst gegen den Krebs zu kämpfen. Sie nutzt Material, das der eigene Körper herstellt oder das in einem Labor hergestellt wurde, um die natürliche eigene Körperabwehr anzuregen, zu lenken oder wiederaufzubauen. Biologische Therapie wird manchmal auch als Veränderung des biologischen Antwortverhaltens (englisch BRM) oder Immuntherapie bezeichnet. Diese Therapieform wird zur Zeit ausschließlich im Rahmen klinischer Studien angewandt.

Die Knochenmarktransplantation ist eine modernere Therapiemöglichkeit, die in klinischen Studien untersucht wird. Manchmal wird Brustkrebs resistent gegen Bestrahlung oder Chemotherapie. Sehr hohe Dosen an Chemotherapie können dann gegeben werden, um den Krebs zu therapieren. Da derartig hohe Dosen an Chemotherapie das Knochenmark zerstören können, wird dem Patienten vor der Behandlung Knochenmark entnommen. Das Knochenmark wird dann eingefroren, und Sie erhalten eine hoch dosierte Chemotherapie mit oder ohne Bestrahlung, um den Krebs zu behandeln. Das vorher entnommene Knochenmark wird dann später aufgetaut und über eine in eine Vene eingeführte Kanüle in den Körper eingebracht, um das zerstörte Knochenmark zu ersetzen. Diese Art der Transplantation nennt sich "Autologe Knochenmarktransplantation" (auto=selbst, eigen). Wenn Sie das Knochenmark einer anderen Person erhalten, wird das Transplantat "allogenes Transplantat" genannt.

Eine weitere Art der Autologen Transplantation ist die "Periphere Blutstammzellen-Transplantation". Ihr Blut wird durch eine Maschine geschickt, welche die Stammzellen (unentwickelte Zellen, aus denen sich alle Blutzellen entwickeln) entfernt und das Blut wieder in den Körper zurückfließen läßt. Dieser Vorgang dauert gewöhnlich 3 bis 4 Stunden und wird "Leukopherese" genannt. Die Stammzellen werden mit Medikamenten behandelt, um jegliche Krebszellen abzutöten und dann eingefroren, bis sie Ihnen zurücktransplantiert werden. Diese Prozedur kann zusammen mit oder ohne einer autologen Knochenmarktransplantation durchgeführt werden.

Eine größere Wahrscheinlichkeit der Genesung liegt vor, wenn Sie Ihr Arzt in ein Krankenhaus einweist, das mehr als 5 Transplantationen im Jahr durchführt.

 

Behandlung je nach Stadium

Die Behandlung des Brustkrebs hängt von der Art und dem Stadium Ihrer Erkrankung, Ihrem Alter und dem Hormonstatus sowie Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Eine Standardtherapie mag in Betracht gezogen werden aufgrund ihrer erwiesenen Wirkung in früheren Studien mit Patienten, oder es wird die Teilnahme an einer klinischen Studie erwogen. Nicht alle Patienten werden mit der Standardtherapie geheilt, und einige Standardbehandlungen haben auch mehr Nebenwirkungen als erwünscht. Um bessere Behandlungsmethoden für Krebspatienten herauszufinden, gibt es klinische Studien, die auf den neuesten Erkenntnissen basieren. Klinische Studien werden in den meisten Nationen für alle Stadien des Brustkrebs durchgeführt. Wenn Sie mehr über klinische Studien erfahren wollen, fragen Sie bitte Ihren Arzt.

 


CARCINOMA IN SITU

Ihre Behandlung hängt davon ab, ob Sie ein Milchgangskarzinom in situ oder ein lobuläres Carcinoma in situ haben. Da es schwer ist, zwischen beiden Tumorarten zu unterscheiden, hilft es, eventuell eine zweite Meinung einzuholen, indem Sie Ihre präparierten Gewebeproben (Objektträger) zusätzlich von einem Pathologen in einem anderen Krankenhaus begutachten lassen.

Wenn Sie ein Milchgangskarzinom in situ haben, wird Ihre Behandlung wahrscheinlich eine der folgenden sein:

1. Operation, um die ganze Brust zu entfernen (totale Mastektomie).
2. Brusterhaltende Operation mit anschließender Bestrahlung.
3. Teilnahme an einer klinischen Studie mit operativer Entfernung ausschließlich des Tumors (Knotenentfernung) und anschließender Bestrahlung mit oder ohne Hormontherapie.

 

In seltenen Fällen werden auch einige der axillären Lymphknoten bei obigen Operationen mit entfernt.

Wenn sie ein lobuläres Carcinoma in situ (LCIS) haben, haben Sie einen Hinweis auf ein erhöhtes Krebsrisiko in beiden Brüsten: das Risiko beträgt 25% innerhalb der nächsten 25 Jahre. LCIS ist kein Brustkrebs, und viele Frauen mit LCIS bekommen niemals Brustkrebs. Die Behandlungsmethoden bei LCIS sind unterschiedlich und ziemlich kontrovers.

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

1. Therapie mit Hormonen um das Risiko zu senken, daß sich Brustkerbs entwickelt.
2. Biopsie, um LCIS zu diagnostizieren, gefolgt von regelmäßigen Untersuchungen mit jährlich durchgeführter Mammographie, um jede Veränderung möglichst früh zu finden.
3. Eine große Klinische Studie um verschiedene Therapien gegen die Entwocklung von Brustkrebs und deren Nebenwirkungen testen und zu erkennen.
4. Operation, um beide Brüste zu amputieren (totale Mastektomie).

 

Wenn Sie sich einer Brustentfernung unterziehen müssen, denken Sie eventuell an eine Brustrekonstruktion (Herstellung eines neuen Brustaufbaus). Sie kann bei der Brustentfernung oder später erfolgen. Die Brust kann mit Ihrem eigenen Gewebe (nicht von der Brust) oder mit Hilfe von Implantaten aufgebaut werden. Unterschiedliche Arten von Implantaten können benutzt werden. Die Food and Drug Administration (FDA (Abteilung des amerikanischen Gesundheitsministeriums)) hat angekündigt, daß mit Silikon Gel gefüllte Implantate nur im Rahmen von klinischen Studien benützt werden sollten. Salzwasserimplantate, die an Stelle von Silikon Gel mit Salzwasser gefüllt sind, können auch benutzt werden. Bevor Sie sich zu einem Brustimplantat entscheiden, sollten Sie zusammen mit Ihrem Arzt weitere Informationen darüber einholen. Weitere Fragen sollten Sie mit Ihrem Arzt klären.

 


STADIUM I BRUSTKREBS

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
1. Die Brust erhaltende Operation, bei der nur der Tumor und etwas Brustgewebe aus seiner Umgebung entfernt wird (Knotenentfernung) oder Operation um einen Teil der Brust zu entfernen (partielle oder segmentförmige Mastektomie); in beiden Fällen schließt sich eine Bestrahlung an. Einige axilläre Lymphknoten werden ebenfalls entfernt. Diese Behandlung bietet die gleichen Langzeit-Heilungsraten wie die Brustentfernung. Die Empfehlung des Arztes, welche Vorgehensweise durchgeführt wird, basiert auf der Tumorgröße und -lage sowie seinem Erscheinungsbild bei der Mammographie.
2. Operation, um die ganze Brust (totale Mastektomie) oder die ganze Brust einschließlich der Deckschicht über der Brustmuskulatur (modifizierte radikale Brustentfernung) zu entfernen. Einige axilläre Lymphknoten werden ebenfalls entfernt.

 

Zusätzliche Therapie (zusätzlich zu obiger Therapie verabreicht):
1. Chemotherapie.
2. Hormontherapie.
3. Teilnahme an einer klinischen Studie zu adjuvanter Chemotherapie bei bestimmten Patienten.
4. Teilnahme an einer klinischen Studie, bei der das Weglassen einer adjuvanten Therapie bei Patienten mit guten Heilungschancen (guter Prognose) untersucht wird.
5. Teilnahme an einer klinischen Studie zu Behandlungsmethoden, die die Tätigkeit der Eierstöcke (Ovarien) unterbindet.

 

Wenn Sie sich einer Brustentfernung unterziehen müssen, denken Sie eventuell an eine Brustrekonstruktion (Herstellung eines neuen Brustaufbaus). Sie kann bei der Brustentfernung oder später erfolgen. Die Brust kann mit Ihrem eigenen Gewebe (nicht von der Brust) oder mit Hilfe von Implantaten aufgebaut werden. Unterschiedliche Arten von Implantaten können benutzt werden. Die Food and Drug Administration (FDA (Abteilung des amerikanischen Gesundheitsministeriums)) hat angekündigt, daß mit Silikon Gel gefüllte Implantate nur im Rahmen von klinischen Studien benützt werden sollten. Salzwasserimplantate, die an Stelle von Silikon Gel mit Salzwasser gefüllt sind, können auch benutzt werden. Bevor Sie sich zu einem Brustimplantat entscheiden, sollten Sie zusammen mit Ihrem Arzt weitere Informationen darüber einholen. Weitere Fragen sollten Sie mit Ihrem Arzt klären.

 


STADIUM II BRUSTKREBS

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:
1. Die Brust erhaltende Operation, bei der nur der Tumor und etwas Brustgewebe aus seiner Umgebung entfernt wird (Knotenentfernung) oder Operation um einen Teil der Brust zu entfernen (partielle oder segmentförmige Mastektomie); in beiden Fällen schließt sich eine Bestrahlung an. Einige axilläre Lymphknoten werden ebenfalls entfernt. Diese Behandlung bietet die gleichen Langzeit-Heilungsraten wie die Brustentfernung. Die Empfehlung des Arztes, welche Vorgehensweise durchgeführt wird, basiert auf der Tumorgröße und -lage sowie seinem Erscheinungsbild bei der Mammographie.
2. Operation, um die ganze Brust (totale Mastektomie) oder die ganze Brust einschließlich der Deckschicht über der Brustmuskulatur (modifizierte radikale Brustentfernung) zu entfernen. Einige axilläre Lymphknoten werden ebenfalls entfernt.

 

Zusätzliche Therapie (zusätzlich zu obiger Therapie verabreicht):
1. Chemotherapie mit oder ohne Hormontherapie.
2. Hormontherapie.
3. Teilnahme an einer klinischen Studie über Einsatz von Chemotherapie vor einer Operation (neoadjuvante Therapie).
4. Teilnahme an einer klinischen Studie zu hochdosierter Chemotherapie mit Knochenmarktransplantation für Patienten mit Krebs in mehr als drei Lymphknoten.

 

Wenn Sie sich einer Brustentfernung unterziehen müssen, denken Sie eventuell an eine Brustrekonstruktion (Herstellung eines neuen Brustaufbaus). Sie kann bei der Brustentfernung oder später erfolgen. Die Brust kann mit Ihrem eigenen Gewebe (nicht von der Brust) oder mit Hilfe von Implantaten aufgebaut werden. Unterschiedliche Arten von Implantaten können benutzt werden. Die Food and Drug Administration (FDA (Abteilung des amerikanischen Gesundheitsministeriums)) hat angekündigt, daß mit Silikon Gel gefüllte Implantate nur im Rahmen von klinischen Studien benützt werden sollten. Salzwasserimplantate, die an Stelle von Silikon Gel mit Salzwasser gefüllt sind, können auch benutzt werden. Bevor Sie sich zu einem Brustimplantat entscheiden, sollten Sie zusammen mit Ihrem Arzt weitere Informationen darüber einholen. Weitere Fragen sollten Sie mit Ihrem Arzt klären.

 


STADIUM III BRUSTKREBS

Stadium III Brustkrebs ist unterteilt in Stadium III-A (hier kann operativ weiterbehandelt werden) und Stadium III-B (die Biopsie ist normalerweise die einzige operative Maßnahme, die durchgeführt wird).

 

Stadium III-A Krebs

Ihre Behandlung könnte eine der folgenden Operationen sein:
1. Operation, um die ganze Brust einschließlich der Deckschicht über der Brustmuskulatur (modifizierte radikale Brustentfernung) oder die ganze Brust einschließlich der Brustmuskulatur und der axilläre Lymphknoten (radikale Brustentfernung) zu entfernen.
2. Bestrahlung nach der Operation.
3. Chemotherapie mit oder ohne Hormontherapie in Zusammenhang mit einer Operation und einer Bestrahlung.
4. Teilnahme an einer klinischen Studie, die neue Medikamente für die Chemotherapie, mit oder ohne Hormonpräparate, erprobt; ebenfalls wird der Einsatz von Chemotherapie vor einer Operation (neoadjuvante Chemotherapie) erprobt.
5. Teilnahme an einer klinischen Studie zu hochdosierter Chemotherapie mit Knochenmarktransplantation oder Transplantation peripherer Stammzellen.

 

Stadium III-B Krebs

In der Regel wird eine Biopsie durchgeführt auf die sich eine oder mehrere der folgenden Möglichkeiten anschließt:
1. Operation (Radikale oder Modifizierte Mastektomie) und/oder Strahlentherapie der Brust und der Lymphknoten.
2. Chemotherapie mit oder ohne Hormongabe um eine Verkleinerung des Tumors zu erreichen, gefolgt von einer Operation und/oder Strahlentherapie.
3. Hormontherapie, gefolgt von einer zusätzlichen Therapie.
4. Teilnahme an einer klinischen Studie, die neue Medikamente für die Chemotherapie, biologische Therapie, neue Medikamentenkombinationen und neue Wege, eine Chemotherapie zu verabreichen, erproben.
5. Teilnahme an einer klinischen Studie zu hochdosierter Chemotherapie mit Knochenmarktransplantation oder Transplantation peripherer Stammzellen.

 


STADIUM IV BRUSTKREBS

Ihre Behandlung besteht wahrscheinlich aus einer Biopsie, gefolgt von einer oder mehrerer der folgenden Möglichkeiten:
1. Bestrahlung oder in einigen Fällen Brustentfernung, um Ihre Symptome zu lindern.
2. Hormontherapie mit oder ohne operativer Entfernung der Eierstöcke.
3. Kombinierte Chemotherapie.
4. Teilnahme an einer klinischen Studie zur Erprobung neuer Medikamente für die Chemotherapie, neuer Hormonpräparate und neuer Kombinationen von Medikamenten und biologischer Therapie.
5. Teilnahme an einer klinischen Studie zu hochdosierter Chemotherapie mit Knochenmarktransplantation oder Transplantation peripherer Stammzellen.

 


ENTZÜNDLICHER BRUSTKREBS

Ihre Behandlung wird wahrscheinlich in einer Kombination aus Chemotherapie, Hormontherapie, und Bestrahlung bestehen, die möglicherweise mit einer Operation zur Entfernung der Brust kombiniert wird. Die Behandlung ist gewöhnlich ähnlich der für Brustkrebs Stadium III-B oder IV.

 


REZIDIVIERENDER BRUSTKREBS

Brustkrebs, der wieder auftritt (Rezidiv), kann häufig behandelt, aber nicht geheilt werden, wenn er in anderen Körperpartien wieder auftritt. Einige Patienten mit einem Rezidiv in der Brust können geheilt werden. Die Wahl Ihrer Behandlung hängt ab von der Menge der Hormonrezeptoren, Ihrer vorherigen Therapie, der Zeitdauer vom Beginn der Behandlung bis zum Rezidiv, ob noch eine Menstruation stattfindet und anderen Faktoren.

Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

1. Hormontherapie mit oder ohne operativer Entfernung der Eierstöcke.
2. Für eine kleine Gruppe der Patienten mit Rezidiv nur an einer Stelle: Operation und/oder Bestrahlung.
3. Andere Formen der Hormontherapie.
4. Kombinierte Chemotherapie.
5. Wiederholung bereits angewandter Therapien.
6. Teilnahme an einer klinischen Studie zu neuentwickelten Medikamenten für die Chemotherapie oder die biologische Therapie.

 


MÖCHTEN SIE MEHR WISSEN?


Um mehr über Krebs und seine Behandlung, oder um mehr über klinische Studien bezüglich Ihrer Krebsart zu erfahren, rufen Sie bitte in Deutschland den "Krebsinformationsdienst (KID)" in Heidelberg, Tel.: (0049) (0)62 21 41 01 21 oder Fax: (0049) (0)62 21 40 18 06, in Österreich die "Krebshilfe": Tel.: (0043) (0)1 796 64 50-15 oder Fax: (0043) (0)1 796 64 50-9 und in der Schweiz die "Schweizerische Krebsliga", Tel.: 0800 55 88 38 (Http: //www.swisscancer.ch/). Entsprechend geschulte Spezialisten werden Ihre Fragen zum Thema Krebs beantworten.
Datum der letzten Aktualisierung: 12/1999

Übersetzung: Dr. G. Quade, S. Schnaittacher, B. Burde, Anna-Katharina Littmeyer M.A., CaNetTransTool by B.Burde, IMBIE, Universitätsklinik Bonn(Germany)

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Dr. G. Quade
Diese Seite wurde zuletzt geändert am Wednesday, 30-Nov-2005 11:24:35 CET
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